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Potenziale der »Digitalen Logistik« richtig ausschöpfen

[Beitragsbild: © Dirk Mahler]

Digitale Technologien können die Effizienz und Qualität logistischer Prozesse deutlich verbessern. Viele Unternehmen verschenken aber bei deren Anwendung noch große Potenziale. Professor Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, fordert, die technischen Möglichkeiten noch konsequenter zu nutzen. Auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin stellt das Forschungsinstitut neue technische Lösungen für eine Digitale Logistik vor.

Freiflächenlager, Rotorblatt
Das digitale Lagermanagementsystem für Großbauteile vereint Bauteilortung und Objektidentifikation.
(Bild: © Dirk Mahler)

Es ist eines der neuen Schlagworte in der Logistikbranche, die »Digitale Logistik«. Dahinter verbergen sich nicht nur IT-Lösungen, sondern verschiedenste intelligente Technologien und Systemanwendungen. Sie sollen dabei helfen, logistische Prozesse in Echtzeit möglichst vollständig zu überwachen, zu digitalisieren und zu verwalten. Sie erhöhen die Transparenz selbst komplexer Logistiksysteme, dienen der Qualitätssicherung in allen Prozessen und verbessern ihre Steuerbarkeit.

Verschenkte Potenziale durch punktuellen Einsatz

Professor Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, sieht zwar in der breiten Nutzung und Weiterentwicklung solcher Lösungen einen wichtigen Schlüssel, um die Effizienz bei Logistikdienstleistern und produzierenden Unternehmen zu verbessern. Er bemängelt jedoch die oft nur punktuelle Umsetzung bei vielen Anwendern. Das Ziel müsse es sein, diese Technologien nicht als Insellösungen, sondern prozess- und unternehmensübergreifend einzusetzen. So ließen sich die damit verbundenen Mehrwerte noch besser abschöpfen.

Logistik intelligenter machen

»Wir müssen die verschiedenen Logistikräume, zum Beispiel in Fabriken, Umschlagknoten oder auf Transportrouten, intelligenter machen und auf der Informationsebene noch stärker miteinander verknüpfen«, so der Logistikexperte. »Das bedeutet zum Beispiel die durchgängige Erfassung und Dokumentation einer kompletten Logistikkette von der Produktion eines Produktes über seine Lagerung bis hin zum Transport zum Endkunden oder sogar der Reparatur. So werden deutlich mehr Kosten und Zeit gespart. Die Technologien dafür haben wir erfolgreich entwickelt.«

Fraunhofer IFF zeigt neue Technologien auf Deutschem Logistik-Kongress

Armband RFID
Das neue, besonders leichte RFID-Armband unterstützt das Prozess-Monitoring und damit die Qualitätssicherung zum Beispiel bei Kommissionierarbeiten. (Bild: © Dirk Mahler)

Aktuelle Beispiele für solche Lösungen stellen die Logistiker des Fraunhofer IFF auf dem Deutschen Logistik-Kongress vom 23. bis 25. Oktober 2013 in Berlin vor. Dazu zählt etwa ein digitales Lagermanagementsystem für große Freilager, das für den Windkraftanlagenhersteller Enercon entwickelt wurde. Das System ist flexibel und kann bis in die Produktion oder zur Baustelle ausgeweitet werden.

Auch die Qualitätssicherung durch ein möglichst durchgängiges, RFID-basiertes Prozess-Monitoring steht weiter im Fokus. Dafür präsentieren die Magdeburger Forscher beispielhaft ein neues, extraleichtes RFID-Armband für die Unterstützung manueller Tätigkeiten. Es hilft, die Fehlerquote etwa bei Kommissionierarbeiten deutlich zu reduzieren. Ein anderes System ist besonders für Spediteure interessant: eine neu entwickelte Lösung zum automatisierten Erfassen des aktuellen Frachtvolumens in Lkw und Warenlagern. Mit ihm werden Logistikdienstleister Transporte künftig besser disponieren und sogar neue, flexible Preismodelle anbieten können. Zur Erleichterung der Sicherheitskontrollen könnte es auch im Luftfrachtverkehr Einzug halten.

(Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF)


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Über das Fraunhofer IFF:

Das Fraunhofer IFF ist Forschungsdienstleister und Technologiepartner für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Es entwickelt unter anderem maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die Logistikbranche. Das Institut gehört zu den führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Entwicklung von Telematik- und RFID-basierten Anwendungen für Logistik und Materialflussprozesse sowie im Bereich der Digitalen Logistik.

[Beitragsbild: © Dirk Mahler]

Christoph Schroeder

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