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Heute schon gekocht vor Wut? Psychologiestudenten und Koch-Azubis entwickeln “Kochbuch der Gefühle”

Wie schmeckt Glück, Wut, Trauer oder Fernweh? Studierende der Pädagogischen Psychologie und Koch-Auszubildende haben eineinhalb Jahre lang gemeinsam Rezepte für ein „Kochbuch der Gefühle” entwickelt. Nun ist das Buch erschienen – und Psychologieprofessorin Christina Bermeitinger von der Universität Hildesheim begeistert vom Engagement der Beteiligten.

„Manche Lebensmittel regen Erinnerungen an, rufen Wärme hervor, beruhigen oder wirken anregend”, sagt Cornelia Seiberl. Sie studiert an der Universität Hildesheim Pädagogische Psychologie. Die Koch-Azubis sind „engagiert, diskussionsfreudig, motiviert”. Foto: Isa Lange / Universität Hildesheim

Um Stolz, Leidenschaft und Trauer in Menüfolgen umzusetzen, haben die Kochteams die Wirkungen von Nahrungsmitteln recherchiert, gekocht – und in Bildern und Worten festgehalten. Neben Rezeptideen für 15 Gefühle erhält der Leser einen Einblick in psychologische Aspekte beim Kochen und Essen. Am 7. November wird das Buch erstmals vorgestellt.

„Emotionen und Kochen gehören zusammen. Gerüche oder Gerichte wecken Kindheitserinnerungen. Unsere Gefühlslage bestimmt, was wir essen, wie wir essen. Und andersherum beeinflusst das, was wir essen wiederum unsere Emotionen“, sagt Prof. Dr. Christina Bermeitinger vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Lasse Althaus, Fachpraxislehrer für Köche an der Walter-Gropius-Berufsschule, hat die Professorin das Koch-Projekt geleitet. „Die Atmosphäre beim gemeinsamen Kochen und Essen war beeindruckend. Studierende und Auszubildende haben sich wechselseitig Ideen geliefert. Ihr Wissen und die Herangehensweisen haben sich wunderbar ergänzt“, so Bermeitinger.

Wie schmeckt Glück, Wut, Trauer oder Fernweh? Psychologie-Studierende der Uni Hildesheim und Koch-Auszubildende der Walter-Gropius-Berufsschule haben eineinhalb Jahre lang gemeinsam Rezepte für ein „Kochbuch der Gefühle” entwickelt. Foto: Universität Hildesheim

Vom Engagement der 24 Studierenden der Pädagogischen Psychologie und der 24 Koch-Auszubildenden ist Bermeitinger begeistert. Um Stolz, Glück, Leidenschaft und Trauer in Menüfolgen umzusetzen, haben sie viele spontane Assoziationen wie zum Beispiel Farben einbezogen, die Wirkungen von Nahrungsmitteln recherchiert und getestet, gekocht, verändert – und alles in Bildern und Worten festgehalten.

So sollen beispielsweise Kakao, Vanille, Nelken, Chili, Feigen und Ziegenkäse Lust und Leidenschaft hervorrufen, da für die Psychologie-Studenten zu diesen Gefühlen ein Wechselspiel zwischen süß und herzhaft gehört. Außerdem haben sie sich im Internet nach Aphrodisiaka und Lebensmitteln umgesehen, die mit Lust und Leidenschaft in Verbindung gebracht werden.

Am 7. November stellen sie das Kochbuch erstmals vor. Neben Rezeptideen für 15 Gefühle erhält der Leser einen Einblick in psychologische Aspekte beim Kochen und Essen. Das „Kochbuch der Gefühle“ ist im Oktober im Verlag Gebrüder Gerstenberg erschienen und im Buchhandel erhältlich (Hrsg. Christina Bermeitinger, Lasse Althaus, 144 Seiten, 19,80 Euro).

BUCHVORSTELLUNG:
am Mittwoch, 7. November, 19:30 Uhr
im Tempelhaus am Marktplatz, Hildesheim

Weitere Informationen:

Beitrag bei NDR1: Studenten stellen “Kochbuch der Gefühle” vor

Kochprojekt der Universität Hildesheim und der Walter-Gropius-Berufsschule
Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

Quelle: Stiftung Universität Hildesheim und IDW

Christoph Schroeder

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