Einsichten & Ansichten

André Gerhard: Fesseln Sie Ihre Zuhörer – mit Kopfkino. So informieren Sie wirkungsvoll und gehirngerecht

André Gerhard lässig auf der Brücke
(Bild: André Gerhard)

… die inspirierende zweiwöchentliche Themenserie „Fesseln Sie Ihre Zuhörer – mit Kopfkino – So gestalten Sie Ihre Präsentationen gehirngerecht und überzeugen wirkungsvoll“ vom renommierten Vortragsredner, Trainer und MNEMORIK-Experten André Gerhard. Nach „Wirkungsvoller Einstieg – zielführender Schluss“ folgt heute „So informieren Sie wirkungsvoll und gehirngerecht“.

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„Die erste Ableitung einer mathematischen Funktion erhalten Sie, indem Sie den Differentialquotienten, das heißt den Grenzwert des Differenzenquotienten für ein infinitesimal kleines Intervall bilden.“

Können Sie folgen? Haben Sie überhaupt Lust, diesem Satz zu folgen? Kennen Sie solche oder ähnliche Begriffserklärungen? Was löst diese Aussage in Ihnen aus?

Wenn Sie nicht gerade Mathematiker sind, vermutlich nichts! Dieser Satz hat nur einen einzigen großen Vorteil: „Er ist mathematisch vollkommen korrekt.“ Allerdings hat er einen noch viel größeren Nachteil: Diesen Satz versteht kein Mensch!

Wenn der Geist abschweift…

Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von Fachbegriffen, denen (fast) niemand folgen kann und will. Falls Ihnen jemand auf diese Weise mathematische Zusammenhänge zu erklären versucht, hören Sie aus Höflichkeit vielleicht eine Minute lang zu. Dann wird es Ihrem Geist inmitten dieser abstrakten Fachbegriffe zu anstrengend und Sie schalten ab. Die weiteren Erklärungen rauschen an Ihnen vorbei, sie bewirken nichts, schon gar kein Verstehen. Das Thema langweilt Sie nur noch. Was läuft hier schief und wie können Sie es besser machen?

So erläutern Sie fachlich Kompliziertes

Ihre nächste informierende Präsentation wird garantiert ein Erfolg, wenn Sie – neben den bereits erwähnten Empfehlungen – drei einfache Punkte beachten:

1. Verwenden Sie eine einfache und klare Sprache

Alles was erklärt werden kann, kann auch einfach und klar erklärt werden. Verlieren Sie diese Tatsache bitte niemals aus den Augen.

Sie sind der Experte auf Ihrem Fachgebiet, Sie kennen sich in Ihrer Thematik aus. Selbst komplizierte Sachverhalte sind für Sie selbstverständlich. Und nun versetzen Sie sich bitte in die Situation Ihrer Zuhörer. Ihre Zuhörer verstehen normalerweise von Ihrem Fachgebiet gar nichts. Für sie ist alles neu und unbekannt. Ihre Zuhörer können Sie nur dann verstehen, wenn Sie eine einfache und klare Sprache verwenden.

Dazu gehört insbesondere die nächste Empfehlung:

2. Vermeiden Sie Fachbegriffe oder Fremdworte

Abfahrt, Ski, Sport und Freizeit
Was hat Skifahren mit der Erklärung komplexer matehmatischer Zusammenhänge zu tun? Die Antwort finden Sie auf Seite 2. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Viele, auch komplizierte Fachbegriffe, sind für Sie als Experte selbstverständlich. Sie benutzen diese täglich, die Fremdworte sind Teil Ihres aktiven Wortschatzes. Ihre Zuhörer kennen diese normalerweise nicht.

Selbst wenn die Fachbegriffe Ihren Zuhörern bekannt sind, lösen diese kein spontanes Bild in ihnen aus. Sie wissen aus den ersten Beiträgen, wie wichtig Bilder für unser Gehirn sind! Ihre Zuhörer versuchen nun, sich unter den Fachbegriffen etwas vorzustellen, diese in ein Bild zu übersetzen. Das kostet Energie und ist anstrengend. Mit etwas Glück halten Ihre Zuhörer das vielleicht zwei, drei Minuten durch. Dann wird ihnen die ständige Übersetzung der ihnen fremden Begriffe in Bilder zu anstrengend und ihre Aufmerksamkeit schweift ab. Man hört Ihnen nicht mehr zu.

Dabei gibt es eine Ausnahme: Wenn ein Fachbegriff für Ihre weiteren Erläuterungen hilfreich ist, dürfen Sie ihn verwenden, nachdem Sie ihn mit einfachen Worten bildhaft und anschaulich erklärt haben.

Um gezielt Bilder in den Köpfen Ihrer Zuhörer zu erzeugen, bedienen Sie sich der dritten Empfehlung:


Fortsetzung auf Seite 2.

Christoph Schroeder

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