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Digitale Wirtschaft. Darum muss Deutschland in Glasfaser investieren

Laptop auf dem Online-Marketnig-Analyse-Tools angezeigt werden ohne digitale Wirtschaft ein undenkbarer Arbeitsplatz. Digitalisierung im Büro

Die digitale Wirtschaft bietet Unternehmen Gelegenheiten, neue Märkte zu erschließen, Umsatz und Gewinn zu steigern und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Allerdings muss hierfür in Sachen Glasfaser in Deutschland noch einiges getan werden.

Deutschland in Sachen Glasfaser ein Entwicklungsland

Es gibt so viele Dinge, auf welche die deutsche Wirtschaft zurecht stolz sein kann. Produkte und Dienstleistungen „Made in Germany“ genießen einen derart guten Ruf, dass noch nicht einmal der Brexit diesem ernsthaft schaden kann. Wenn es zudem in naher Zukunft gelingt, dass sowohl in den privaten als auch in den öffentlichen Haushalten die Ausgaben steigen, dann womöglich wird Deutschland Wirtschafts-Europameister.

Wo Investitionen der öffentlichen Hand in den kommenden dringend notwendig sein werden, wird klar, wobald man sich folgende Infografik ansieht:

Infografik zum Glasfaserausbau innerhalb der OECD
Oben eingefügte Infografik zeigt den Anteil von Glasfaseranschlüssen in der OECD. (Quelle: de.statista.com / CC BY-ND 3.0)

Vielleicht mag sich der eine oder andere jetzt ungläubig die Augen reiben, aber es stimmt: Deutschland ist in Sachen schnelles Internet ein regelrechtes Entwicklungsland. Das geht aus Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung* hervor. Fast nirgendwo in den Industriestaaten ist der Glasfaseranteil derartig niedrig wie in Deutschland. Absolute Weltspitze ist Japan mit rund 73 Prozent. In Europa sind die skandinavischen Länder – allen voran Schweden (49 Prozent) – führend. Übringens: im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil in Deutschland lediglich um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Eine erschreckende Entwicklung. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, mit welchen Versprechungen sich die derzeit amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits 2009 in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft an die Öffentlichkeit wandte. Bis 2010 sollten alle Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden.

Digitale Wirtschaft könnte einen Boom auslösen

Noch erschreckender muten oben beschriebene Entwicklungen vor dem Hintergrund der Tatsache an, dass die digitale Wirtschaft Unternehmen enorme Potenziale aufzeigen, um neue Märkte zu erschließen, damit Umsatz und Gewinn zu steigern und letztendlich Arbeitsplätze zu erhalten beziehungsweise zu schaffen. Eines der besten Beispiele hierfür ist das Unternehmen Amazon. Einst als Online-Versandhändler ins Leben gerufen, ist der Konzern heute auch als Video-on-Demand-Anbieter (VoD) äußerst erfolgreich auf diesem relativ jungen Markt unterwegs. Laut Goldmedia nutzen in Deutschland rund 22 Prozent aller VoD-Konsumenten das Amazon-Angebot.

Infografik zum Video-on-Demand-markt in Deutschland
Oben eingefügte Infografik zeigt die Nutzung von Video-on-Demand-Angeboten unter Onlinern in Deutschland. (Quelle: de.statista.com / CC BY-ND 3.0)

Wie gut das Unternehmen den Sprung in die digitale Wirtschaft gemeister hat, zeigen Ergebnisse der Studie Statista Digital Market Outlook. Durch den günstigen Zugang zu Medieninhalten schaffte es das Unternehmen besonders junge Zielgruppen an sich zu binden. 42 Prozent der deutschen Onliner zwischen 16 und 24 Jahren sind Amazon Prime-Kunden. Zusätzlich bindet das Unternehmen seine Kundschaft über das vergleichsweise günstige Hardware-Angebot (Tablets, eReader et cetera) langfristig an ihr Content-Angebot.

Diese Erfolgsformel könnten andere Unternehmen für sich adaptieren. Vorausgesetzt Deutschland investiert in den Glasfaserausbau!

*engl.: Organization for Economic Cooperation and Development (kurz: OECD)

Mit Text- und Informationsmaterial von Statista (s. Beleglinks in den Bildunterschriften)

Christoph Schroeder

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