ITK-Technologie

BITKOM: SMS trotzt dem App-Boom

„WhatsApp will kill SMS!“ Vorhersagen wie diese, beispielsweise vom Blogger Roger Hislop, haben sich laut einer aktuellen Untersuchung des Branchenverbands BITKOM nicht bewahrheitet: Wurden im  Jahr 1999 „nur“ 3,6 Milliarden SMS gesendet werden es 14 Jahre später voraussichtlich über 60 Milliarden sein.

SMS profitiert von vielen neuen Anwendungen

Trotz Apps: SMS boomt
(Bild: BITKOM)

In den vergangenen Jahren sind viele neue Anwendungen für den in vielen Augen antiquiert scheinenden Kurzmitteilungsdienst hinzugekommen: etwa die Benachrichtigung über Flugverspätungen, den Parkscheinkauf oder die Mobile-TAN fürs Online-Banking. Direkte Folge: Die Zahl der verschickten Kurznachrichten steigt seit Jahren von Rekord zu Rekord. 2012 wurden in Deutschland über 59 Milliarden SMS versendet, ein Plus von fast 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2013 werden nach BITKOM-Berechnungen voraussichtlich 63 Milliarden SMS versendet, eine Steigerung um gut 6 Prozent. Im Schnitt verschickt jeder Deutsche mittlerweile 740 SMS pro Jahr. 1999 waren es erst 44 SMS bzw. insgesamt 3,6 Milliarden (s. Abbildung).

Wirtschaftliche Bedeutung nimmt ab

Allerdings: Die wirtschaftliche Bedeutung der Kurznachrichten nimmt ab, und zwar deutlich. So ist der Anteil des Short Messaging Service (SMS) und des Mobile Multimedia Service (MMS) am Umsatz mit mobilen Datendiensten seit Jahren rückläufig. 2009 lag er noch bei über 50 Prozent, 2012 nur bei rund 35 Prozent. Die Gründe: Viele Kunden nutzen Mobilfunkverträge mit einer SMS-Flatrate. Zudem können Kurznachrichten netzintern mittlerweile meist kostenlos verschickt werden. Fast 70 Prozent aller SMS werden netzintern versendet.

Rohleder: Kein Gegen-, sondern ein Miteinander

„Die neuen Messenger-Dienste für Smartphones kannibalisieren die klassische SMS bislang nicht, sondern sind als neue Nutzungsform hinzugekommen“, fasst BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die aktuellen Untersuchungsergebnisse zusammen. Klassische SMS und ihre Multimedia-Nachfolger würden noch einige Zeit nebeneinander existieren, zeigt sich der Hauptgeschäftsführer überzeugt.

(cs)

Hintergrundinformationen zur Untersuchung:

Datenquelle und Methodik: Die Zahlen zum SMS-Versand werden von der Bundesnetzagentur erhoben. Zur Verbreitung von Handys und Smartphones hat das Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des BITKOM im Mai 2013 1.004 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ. Den Marktzahlen zu mobilen Datendiensten liegen Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.

Weiterführende Informationen auf den Internetseiten von BITKOM.

Christoph Schroeder

Ein Kommentar zu “BITKOM: SMS trotzt dem App-Boom

  1. Da Hersteller immer noch sehr viele nicht-internetfähig Handys verkaufen, wird die SMS auch in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Mit joyn ist wahrscheinlich der nächste große Konkurrent der SMS in Erscheinung getreten. Für diesen Dienst werden jedoch auch joyn-fähige Endgeräte benötigt. Deshalb gehe ich davon aus, dass joyn zunächst ein noch viel größerer Konkurrent für Messenger-Dienste sein wird. Evtl. bekommt die SMS dadurch eine Verschnaufpause 😉

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