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Wasser- und Feuchtigkeitsschäden: „Auf die Vorbeugung kommt es an“ – Interview mit Felix Plogmaker von Aktiv Trocknung

Wasserschaden in Rohbau auf Boden

Feuchtigkeits- und Wasserschäden gehören für viele Menschen zu den Worst-Case-Szenarien des Alltags. Wenn Rohrbrüche das gesamte Mobiliar zerstören oder mangelhafte Gebäudeabdichtungen Schimmelpilze wuchern lassen, ist der Schock oft groß. Felix Plogmaker, Geschäftsführer des Gebäudetrocknungsunternehmens Aktiv Trocknung, erklärt uns, wie man in diesen Fällen vorgeht und wie man es gar nicht erst dazu kommen lässt.

Die langfristigen Folgen von Feuchtigkeitsschäden können gravierend sein – Interview mit Felix Plogmaker von Aktiv Trocknung

Guten Tag, Herr Plogmaker! Ehe wir näher auf Wasser- und Feuchtigkeitsschäden eingehen, stellen Sie unseren Leser:innen Ihr Unternehmen doch zunächst kurz vor.

Felix Plogmaker: Gern! Aktiv Trocknung gibt es nun schon seit über 25 Jahren. Während wir in der ersten Zeit nach unserer Gründung 1993 noch klassischer Anbieter von Bautrocknungen im Neubau waren, haben wir uns mit der Zeit zu einem der führenden Anbieter von Wasserschadensanierungen in Berlin und Brandenburg entwickelt. Dabei nutzen wir aus jahrelang gewachsener Erfahrung gewonnenes Spezialisten-Know-how und modernste Trocknungstechnik.

Um dabei immer auf dem neuesten technischen Stand zu sein und sämtliche Produktneuerungen im Blick zu haben, arbeiten wir eng mit den Herstellern von Trocknungsanlagen zusammen. Auf diese Weise verbessern wir unsere Vor-Ort-Erfahrung immer weiter und können die optimale Gebäudetrocknung in und um Berlin anbieten. So stellen wir sicher, dass all unsere Kund:innen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen stets voll mit unserer Arbeit zufrieden sind.

Welche Aspekte spielen bei Aus- und Weiterbildungen im Bereich Trocknungstechnik eine wichtige Rolle?

Felix Plogmaker: Bei der Gebäudetrocknung handelt es sich um ein sehr facettenreiches Arbeitsgebiet. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Beschäftigte in diesem Bereich und entsprechend vielschichtig sind die Aus- und Weiterbildungsinhalte, die wir unseren Mitarbeitenden als zertifiziertes Mitglied im Bundesverband der Schimmelpilzsanierer (BSS) anbieten und vermitteln.

Zu den zentralen Wissensgebieten gehören die immer stärker in den Fokus gerückten Grundlagen der Mikrobiologie und der mikrobiologischen Untersuchungsverfahren, Bauphysik und Messmethoden, Sanierungstechniken sowie rechtliche Aspekte und der Arbeitsschutz. Indem wir unseren Kund:innen unser Know-how in all diesen Bereichen anbieten, heben wir uns deutlich von anderen Anbietern ab.

Auf welche Leistungen sind Sie und Ihr Team spezialisiert?

Felix Plogmaker: Wir haben unser Leistungsportfolio mit den Jahren immer weiter ausgebaut. So bieten wir seit Langem nicht mehr nur die technische Trocknung, sondern vielmehr das gesamte Dienstleistungsangebot rund um den Wasserschaden an. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, bereits vor dem Eintreten von Wasser- beziehungsweise hygrothermischen Schäden zu helfen. Das heißt, neben der klassischen Wasserschadenbeseitigung, der anschließenden Sanierung und der Vermietung von Bautrocknungsgeräten und mobilen Heizungen führen wir auch Leckageortungen, spezielle Flachdachtrocknungen und Luftdichtheitsprüfungen im BlowerDoor-Verfahren, unterstützt durch Wärmebilddokumentation, durch.

Mit spezieller Messtechnik unterstützen wir außerdem Bauherren bei der sach- und fachgerechten Abnahme des Bauwerkvertrages. Weiterhin hat das Thema Schimmelpilzsanierung an Bedeutung gewonnen, das streng nach den Richtlinien des Umweltbundesamtes bearbeitet werden muss.

Wenden wir uns etwas näher einem Thema zu, das vor allem Hausbesitzer:innen interessiert. Wie entstehen Feuchtigkeitsschäden eigentlich?

Felix Plogmaker: Hier muss man grundsätzlich drei Typen unterscheiden. Es gibt klassische Wasserschäden, die durch ein plötzliches Eindringen großer Wassermengen auftreten, und Feuchtigkeitsschäden, die durch einen geringfügigen, aber langfristigen Eintrag von Wasser in Gebäuden entstehen, sogenannte Allmählichkeitsschäden. Von hygrothermischen Schäden ist die Rede, wenn sich beispielsweise durch Wärmebrücken in der Außenwand Oberflächenkondensat in Innenräumen bildet, das einen perfekten Nährboden für Schimmelpilz bietet.

Typische Ursachen für Wasserschäden sind anhaltende Unwetter, geplatzte Heizungsrohre und undichte Waschmaschinen. Langfristige Feuchtigkeitsschäden entstehen vor allem durch eine fehlerhafte Abdichtung von Gebäuden. Auch Planungs- und Baumängel sind nicht selten verantwortlich dafür. Bei hygrothermischen Schäden besteht die Ursache immer in einer unzureichenden Gebäudeisolation oder einer ungenügenden Luftwechselrate innerhalb der Räume.

Welche langfristigen Folgen können Feuchtigkeitsschäden haben?

Felix Plogmaker: Die Folgen eines langfristigen Feuchtigkeitseintrags lassen oft nicht lange auf sich warten. Typische Symptome sind Hausschwammbildung, Salzausblühungen und Wandabsprengungen durch Risse und Frost. Häufig kommt eine Ansiedlung gesundheitsschädlicher Mikroorganismen hinzu. Dabei sind in erster Linie Schimmelpilze zu nennen, die die Bausubstanz oft großflächig befallen und durch das Stoffwechselprodukt der organischen Reaktion „MVOC“ (microbial volatile organic compounds) unter anderem zu Atemwegserkrankungen führen können.

Doch es sind nicht nur die gesundheitlichen Folgen und die Gefährdung der Bausubstanz, die Feuchtigkeit im Haus so problematisch machen. Sind die Wände dauerfeucht, ist oft viel Energie notwendig, um die Wärmeverluste auszugleichen. Das macht sich dann zum Ende des Abrechnungszeitraums in Gestalt hoher Nebenkosten bemerkbar.

Bei einem Wasserschaden kommt es auf schnelles Handeln an

Was sollte man tun, wenn man einen akuten Wasserschaden in der Wohnung feststellt, zum Beispiel bei einem geplatzten Heizungsrohr?

Felix Plogmaker: Bei einem Wasserschaden sind zunächst immer erst einmal alle Maßnahmen zu treffen, um die Schadensauswirkungen so gering wie möglich zu halten.

In erster Linie sollte man immer zuerst die Wasserzufuhr stoppen. Bei einem Rohrbruch heißt das, dass die Absperrhähne, falls nötig auch der Hauptwasserhahn, geschlossen werden müssen (im Uhrzeigersinn). Eigentlich liegt es auf der Hand, aber ohne Ursachenbehebung eines plötzlichen Wasserschadens kann keine technische Trocknung erfolgen. Im Speziellen sind Mieter:innen verpflichtet, umgehend die Hausverwaltung zu kontaktieren, um die Kostenübernahmesituation von Notdiensteinsätzen abzustimmen.

Damit es vornehmlich in älteren Gebäuden zu keinem Kurzschluss kommt, sind als Nächstes alle elektrischen Geräte im Schadensbereich vom Strom zu trennen. Auf Nummer sicher geht man, wenn die Sicherungen für den betroffenen Bereich manuell ausgelöst werden.

Danach sollten Wertgegenstände und wertvolles Mobiliar aus dem Schadensbereich entfernt werden, um weitere Beschädigung zu verhindern. Im Anschluss sollte man umgehend eine:n Spezialist:in für die Entfernung von Wasserschäden informieren und die Anweisungen zu weiteren Sofortmaßnahmen befolgen.

Bei allen Maßnahmen muss jedoch immer wieder betont werden: Leib und Leben haben Vorrang vor materiellen Schäden. Betreten Sie also niemals einen Keller, wenn beispielsweise Hochwasser vor der Tür steht!

Wie läuft die Behebung eines Wasserschadens ab und welche besonderen Herausforderungen bestehen dabei?

Felix Plogmaker: Zunächst einmal ist es in Form einer Notdienstmaßnahme wichtig, das Wasser aus dem Raum zu entfernen. Hierbei kommen spezielle Wassersauger, Kondensationstrockner und Dunkelfeldstrahler zum Einsatz. So entfernt man die Feuchtigkeit zunächst oberflächlich aus dem Baukörper und der Luft.

Meistens schließt sich die Hohlraumtrocknung an, wobei man mit Adsorptionstrocknern und Verdichtern sehr trockene Luft durch die Wände fließen lässt, die sich mit der Materialfeuchte verbindet und diese kontrolliert durch einen Hepa-13-Filter abführt.

Die beste Lösung ist natürlich, dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu Wasserschäden kommt. Wie kann man sie wirkungsvoll verhindern?

Felix Plogmaker: Wichtig ist es zunächst einmal, Leckagen frühzeitig zu erkennen, um schnell auf Beschädigungen und Wasseraustritte reagieren zu können. Hierbei kann zum Beispiel smarte Haustechnik wie intelligente Wassermelder verwendet werden, die an Rohre und Wasseranschlüsse angebracht und auf dem Boden ausgelegt werden. Sie registrieren selbst kleinste Wassermengen und lösen im Notfall Alarm aus – auf Wunsch auch auf dem Smartphone.

Moderne Gebäude verfügen heute auch im privaten Bereich zumeist über zentrale Steuerungen, bei denen Sensoren beispielsweise via KNX Bus an exponierter Stelle eingebunden werden können. Diese starten im Bedarfsfall Wasserpumpen oder steuern Wohnraumbelüftungen und stellen so eine bedarfsabhängige Luftwechselrate sicher. Auch in diesem Bereich berät Aktiv Trocknung und reduziert die Eintrittswahrscheinlichkeit von Wasser- und Schimmelpilzschäden mit smarter Technologie.

Weitere Maßnahmen, die man unbedingt regelmäßig durchführen sollte, sind die Reinigung von Abflüssen, die Kontrolle von Fenstern sowie die Beaufsichtigung von Spül- und Waschmaschinen. Dringend zu empfehlen sind Rückstauklappen in der Abwasserentsorgung. So vermeidet man langwierige Abwasserschäden mit bakteriellem Befall.

Herr Plogmaker, wir danken Ihnen für das informative Gespräch, die interessanten Einblicke und die hilfreichen Tipps.

Das Interview mit Felix Plogmaker von Aktiv Trocknung führte die AGITANO-Redaktion.

Über Aktiv Trocknung

Die 1993 gegründete Aktiv Trocknungsservice GmbH ist Experte für Gebäudetrocknung und bietet ein breites Leistungsportfolio von Wasserschadensanierungen über Gebäudeaustrocknungen bis zur Vermietung mobiler Bauheizungen an. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf Leckageortungen und Schimmelpilzsanierungen. Das Team um Geschäftsführer Felix Plogmaker ist an vier Standorten in Berlin, Altentreptow, Dresden und Leipzig für seine Kund:innen da.

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