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Mit Podcasts eine Nische besetzen – Gordon Schönwälder im Interview

Einen Blog schreibt mittlerweile fast jeder, der seine Online-Reichweite erhöhen möchte und an seiner Reputation im Netz arbeiten will. Einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem klassischen Text-Blog bieten Podcasts: Denn Podcasts kann man auch anhören, während man Auto fährt, kocht, spazieren geht. So ergeben sich neue Möglichkeiten für die Zielgruppe und die Marketer. Am Freitag, 24. Juli 2015, von 10:00 bis 11:00 Uhr, gibt Gordon Schönwälder in seinem Vortrag beim Social Media Sommer-Camp 2015 unter dem Titel „Mein erster Podcast – Zur eigenen Audio-Show mit Leichtigkeit“ wertvolle Tipps für eigene Podcasts. Einen ersten Einblick gibt er im Interview mit Oliver Foitzik.

Anmerkung der Redaktion: Die Komplettpakete zum Social Media Camp stehen auch nachträglich als Webinaraufzeichnung zur Verfügung. Bei diesen Kursen bestimmen Sie selbst das Tempo; der Einstieg ist jederzeit möglich. Mehr Informationen finden Sie unter Social Media Camp 2015 oder auch in unserer Übersicht der Online-Kurse.

“Podcasts tragen der zunehmenden Mobilität Rechnung” – Interview mit Gordon Schönwälder

Hallo Herr Schönwälder, Content Marketing ist in aller Munde. Klingt nach etwas neuem und ist doch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Oder liege ich hier falsch?

Content Marketing ist mit Sicherheit nicht neu und man könnte es auch als alten Wein in neuen Schläuchen bezeichnen. Allerdings funktioniert diese Art des Marketings sehr gut. Es ist eine menschliche Art des Marketings. Wir geben eine Menge kostenlose und extrem hochwertige Inhalte und werden mit Vertrauen belohnt. Und wenn potenzielle Klienten oder Kunden mir vertrauen, dann vertrauen sie auch meinen Produkten und Angeboten. Es ist zudem das Gesetz der Reziprozität: Ich gebe dir etwas und dafür gibst du mir etwas.

Podcasts sind schon länger ein Trend. Warum gehört das Podcasting zum heutigen Content Marketing?

Zu allererst: So ziemlich jeder hat einen Blog. Es ist verdammt schwer, mit einem Blog aus der Masse heraus zu stechen. Da müssen die Inhalte schon über sehr lange Zeit sehr gut sein. Das ist schwierig, besonders, wenn die Nische schon mit anderen Marketern besetzt ist. Mit einem Podcast bespiele ich eine weitere, große Plattform. Und da Podcasts vergleichsweise neu sind, liegt hier die Chance, schneller aus dem Schatten der anderen heraus zu treten

Was ist das Besondere an Podcasts? Was macht Podcasts aus?

Versuchen sie mal beim Sport oder beim Autofahren einen Blog zu lesen. Das funktioniert nicht. Der absolute Vorteil beim Podcasting ist, dass ich hochwertige Inhalte konsumieren kann, während ich etwas anderes machen. Ich muss mich nicht mehr entscheiden, ob ich einen Blog lese oder mit meiner Tochter im Kinderwagen spazieren gehe. Mit einem Podcast kann ich beides zur gleichen Zeit machen.

Auch in einer immer mobiler werdenden Welt ist Audio die Kommunikationsform schlechthin.

Abseits dessen kann ich mit meiner Stimme viel mehr Emotionen und Informationen transportieren, als mit dem geschriebenen Wort. Und wenn der Hörer mich und meine Stimme mag, dann entwickelt sich eine sehr starke Beziehung. Ich habe mal mit einem Klienten das Erstgespräch geführt und er sagte: „Gordon, du kennst mich zwar nicht. Aber durch den Podcast habe ich das Gefühl, dass ich dich schon kenne.“
Ich denke, einen besseren Start gibt es nicht.

Podcasts aufnehmen klingt gut, wirkt auf den ersten Blick jedoch aufwändig. Wie sieht das tatsächlich aus?

Es ist wie bei allem im Leben: Die ersten Schritte sind sehr aufwändig und anstrengend. Die ersten Kilometer im Fahrschulwagen waren auch sehr anstrengend. Aber später, wenn die Handgriffe sitzen und man sich einen „Workflow“ erarbeitet hat, geht es sehr leicht. Also ja, es ist aufwändig. Aber von Aufnahme zu Aufnahme wird man schneller.

Was benötige ich für das Produzieren von guten Podcasts?

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Die technischen Voraussetzungen für Podcasts sind einfach und relativ günstig zu haben. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Eigentlich braucht man nur einen Computer, ein Mikrofon und eine Aufnahmesoftware. Letztere ist komplett kostenfrei, wenn man das Programm Audacity benutzt. Das gibt es für PC und Mac und es kann alles.

Ein gutes Mikro, wie das Samson Meteor, bekommt man schon für knapp 70 EUR.

Dann sollte man sich einen Hoster gönnen, bei dem man die Audios lagert. Dann bremst der Download nicht den eigenen Blog aus. Das ist für Besucher immer ärgerlich. Hoster, bei denen man auch den Feed erstellen kann, den man für iTunes braucht, gibt es ab einem Euro pro Monat.

Podcasts werden erst richtig gut, wenn auch der Sound, also die Musik passt. Woher bekomme ich diese ohne Urheberrechte zu verletzen?

Wenn man mit dem Mac unterwegs ist und das Programm Garageband besitzt, dann kann man damit nicht nur wunderbar Audio aufnehmen, sondern hat auch tonnenweise lizenzfreie Musik mit an Bord. Wer einen PC hat, der kann bei Youtube schauen. Dort gibt es unter www.youtube.com/audiolibrary eine Menge Material. Ansonsten kann man auch welche kaufen, z.B. bei www.musicbakery.com oder man lässt sich ein persönliches Intro zaubern, z.B. bei fiverr.com. Dort habe ich meines auch machen lassen. Das kostete mich knapp 10 Dollar.

Nehmen wir mal an, ich habe meine ersten Podcasts produziert. Was mache ich dann? Wie kommen diese an meine Zielgruppe?

Für das Verbreiten brauchen wir in erster Linie natürlich die sozialen Medien, in denen ich neue Episoden veröffentliche. Aber auch auf dem eigenen Blog sollten sie präsentiert werden und der Community der Abonnenten. Sind die Inhalte hochwertig, dann werden sie geteilt. Am Anfang kann das dauern, aber das wird schon.

Viele Podcaster träumen natürlich von einer Apple iTunes Listung. Was muss ich dafür tun?

Man braucht einen Podcast-Feed. Den erstellt man sich am besten bei einem Hoster wie libsyn.com oder podcaster.de. Diesen Feed reicht man einfach nur bei iTunes ein. Es gibt dort unter dem Reiter PODCAST den Punkt „Podcast einreichen“. Dort fügt man die Feed-URL in das Feld und fertig ist die Laube. Alles recht unromantisch.

Einen Tipp habe ich noch für ein gutes Ranking vom Start weg: Starten Sie bei iTunes mit mindestens vier Episoden. Dadurch haben sie mehr Downloads und werden von iTunes auch gepusht.

Social Media Sommer-Camp 2015
Das Social Media Sommer-Camp findet von 20. bis 24. Juli 2015 statt. (Bild: © Social Media Sommer-Camp 2015 / Sabine Piarry)

Was können die Teilnehmer des Social Media Sommer Camps 2015 am Freitag, 24. Juli 2015, von 10:00 bis 11:00 Uhr, von Ihrem Vortrag „Mein erster Podcast – Zur eigenen Audio-Show mit Leichtigkeit“ alles erwarten?

Ich werde mit meinen Teilnehmern den Weg von Anfang bis zum Ende gehen und zeigen, worauf es ankommt, wenn man eine gute Show starten will. Ich zeige die häufigsten Hürden auf und wie man sie direkt im Sturm nimmt. Mittlerweile weiß ich, worauf es ankommt und dieses Wissen gebe ich sehr gerne weiter. Spannend finde ich es bei Webinaren immer, mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Herr Schönwälder, vielen Dank für das interessante Gespräch und ich wünsche Ihnen eine tolle Veranstaltung.

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber AGITANO.

 

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(Bild: © Gordon Schönwälder)

Über Gordon Schönwälder

Gordon Schönwälder ist begeisterter Blogger, Podcaster und Vater einer Tochter. Er startete seine Unternehmung Podcast-Helden als Nebenprojekt zu seiner Coachingtätigkeit. Da dieses Projekt immer bekannter und beliebter geworden ist, ist aus dem Coach ein Trainer für Audiomarketing und Podcasting im Business geworden. Er hilft Bloggern, Trainern, Coaches und anderen Marketern dabei, ihre eigene Stimme zu finden und sichtbar zu werden.

Katja Heumader

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