Management

Querdenker: Vom Querulanten zum Innovator

 

querdenker, freak, nerd, querdenken, innovation
Querdenker denken anders als die anderen – das macht sie so kreativ. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Querdenker waren lange Zeit als Querulanten abgestempelt. Immer hatten sie etwas zu meckern und ihren komischen Ideen konnte kein Mensch folgen. Und kaufen will die Querdenker-Ideen auch keiner. Das ist – spätestens seit Steve Jobs’ iPhone und dem Aufschwung der Sharing Economy mit Unternehmen wie Uber oder Airbnb – längst Schnee von gestern. Was macht Querdenker aus? Und wie verkauft man neue Ideen, damit sie erfolgreich werden? (Lesen Sie dazu auch den Beitrag auf dem Blog von Stephan Grabmeier Querdenken ist schwer, wenn alle nur geradeaus wollen)

 

Kreativitätstechnik Querdenken: Das kann man lernen!

Als Erfinder des Querdenkens gilt Edward de Bono. Als einer der ersten hat er das Denken als Fähigkeit, die man schulen und die man ändern kann, begriffen. Die meisten Menschen denken nicht quer, sie denken geradeaus. Anders gesagt: linear. Wohingegen Querdenker statt geradeaus eben seitwärts denken. Oder um die Ecke. Vor allem wenn es darum geht, kreativ zu sein, Neues zu entdecken und alte Denkmuster zu verlassen, ist das Querdenken eine Methode, die zu innovativen Ergebnissen führt und dabei hilft, über den Tellerrand hinauszuschauen. Querdenken ist bewusst nicht logisch. Stattdessen

  • spielen Intuition und Assoziationen eine wichtige Rolle. Prozesse und Ergebnisse werden selektiv wahrgenommen und subjektiv bewertet.
  • nimmt man auch nicht durchführbare Lösungen wahr, statt sie gleich zu verwerfen. Denn auch sie können nach der Methode von de Bono zur „finalen“ Problemlösung beitragen. Vielleicht sind sie ja ein wichtiger Zwischenschritt.
  • kann man kontraintuitiv vorgehen. Statt nach der besten, sucht man nach der schlechtesten Lösung.
  • ist alles veränderbar – auch die Rahmenbedingungen und die Ausgangssituation. Nichts wird als gegeben angenommen.

Eine sehr bekannte Methode, die de Bono entwickelt hat, sind die „Sechs Denkhüte“, die dabei helfen, ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ziel ist es, mehr Ideen und mehr Lösungen für ein Problem zu finden.

The Six Thinking Hats

(Quelle: Damian Gordon / YouTube)

Querdenker sind die Voraussetzung dafür, dass wir nicht nur inkrementelle Veränderungen bei Produkten erzielen, sondern es tatsächlich disruptive Innovationen – wie den Computer oder das selbstfahrende Auto von Google – gibt.

Menschen sind Gewohnheitstiere

Ruf und Ansehen der Querdenker haben sich zwar stark verbessert. Der Grund liegt wohl in der generell zunehmenden Geschwindigkeit von Marktentwicklungen und den insgesamt positiven persönlichen Erfahrungen, die Menschen mit neuen digitalen Produkten gemacht haben.

Allerdings können die meisten Menschen den Querdenkern und ihren scheinbar abstrusen Ideen trotzdem nicht folgen und sind daher misstrauisch: Sie kaufen sie erstmal nicht. Denn das Denken der breiten Masse ist nunmal logisch und linear und nicht assoziativ, kreativ und kontraintuitiv.

Dietmar Dahmen beschäftigt sich auf seinem Blog mit dem Problem der Absatzfähigkeit disruptiver Innovationen („Das große Ideensterben“). Sein Fazit: Wer wirkliche Innovationen vermarkten will, der muss so tun, als seien es gar keine so großen Innovationen. Was hat ein iPhone schon mit einem Handy zu tun? Nicht viel, es ist eben ein kleiner Computer, mit dem man auch telefonieren kann. Aber dass Smartphones unsere Art, zu kommunizieren radikal verändern würden, damit hatten die wenigsten von uns gerechnet, als sie sich eines zulegten – hätten wir sonst eines gekauft?

Querdenker fühlen sich wohl in vernetzten Strukturen

Was können Unternehmen tun, um Querdenker in ihrer Kreativität zu fördern? Dafür ist eine Unternehmenskultur notwendig, die nicht auf Hierarchie, sondern auf Transparenz, Gleichberechtigung und Vernetzung setzt. Statt lineare Befehlseinbahnstraßen brauchen Querdenker vernetzte Strukturen, digitalisierte Arbeitsplätze und Flexibilität, in denen sich neue Ideen entfalten und verbreiten können. Neuer Input und neue Perspektiven sind die Voraussetzung für Erfolg. Deshalb sind vernetzte und digitalisierte Strukturen der Nährboden für die (Weiter-)Entwicklung von Ideen und der Nährboden für Kreativität.

Katja Heumader

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.