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Mobile Payment kurz vor dem Durchbruch?

Mobile Payment, das bargeldlose Bezahlen via Smartphone hat sich bislang auf dem Markt nicht durchgesetzt. Zahlen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge nutzen in Deutschland lediglich knapp 180.000 Verbraucher eine Mobile Payment-App. Dementsprechend niedrig fällt der Branchenumsatz aus. Doch wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht. So dürften die Umsätze in den kommenden Jahren rasant steigen.

Markt steht vor Neustrukturierung

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Den Kaffee mit dem Smartphone zahlen? Mobile Payment macht das möglich. (Photo: “Reading News on iPhone5S GOLD” original by Viktor Hanáček / picjumbo.com)

Mobile Payment-Anbieter wie die Mobile Trend GmbH, die sich in den letzten Jahren mit unterschiedlichen mobilen Online-Lösungen einen Namen gemacht hat, backen heute noch vergleichsweise kleine Brötchen. Denn obwahl sich das Unternehmen erfolgreich in einem dynamischen Wachstumsmarkt positionieren konnte, sind die Umsatzzahlen im Mobile Payment-Bereich aktuell nicht berauschend. 7,4 Millionen Euro jährlich sind es laut eingangs zitierte PwC-Studie. Das mag insbesondere an der hohen Zahl der Anbieter liegen. Ähnlich wie viele Köche den Brei verderben, so verwirrt die Vielzahl der Anbieter die Kunden.

Doch das wird sich in den kommenden Jahren ändern! Denn der Mobile Payment-Markt steht vor der Neustrukturierung beziehungsweise Bereinigung. Im B2C, Business-toConsumer-Segment konkurrieren zurzeit zirka 80 unterschiedliche Anbieter. Nach Einschätzung der PwC-Experten werden sich von diesen langfristig lediglich drei bis fünf durchsetzen. So dürften nur die Unternehmen eine Chance haben, die sichere, universelle und leicht zu bedienende Zahlungs- und Verwaltungs-Lösungen anbieten. Zudem muss sie sowohl im Online als auch Offline-Handel eingesetzt werden können.

Mobile Payment: Umsätze in Milliardenhöhe erwartet

Diejenigen, die diesen Anforderungen gerecht werden, die werden belohnt. Und das nicht zu knapp. So gehen die PwC-Analysten für die kommenden Jahren von rasant steigenden Erlösen aus. Studienergebnissen zufolge wird der Markt für 2020 einen Gesamtumsatz von gut einer Milliarde Euro im B2B- und B2C-Segment erwirtschaften. Dabei birgt der Business-toBusiness-Bereich (B2B) gerade für neue Anbieter gute Einstiegschancen. Denn auf diesen wird fast die Hälfte des Marktvolumens entfallen.

Bislang ist zwar in diesem Bereich nahezu kein Umsatz vorhanden, aber auch nur, weil eben für dieses Segment keine ausgereiften Anwendungen existieren. Das Marktpotenzial ist allerdings gewaltig. Nachfrager könnten unter anderem sein:

  • die Ersatzteilbeschaffung im Automobilbereich (Aftermarket),
  • der Baustoffhandel,
  • der Maschinen- und Anlagenbau,
  • die Elektronikbranche.

Fazit: Sicher und einfach muss es sein

Das Bessere ist der Feind des Guten.“ Was einst Voltaire in sein Philosophisches Wörterbuch schrieb, hat heute noch bestand. Schließlich sind die Nutzer mit den etablierten Bezahlsystemen recht zufrieden. Die Herausforderung im Mobile Payment liegt darin, die Kunden zu überzeugen, dass es nicht „nur“ simpler, sondern auch zuverlässiger ist, als das herkömmliche Bezahlen mit Bargeld oder Kreditkarte. Wann genau die kritische Masse erreicht sein wird, bleibt schwer vorher zu sagen. Allerdings könnten wir nach diesem Kalenderjahr bereits ein bisschen schlauer sein. 2015 ist das Jahr, in der viele marktreife Entwicklungen dem Realitätstest unterzogen werden.

Christoph Schroeder

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