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Die Frau bietet dem Mann das Du-Wort an – immer!

Am Montag, den 1. Juli 2014, erläuterte uns die Impulsgeberin für authentische und kompetente Kleidung, Elisabeth Motsch, warum Stil für das Erklimmen der Karriereleiter unverzichtbar ist. Heute, im zweiten und vorletzten Teil unserer Interviewreihe geht es unter anderem um die korrekte Vorgehensweise bei der Überreichung von Visitenkarten, wann das Du-Wort im Businessumfeld angemessen ist und wie man richtig und stilvoll niest.

Karriere mit Stil – WebTalk mit Elisabeth Motsch nochmals als Video!

Zuvor noch ein wichtiger Hinweis in eigener Sache: Am vergangenen Donnerstag führten wir mit Frau Motsch einen AGITANO-WebTalk. In diesem konnten die Zuschauer unter anderem erfahren, wie sie mit Stil den Grundstein für ihre erfolgreiche Karriere legen. Wer es verpasst hat oder das Thema noch einmal vertiefen möchte:

=> hier der Link zur Aufzeichnung des WebTalks „Karriere mit Stil

Karriere mit Stil – Chance auf ein Gratis-Exemplar!

Für AGITANO-Leser haben wir zudem ein weiteres Highlight parat. Denn diese haben die Chance ein exklusives Gratis-Exemplar von „Karriere mit Stil – Der Ratgeber für eine erfolgreiche Zukunft: Top-Umgangsformen im Business!“ zu gewinnen.

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Frau Motsch, gerade bei der Übergabe von Visitenkarten kommt es immer wieder zu leicht peinlichen Situationen. Wie ist hier die ganz korrekte Vorgangsweise?

Menschen, Gespräche, Austausch, Netzwerk
Im Business-Umfeld bietet immer (!) die Frau dem Mann das Du-Wort an. (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de)

Die Visitenkarte wird im Geschäftsleben am Anfang eines Gesprächs in Leserichtung übergeben. Halten Sie dabei Blickkontakt. Vermeiden Sie, Visitenkarten zu überreichen, die an den Ecken geknickt sind. Das wirkt unordentlich und wird unbewusst mit der Qualität Ihrer Arbeit in Verbindung gebracht. Unpassend ist es, bei einer Veranstaltung ohne ersichtlichen Grund mit den Worten: „Wenn Sie mal eine … benötigen, hier haben Sie meine Karte“ eine Visitenkarte zu übergeben. Das kommt meist nicht gut an und wirkt anbiedernd. Die Visitenkarte von anderen wird auch nicht als Notizzettel verwendet. Wer höflich fragt, ob man diese Information auf der Visitenkarte des anderen vermerken darf, der kann dies selbstverständlich tun.

Ein delikates Thema ist auch das Du-Wort im Unternehmen. Ist es positiv, sich im Arbeitsumfeld zu duzen, wer beginnt und was ist hier sonst an etwaigen Fettnäpfchen zu beachten?

Das ist immer eine Frage der Firmenphilosophie. Es gibt Unternehmen, da duzen sich alle, einschließlich der Führungskräfte und andere siezen sich von morgens bis abends. Wenn in einem Unternehmen eine Duz-Kultur herrscht, heißt das noch lange nicht, dass der neue Mitarbeiter seine neuen Kollegen auch duzt. Warten Sie ab, bis Ihnen offiziell von jedem Einzelnen das Du-Wort angeboten wird. Ältere Mitarbeiter empfinden es oft als unangenehm, von Neuen geduzt zu werden, besonders wenn es sich um wesentlich jüngere Personen handelt, auch wenn eine Duz-Kultur herrscht. Wird Ihnen in einer Gruppe offiziell das Gruppen-Du angeboten, dürfen Sie die hier Anwesenden duzen. Es bietet im Unternehmen immer der Höherrangige dem Niederrangigen das Du-Wort an. Der Mitarbeiter, der länger im Unternehmen ist, dem neuen Mitarbeiter in der gleichen Position. Sind eine Frau und ein Mann in der gleichen Position, bietet die Frau dem Mann das Du-Wort an. Ist der Mann ranghöher, ist es dem Mann vorbehalten, das Du-Wort anzubieten, weil hier die Position ausschlaggebend ist. Im Privatleben bietet der Ältere dem wesentlich Jüngeren und die Frau dem Mann das Du-Wort an.

Inwieweit haben Unternehmen das Recht, sich in die Kleiderordnung der Mitarbeiter einzumischen, also einen Dress Code vorzugeben?

Wer ein makelloses Image aufbauen möchte, kann diese Themen nicht ignorieren. Sie müssen erstens entsprechend Ihrer Branche einen sehr klaren Dress Code aufstellen. Das schaffen viele Unternehmen noch sehr gut. Allerdings ist der nächste wichtige Schritt dann die Umsetzung – und hier agieren viele Firmen nicht konsequent genug. Jeder potenzielle Mitarbeiter sollte bereits beim Bewerbungsgespräch die Information über den verbindlich geltenden Dress Code bekommen. Wer sich damit gar nicht wohl fühlt, weiß sofort, dass das nicht sein oder ihr Unternehmen ist. So können Recruiter teure Einstellungsfehler vermeiden. Wer sich im Anzug nicht wohlfühlt und sich in einer Bank bewirbt, sollte eventuell noch einmal hinterfragen, ob ein Bank-Job überhaupt der richtige ist. Der nächste Schritt ist ein regelmäßiges Hinweisen der Mitarbeiter auf eine zu lasche Interpretation des geltenden Dress Codes. Sind hier Unternehmen nicht konsequent dahinter, kommt es aus meiner Erfahrung langfristig zu einer Verwässerung des Dress Codes, was immer sehr schade für das Gesamt-Image ist.

Das kennen wir doch alle, jemand unterbricht unwillentlich ein Meeting durch laut dröhnendes Niesen und Schnauben … Bitte verraten Sie unseren Lesern doch, wie man richtig und stilvoll niest.

Der Niesende dreht sich zur Seite, sagt kurz Entschuldigung und keiner entgegnet etwas. Dies würde nur die Kommunikation unterbrechen und den Fokus auf das Niesen legen. Geschäftlich Gesundheit zu wünschen, gilt als zu familiär. Privat hingegen ist „Gesundheit“ immer erlaubt. Seit der Schweinegrippe darf auch in den Ärmel geniest werden, was ich persönlich gar nicht mag.

Frau Motsch, herzlichen Dank für Ihre interessanten Ausführungen bis dahin. Am kommenden Freitag, den 4. Juli 2014, werden Sie unserer Leserschaft unter anderem zehn wertvolle Tipps für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch an die Hand geben. Wir sind schon gespannt.

Das Interview mit Frau Motsch führte Oliver Foitzik, Herausgeber von AGITANO und dem HCC-Magazin.

Stil, Kelidung, Business, Dresscode
(Foto: © Hannelore Armstorfer)

Über Elisabeth Motsch

Gerade sind Ihre Bücher „Karriere mit Stil – Top-Umgangsformen im Business“ und „Meine Gäste meine Fans“ im Trauner Verlag erschienen. Im September 2014 erscheint ihr nächstes Buch: „Stil.Punkt“ Persönlichkeit als Marke – Kleidung als Statement, gemeinsam mit dem Branding-Experten Jon Christoph Berndt aus München. Sie ist Mitautorin des Buches der GSA-Edition: „Die besten Ideen für eine starke Persönlichkeit“, herausgegeben von Jörg Löhr.

Als Impulsgeberin motiviert sie in den verschiedensten Branchen Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten, sich authentisch und kompetent zu kleiden und aufzutreten. Ihre vielen Kunden in Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol bestätigen ihre hohe fachliche Kompetenz und ihre Fähigkeit, Menschen mit diesen sensiblen Themen zu begeistern.

Mehr Informationen über Elisabeth Motsch im AGITANO-Expertenprofil und im Internet auf: www.motsch.at.

 

Christoph Schroeder

Ein Kommentar zu “Die Frau bietet dem Mann das Du-Wort an – immer!

  1. Vielen Dank für dieses Interview. Den Ausführungen über die Sie und Duz-Kultur kann ich mich voll anschliessen. Es ist zwar oft ein kleiner Eiertanz, aber ich meine im Geschäftsleben ist die Anrede Sie völlig in Ordnung. Ich selbst mag es auch nicht, einfach so geduzt zu werden. Liebe Grüsse Birgit

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