Einsichten & Ansichten

Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (20): Führung leicht gelacht

Und dazu kommt noch, dass der Wirtschaftswelt ein Generationenumbruch ins Haus steht. Die an Hierarchien gewohnten Babyboomer sehen sich mit der Generation Y konfrontiert, die als junge Fachkräfte in die Arbeitswelt drängen. Sie bringen neue Erwartungen mit in den Job. Arbeit ist nichts von 9 bis 5 Uhr, was man tut um Geld zu verdienen. Der Job soll zusätzlich Spaß machen und Sinn vermitteln. Darauf müssen sich die alternden Babyboomer erst einstellen. Sie haben sich in einem System von Befehl und Gehorsam noch oben gedient und jetzt sollen sie die jungen Digital Natives dauermotivieren? Hilft nichts, ist so. Denn der „war on talents“ hat längst begonnen und da sind junge qualifizierte Arbeitnehmer schneller wieder weg, als der Vorgesetzte „Führung“ sagen kann.

Beim Thema Motivation spielt Humor eine zentrale Rolle. Er sorgt für Leichtigkeit, ein entspanntes Arbeitsumfeld und schafft ein Klima, in dem sich die Facebook-Generation wohlfühlt. Aktuell ist es allerdings noch so, dass die Mehrzahl der Arbeitnehmer die Heiterkeit an der Stechuhr abgeben. Und genau hier braucht es einen Mentalitätswandel, fordern Managementexperten. Vorangehen müssten die Chefs. Die Führungskräfte sollten mit Scherzen über die eigene Person anfangen und so Sinn für Selbstironie und Fehlerkultur zeigen. Das lockert die Atmosphäre und macht den Kollegen Mut, ihren Humor das nächste Mal auf die Arbeit mitzunehmen.

Es gibt Firmen, da wird es schon für Führungsqualität gehalten, wenn man die Arbeitnehmer so schnell über den Tisch zieht, dass sie die dabei entstehende Reibungshitze als Nestwärme empfinden.


Lesen Sie auf Seite3: Gelacht wird über den Chef sowieso.

Christoph Schroeder

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