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Nicola Fritze: Anders denken – Selbstmotivation durch Wert-Schätzung

Nicola Fritze / Motivation / Stress / Alltag, Egoismus, Aufschieberitis
Bild: Nicola Fritze

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie „Anders denken” von Nicola Fritze. Nach dem letzten Beitrag „Morgen, morgen, nur nicht heute…” folgt heute: „Selbstmotivation durch Wert-Schätzung”

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Der Homo oeconomicus ist tot, erklärten in den letzten Jahren die Ökonomen. Der Mensch handelt nicht ausschließlich nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung. Doch „so freundlich sind wir gar nicht“, wie der Wirtschaftsblog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet.

Schuld an dieser Erkenntnis ist ein Experiment, das zwei junge Ökonomen vor kurzem in Bonn durchgeführt haben. Die Frage war, ob ihre Versuchsteilnehmer für eine kleine Summe Geld bereit wären, eine Maus zu vergiften. Dazu wurden die teilnehmenden Studierenden per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, in der individuell entschieden werden durfte, ob die Maus sterben muss. Und eine andere, in der in einer Markt-Situation über den Preis für die Tötung oder das Überleben der Mäuse verhandelt wurde. Das Ergebnis war verblüffend: Entschieden die Studierenden individuell, lehnten fast 60 Prozent es ab, die Maus für 10 Euro zu töten. In der Gruppensituation hingegen waren fast 80 Prozent der Teilnehmer bereit, die Maus zu vergiften, und zwar zu einem nach mehreren Verhandlungsrunden um fast 50 Prozent gesunkenen Preis von 5,10 Euro.

Die Erkenntnis der Ökonomen: „Der Markt zerstört die Moral“. Der Auftrag für die ökonomische Forschung: Regeln für einen Markt aufstellen, die es ermöglichen, das Beste für sich selbst herauszuholen, ohne lügen zu müssen oder egoistisch und unfreundlich zu sein.

Erfahren Sie auf Seite 2, warum dieser Ansatz auch für die Motivation im Job immens wichtig ist.

Christoph Schroeder

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