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Video: Warum es neue Wörter braucht?!

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“. Für Erin McKean ist das Blödsinn. Wenn es nach ihr geht, kann es auf der Welt gar nicht genügend neue Wörter geben! Warum dem so ist, erklärt die charmante »Lexikografin« im folgenden Video auf sehr amüsante Art und Weise.

Erin McKean: Go ahead, make up new words!

(Quelle: YouTube)

Wörter, die keiner kennt – aber jeder versteht!

Kaum einer weiß, was ein „Wug“ ist, aber jeder weiß, dass die Mehrzahl von „Wug“ „Wugs“ lautet. Erfunden hat diesen berühmt-berüchtigten „Wug-Test“ Jean Berko Gleason, emeritierte Professorin in der Abteilung für Psychologie und Neurowissenschaften an der Universität Boston. Der Test demonstriert, wie unbewusst Kinder die Regeln einer Sprache lernen – vorausgesetzt man redet mit ihnen!

Von der alten Sprache zum neuen Wort

Der Test zeigt auch: Je besser man seine Sprache beherrscht, desto kreativer ist man, wenn es um das Erfinden neuer Wörter geht. Und wie viel das Erfinden neuer Wörter mit Kreativität zu tun hat, zeigt sich unter anderem in der Marketingbranche. So ist „Palmolive“ nichts anderes, als das Ergebnis der Kombination zweier Wörter. Nämlich, „Palmöl“ und Olivenöl.*

Sechs Methoden, um neue Wörter zu (er-)finden

Damit haben wir bereits eine von insgesamt sechs Methoden vorgestellt, um neue Wörter zu (er-)finden:

1. Das Zusammensetzen zweier Begriffe. Zum Beispiel „Herzensbrecher“, „Ohrwurm“, „Stubenhocker“ und so weiter, und so fort … .

2. Aus anderen Sprachen ausleihen. Zum Beispiel „Coffee To-Go“, „Brunch“, „Meeting“ … .

3. Zwei Begriffe noch stärker miteinander verbinden. Zum Beispiel „Infotainment“, ein Kombination bestehend aus den zwei englischen Begriffen „Information“ und Entertainment“. „Brunch“ für „Breakfast“ und „Lunch“

4. Wörtern eine neue Bedeutung zuordnen. Jugendlich sind hier, wie das Wörterbuch der Jugendsprache eindrucksvoll demonstriert, dies bezüglich besonders kreativ. So ist „schimmeln“ ein Ausdruck für Langeweile haben und die „Prinzenrolle“ ein Euphemismus für Klopapier.

5. Begriffe abkürzen. Daraus entstehen nicht wirklich neue Wörter, aber man spart sich Zeit, diese zu schreiben. Die „Fanta 4“ sind nicht nur wegen der Abkürzung ihres Bandnamens („Die fantastischen Vier“), sondern wegen ihrer musikalischen Hommage an Abkürzungen („MfG, Mit freundlichen Grüßen“) das beste Beispiel hierfür.

Neue Wörter, Marketing, Kreativität, Sprache
»Lexikografin« Erin McKean erklärt im oben eingefügten Video, warum wir stets neue Wörter brauchen. (Quelle: YouTube-Snapshot)

6. Nur die ersten Buchstaben nutzen. Damit werden  Unternehmensnamen oder Behördenbezeichnungen auf das Wesentliche reduziert und damit für die Menschen einprägsamer gestaltet. BASF für „Badische Anilin- und Soda-Fabrik“ oder ADAC für Allgemeiner Deutscher Automobilclub.

* Mehr über die Bedeutung von Wörtern im Marketing erfahren Sie von der der Autorin und Spezialistin für Markennamen Susanne Latour: Vom Erfinder zur Story – über die Herkunft bekannter Markennamen

Christoph Schroeder

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