Personal

Kitaplatz-Garantie: Kommunen bereiten sich vor

Brandenburg: Biopolymere - Zukunftsfeld mit Innovationspotential
[Bild: Rainer Sturm / pixelio.de]

Die Kitaplatz-Garantie für Ein- bis Dreijährige beginnt offiziell am 1. August 2013. Dann wird sich zeigen, ob die Kommunen darauf vorbereitet sind und ihre Plätze bedarfsgerecht steuern können. Vielen fehlt noch das technische Fundament, um einen realistischen Überblick über Nachfrage und Angebot zu erhalten. Schätzungsweise 70 Prozent der deutschen Kommunen rechnen noch mit falschen Zahlen, so das Ergebnis einer Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

Der Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr kommt nicht überraschend – für Kinder ab drei Jahren besteht dieser schon länger. Doch für die Verwaltungen ist es schwer, die richtige Anzahl an Krippenplätzen und sonstigen Betreuungsformen zu ermitteln und den Eltern zur Verfügung zu stellen. Denn die bundesweite Forderung, für 35 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe einen Platz bereitzuhalten, ist nur ein grober Durchschnittswert. Der Bedarf ist seit dem Gesetzesbeschluss im Jahre 2008 bereits gestiegen. Zudem werden in ländlichen Gebieten weniger Krippenplätze benötigt als in Städten und Ballungsgebieten, wo nach aktuellen Schätzungen für 50 Prozent der Kleinkinder die Plätze nicht ausreichen.

Bedarfsbild größtenteils verfälscht

Andererseits fehlt auch den Eltern der Überblick. So melden sie sich oft bei mehreren Einrichtungen gleichzeitig an und verfälschen somit das Bedarfsbild. „Zu wenige Plätze bereitzuhalten führt eventuell zu einer Klagewelle, zu viele Plätze kosten die ohnehin bereits klammen öffentlichen Kassen unnötiges Geld“, erklärt Ronald de Jonge von Steria Mummert Consulting. Denn 83 Prozent der Verwaltungsentscheider halten die Budgetsituation für die größte Herausforderung. Zu diesem Ergebnis kommt der „Branchenkompass Public Services“ von Steria Mummert Consulting. Der Druck, effizienter zu werden, ist also vorhanden. Deshalb planen die Kommunen für die kommenden drei Jahre eine Reihe von Projekten zur Verwaltungsmodernisierung. Durch E-Government erhoffen sie sich vor allem beschleunigte Bearbeitung (87 Prozent), höhere Flexibilität (83 Prozent), interne Entlastung (70 Prozent) und eine Einsparung der Arbeitszeit (65 Prozent).

Kitaportal – Anlaufstelle für Eltern verwaltet Kita-Anmeldungen

„Ein professionelles Kitaportal erfüllt alle diese Ziele. Anmeldeprozesse werden zentralisiert, Arbeitsabläufe in der Verwaltung vereinfacht und beschleunigt. Medienbrüche werden reduziert, automatisierte und standardisierte Prozesse sparen Zeit und Geld“, sagt Ronald de Jonge. Das zeigt ein Beispiel aus Baden-Württemberg: Die Stadt Ulm betreibt bereits seit 2009 ein Kitaportal als zentrale Anlaufstelle für Eltern, das über eine Kita-Verwaltungssoftware von Steria Mummert Consulting läuft. Alle 90 Einrichtungen vor Ort wurden dafür miteinander vernetzt. Auf www.betreuungsplatzsuche.ulm.de können Eltern Betreuungsplätze suchen und tagesaktuell die verfügbaren Angebote prüfen. Vor allem aber werden Mehrfachanmeldungen erkannt und so die tatsächliche Zahl der Suchenden ermittelt. „Damit hatte Ulm einen Vorsprung mit Blick auf die Betreuungsgarantie. Die Stadt konnte den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsplätzen schon vor dem Stichtag im August 2013 aus dem Kitasystem ablesen und entsprechende Kapazitäten planen“, sagt Experte de Jonge. Auch in weiteren Städten werden derzeit Kitaportale von Steria Mummert Consulting realisiert.

Über Steria Mummert

Steria Mummert Consulting bietet Unternehmen und Behörden Business-Services auf Basis modernster IT und zählt heute zu den zehn führenden Business Transformation Partnern in Deutschland. Als Teil der Steria Gruppe verbindet das Unternehmen die tiefgehende Kenntnis der Geschäftsmodelle seiner Kunden mit einer umfassenden internationalen Expertise in IT und Business Process Outsourcing. Mit seinem kooperativen Beratungsstil begleitet Steria Mummert Consulting seine Kunden bei ihren Transformationsprozessen und ermöglicht so, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und ihre Erfolgsposition nachhaltig verbessern können. 20.000 Steria-Mitarbeiter in 16 Ländern stehen hinter den Systemen, Services und Prozessen, die Tag für Tag die Welt in Gang halten, und berühren dabei das Leben von Millionen Menschen weltweit. 1969 gegründet, unterhält Steria heute Standorte in Europa, Indien, Nordafrika und Südostasien. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Jahr 2012 1,83 Milliarden Euro. Mehr als 20 Prozent* des Kapitals sind im Besitz der Steria-Mitarbeiter. Die Gruppe, mit Hauptsitz in Paris, ist an der Euronext Paris gelistet.

(Steria Mummert Consulting)

___

Weiterführende Artikel

Förderprogramm: Betriebliche Kinderbetreuung trotz Zuschüsse unterentwickelt – Employerbranding
Finanzielle Förderung der betrieblichen Kinderbetreuung: Bildungsrendite von 5 Prozent
DGFP-Studie: unkomplizierter Wiedereinstieg nach Elternzeit

___

Christoph Schroeder

Ein Kommentar zu “Kitaplatz-Garantie: Kommunen bereiten sich vor

  1. Und in Dresden wurde der Start für die obige, tolle Plattform, die gleich mehrere Punkte der (Bundes- und Landes)Sozialgesetzgebung verletzt, wieder verschoben.

    btw: Wie wird denn der Bedarf festgelegt ? Von einer Software ? Von der historischen Nutzungsquote ? Vom Bürgermeister ? Eventuell hätten an dieser Stelle, 2008, die Überlegungen beginnen sollen.

    Und ein bedarfsgerechtes (!!!, siehe Gesetzestext) Angebot ist bereits seit diesem Zeitpunkt Aufgabe der Kommunen gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.