Gesundheit

Stress: Die beiden größten Irrtümer

Jeder hat Stress. Immer und die ganze Zeit. Stress ist dabei ein negativ besetztes Wort, das vornehmlich mit Leistungsdruck in Verbindung gebracht wird. Dabei wissen die meisten gar nicht, dass auch positive Gefühle für’s Nervensystem purer Stress sein können. Denn wenn man für eine Sache brennt, dann braucht das Energie – egal, ob die Sache Spaß macht oder nicht. Und wer brennt, der kann auch ausbrennen…

Sonja Volk rät deshalb in ihrer heutigen Kolumne „Erfolg beginnt im Kopf“ zu mehr Ehrlichkeit und Achtsamkeit.

 

Stress wohin man blickt

Stress ist eines der Wörter, die fast jeder täglich benutzt. Stress auf der Arbeit, in der Partnerschaft, mit den Kollegen, mit der Familie oder in welchem Zusammenhang auch immer. Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort nichts Gutes. Aber für was genau steht es eigentlich? Und haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass sogar schöne Dinge für unser Nervensystem Stress bedeuten können?

Stress kann auch etwas Gutes sein

Möglicherweise kennen sie die beiden Begriffe auch: Eustress und Dystress. Aber was bedeutet das nun im (Berufs)alltag?
Schauen wir uns heute die beiden größten Irrtümer in Sachen Stress an.

Irrtum Nr.1. „Ich habe keinen Stress“

„ICH, ich habe keinen Stress, kenne ich gar nicht“ ist eine beliebte Aussage vieler Menschen, besonders im Leistungskontext. Aber wieso werden solche Aussagen getroffen? Ganz einfach: Weil die Betroffenen ihre Situation subjektiv nicht als stressig empfinden, da sie Aufgaben erledigen, für die sie voll brennen. Aber genau dort liegt das Problem. Wenn wir über einen zu langen Zeitraum mit einem zu hohen Erregungsniveau im Nervensystem unterwegs sind, führt das irgendwann dazu, dass unser Körper uns die entsprechende Antwort sendet: Müdigkeit, Schlafprobleme oder Antriebslosigkeit als Beispiel.

Es geht also darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Dafür braucht es allerdings Bewusstheit.

Irrtum Nr.2: „Wenn etwas Spaß macht, kann es keinen Stress machen“

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Was Stress auf der neurologischen Ebene bedeutet, wissen die meisten nicht genau. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Genau das stimmt leider nicht. Das ist genauso wie bei einem Auto: Das braucht auch Benzin, also Energie und Antrieb, egal in welche Richtung es fährt.

Also in Richtung Norden genauso wie in Richtung Süden (Eustress – Dystress). Vielen ist das aber nicht bewusst. Also, dass JEDES, sowohl die als ungut wahrgenommenen Gefühle als auch zu starke positive Emotionen aus Gehirnsicht puren Stress bedeuten. Im EEG ist das ganz deutlich sichtbar. Nicht umsonst heißt es ja z „Kaufrausch“ oder „Börsenfieber“ – Begriffe, die positiv assoziiert sind. Es geht um eine Überhitzung des Nervensystems, die eben auch für Stress sorgt.

Menschen, die einen echten Burnout erlebt haben, sind also keineswegs faul oder träge, sondern ganz im Gegenteil: Sie haben für ihre Sache gebrannt, standen immer unter „Dauerstrom“ – bevor sie im wahrsten Sinne des Wortes ausbrannten.

Wie können Sie sich vor zu viel Stress schützen?

1. Selbstehrlichkeit: Seien Sie ehrlich zu sich selbst und reflektieren sie, wie Sie sich FÜHLEN, welche Signale Ihnen Ihr Körper sendet. Geht es darum, was die anderen denken sollen à la „Mann, der ist aber fleißig“ oder vielmehr darum, wie es WIRKLICH in Ihnen aussieht? Nervt sie die E-Mail-Flut, das dauernde Telefonklingeln, das Reporten an den Chef? Dann gestehen Sie sich das ehrlich ein. Denn es ist MENSCHLICH und völlig normal, dass wir emotional reagieren. Nur mit dieser Ehrlichkeit zu sich selbst haben sie die Chance etwas zu verändern!
2. Bewusstheit schaffen: Machen sie einen so genanten Body-Scan und fühlen sie in sich hinein, wo genau im Körper Sie eine Reaktion auf Ihren derzeitigen Lebensstil wahrnehmen. Haben sie ihn lokalisiert, wenden sie die Butterfly-Methode an, um den Stress abzubauen.

Schnell selbst anzuwendende Selbstcoachingtools zum Thema mentales Stressmanagement bekommen sie auch in meinem Buch „Rundum gesund – mentales Stressmanagement für jeden Tag“.

Eine ausbalancierte Woche wünscht Ihnen

Ihre Mentalcoach und Trainerin für berufsbezogenes Stressmanagement
Sonja Volk

 

Über Sonja Volk

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Bild: © Sonja Volk

Sonja Volk ist Expertin für Emotionspsychologie und auf die Auflösung von mentalen, emotionalenund körperlichen Blockaden spezialisiert. Sie ist zertifizierte wingwave®-Coach & -Lehrtrainerin,  Mentalcoach, NLP-Lehrtrainerin, Gesundheitspädagogin für Stressmanagement i.A., zertifizierte Work-Health-Balance Coach, Businesscoach, Leistungssportlerin, Rednerin (GSA) und zudem Inhaberin ihres eigenen Trainings- und Coachingunternehmens „ErVOLKreich“ in Düsseldorf. Sie begleitet, motiviert, und inspiriert Unternehmen und Privatpersonen auf ihrem individuellen Weg zum Erfolg.

Mehr über Sonja Volk erfahren Sie in unserem AGITANO-Expertenprofil.

 

Katja Heumader

Ein Kommentar zu “Stress: Die beiden größten Irrtümer

  1. NLP und hochstudiert, Kommunikaltiv das ist doch heutzutage Jeder. Andernfalls ist man ja ein Mensch 2. Klasse.
    Naja, die Leute stressen sich selbst und lassen sich stressen. Es ist viel mehr als das und allgemein, auf sich schauen funktioniert im Alltag sicher nicht, weil man dann entsprechend handeln müsste, und das kann man längst nicht oft, in den Fall wäre der Ansatz relativ sinnlos. Ich tu sogar das Gegenteil, um nicht so viel Energie für einen ungewollte Sache zu verbraten, weil mir dann nur bewusst wird, wie sehr mich diese Sache anwiedert, und ich diesen Wiederstand ebenfalls mit selbstzwang überwinden muss. Bei entsprechenden Handeln, nur Dinge tun, die als gut empfunden werden. So kann kein Mensch auf Dauer leben. Da es Pflichten gibt, die nicht als solche war genommern wären würden, würde man sie freiwillig tun. Oder Dinge tun muss, um nicht mit einen schlimmeren Kollertoralschaden Leben zu müssen (negativ Motiv) Dazu denkt und empfindet jeder Mensch sicher anders. Deswegen bin ich überzeugt davon, daß es keinen Allgemein gültigen “richtigen Weg” gibt. Um auf dieser Grundlage arbeiten zu können, bräuchte ein Jemand sicher erstmal nichts was diesen weiter belastet. Sowas sah ich das letze mal bei Kindern, weshalb von machen Erwachsenen gesagt wird, die Kinheit die schönste Zeit des Lebens. Was ich so niemals von mir geben würde.
    Auch da, hat sicher ein Jeder, eine eigene Wahrheit.

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