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Weltkatastrophenbericht 2014: Kultur im Fokus

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Sandsäcke zum Schutz vor der Flut. (Bild: M. Großmann / pixelio.de)

Am heutigen 16. Oktober veröffentlicht die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften den Weltkatastrophenbericht 2014. Aus diesem geht hervor, dass im vergangenen Jahr so wenig Opfer durch Naturkatastrophen zu beklagen waren, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dem Weltkatastrophenbericht 2014 zufolge starben 22.452 Menschen infolge von Naturkatastrophen. Der diesjährige Weltkatastrophenbericht stellt die kulturelle Prägung in den Vordergrund: So ist es vor allem bei der Prävention wichtig, lokale religiöse und kulturelle Besonderheiten zu beachten, damit sie wirksam ist.

Weltkatastrophenbericht 2014: Kulturelle Unterschiede im Umgang mit Risiken

Laut Weltkatastrophenbericht 2014 wird der Umgang mit Risiken durch kulturelle Faktoren beeinflusst. Viele Hilfsorganisationen sind allerdings von einer westlichen Dominanz und damit Denkweise geprägt. Bürgern afrikanischer oder asiatischer Staaten, die stark durch den Glauben an Gottheiten und Mythen geprägt sind oder Anhänger von Naturreligionen sind, begegnen sie häufig nicht mit der notwendigen Sensibilität. So sahen zum Beispiel die Menschen im ostindischen Bundesstaat Bihar die Flut am Fluss Kosi (2008) als Wutausbruch einer Göttin an – was unmittelbare Folgen für die Risikowahrnehmung hat.

Der Weltkatastrophenbericht 2014 zeigt auf, dass gerade solche religiösen Auffassungen dazu führen, dass die Menschen ihr Schicksal als vorherbestimmt ansehen. Göttliche Fügung kann nicht beeinflusst werden, so die Auffassung – Maßnahmen zur Vorbeugung werden daher gar nicht in Betracht gezogen. Damit die Katatstrophenprävention, die vor allem westliche Organisationen durchführen, Wirkung zeigt, müssen auf diese kulturellen Prägungen berücksichtigt werden.

Ebola: Herausforderung für die Zukunft

Die Notwendigkeit, die lokale Kultur zu berücksichtigen, zeigt sich auch beim Ebola-Ausbruch in Westafrika. Die Menschen dort glauben mitunter, dass es die Weißen sind, die Tod und Verderben über ihre Familien bringen. Schließlich sind sie gemeinsam mit der Seuche aufgetaucht und wollen sie nun davon abhalten, ihre Toten nach afrikanischer Sitte zu bestatten. So verbieten verbieten sie ihnen beispielsweise, die Toten zu berühren, um eine Übertragung des Virus’ zu verhindern. Hier ist laut Weltkatastrophenbericht 2014 viel Fingerspitzengefühl gefragt. Helfer vor Ort müssen auf die kulturellen Riten und Überzeugungen der Menschen eingehen, damit tatsächliche Verhaltensänderungen bewirkt werden können.

Katja Heumader

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