Interviews

Virtual Power Teams: Nicht nur der Chef redet, sondern alle!

AGITANO-Interview mit dem ehemaligen internationalen Manager und heutigen Keynote Speaker und Executive Coach Peter Ivanov. Hamburg ist nicht nur das „Tor zur Welt“, sondern wird vom 6. bis 7. Mai 2014 zum Treffpunkt für Personalverantwortliche. Denn dann findet im Messe- und Kongresszentrum CCH bereits zum vierten Mal die PERSONAL2014 Nord statt. 243 Aussteller werden dort ihre Produkte und Dienstleistungen für alle Bereiche der Personalarbeit präsentieren – von Weiterbildung und Training über Personalsoftware bis hin zum Recruiting. Aus diesem Anlass sprachen wir mit Keynote Speaker Peter Ivanov über Virtual Power Teams und wie diese – trotz räumlicher Distanz – in die Lage versetzt werden, Topleistungen zu erbringen.

Schönen guten Herr Ivanov. Bitte stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.

Virtual Power Teams, Personal, Arbeitsplatz der Zukunft
War selbst über 20 Jahre im internationalen Management erfolgreich tätig und weiß was Virtual Power Teams alles auszeichnet. ( Foto: © Peter Ivanov)

Schönen guten Tag Herr Schroeder. Mein Name ist Peter Ivanov. Ich komme aus Bulgarien, habe aber seit vielen Jahren meinen Heimathafen her in Hamburg gefunden. Seit über 20 Jahren arbeite ich international als Manager, habe zahlreiche Virtual Teams geleitet und gebe mein Wissen und meine Erfahrungen aus dieser Zeit nun auch als Keynote Speaker und Executive Coach weiter. Ferner bin ich leidenschaftlicher Speerwerfer und Vater von fünf Töchtern. Mehr finden Sie auf meiner Webseite.

Sie werden auf der PERSONAL2014 Nord über Virtual Power Teams sprechen. Was genau verstehen Sie unter diesem Begriff?

Überall sehen wir virtuelle Teams oder sind sogar ein Teil von ihnen. Es gibt sie im Geschäftsleben, im Bildungssektor (Fernstudien, Online-Akademien) und sogar im Non-profit Bereich. Virtual Power Teams sind die Teams, deren Leistung aufgrund von Zeitverschiebung und räumlicher Distanz nicht nachlässt, sondern sogar exponentiell ansteigt. Solche Teams schaffen das Unerwartete, Unglaubliche, das ich manchmal sogar beinahe als ein Wunder betrachte. In meinem Vortrag spreche ich von ein paar echten „Wunder“-Geschichten.

Worin bestehen für Unternehmen die Chancen, worin die Gefahren eines Virtual Power Teams?

Unternehmen haben die Chance auf hoch motivierte Mitarbeiter, die mit viel Spaß und Freude an der Arbeit eine Top Teamleistung erbringen und somit hervorragende Geschäftsergebnisse erzielen. Es gibt natürlich auch die Gefahr, dass die virtuellen Teams reine „Virtual Teams“ bleiben, ihnen „Power“ fehlt und die dazugehörige, gewünschte Leistung nicht erbracht wird.

Welche Fehler sollten Führungskräfte beim Aufbau eines solchen Teams vermeiden?

Ganz wichtig ist es, den Faktor Persönlichkeit nicht zu unterschätzen. Sie dürfen Anonymität nicht tolerieren. Viele Führungskräfte vergessen, wie wichtig die Persönlichkeit der einzelnen Mitglieder im virtuellen Kontext ist. Bei virtuellen Teams ist die Möglichkeit von Entfaltung der Persönlichkeit deutlich begrenzt. Es gibt keine Kaffeeküchen-Gespräche oder Team Lunches. Deshalb empfehle ich Managern, Raum und Zeit für die Persönlichkeitsentfaltung zu schaffen und sogar bewusst zu fördern.

Ein zweiter, essenzieller Punkt ist, dass wir sicherstellen müssen, dass jedem einzelnen Teammitglied das Ziel klar ist. Das gilt ja nicht nur für virtuelle, sondern generell für alle Teams. Bei Virtual Power Teams rate ich, das große Ziel aufzusplitten, damit jeder sein eigenes persönliches Unter-Ziel hat. Je verzahnter die „eigenen Ziele“ mit den Zielen der anderen sind, umso besser. Das schafft Interaktion untereinander und die „Anziehungskraft“ zwischen den Teammitgliedern wird gestärkt.

Auf keinen Fall dürfen wir die Bedeutung von regelmäßiger, informeller Kommunikation unterschätzen. Die pflegt die persönlichen Beziehungen der Teammitglieder. Das schafft Vertrauen. Mithilfe von entsprechenden technischen Tools und vor allem durch eine etablierte virtuelle „share“ Kultur können wir persönliche und und berufliche Erfolge wirkungsvoll kommunizieren, anerkennen und, falls notwendig, schnell Hilfestellung leisten.

Das Management-System „The 10 Big Rocks“, das ich über die Jahre entwickelt habe, zeigt in der Praxis erprobte Erfolgsfaktoren und, wie wir Fehler im virtuellen Kontext in Erfolgschancen verwandeln.

Trotz der räumlichen Distanz, die solche Teams kennzeichnet, gibt es Signale, anhand derer Manager frühzeitig erkennen können, ob Mitglieder erfolgreich miteinander agieren – oder eben nicht?

Erfolgsmerkmale sind: Klare Teamvision und Ziele und jedes Teammitglied spricht voller Begeisterung davon.

Außerdem spielt der so genannte „Intimacy Faktor“ eine Rolle. Das heißt, die Leute nehmen tiefer gehenden Kontakt zueinander auf. Bei den seltenen „Face to Face“-Meetings bleiben die Teammitglieder auch nach dem Abendessen noch länger und diskutieren leidenschaftlich.

In virtuellen Telefon- oder Videokonferenzen zählt, dass die Mitarbeiter selbst richtig aktiv sind. Nicht nur der Chef redet, sondern alle! Konflikte oder Meinungsunterschiede sollten stets direkt und öffentlich angesprochen werden, damit Entscheidungen, die nach heißen Diskussionen getroffen werden, von allen Teammitgliedern auch akzeptiert werden.

Alle Teammitglieder fühlen sich miteinbezogen. Jeder kennt die Stärken des Einzelnen und jeder wird wertgeschätzt und um Unterstützung gebeten, wenn nötig.

Was erwartet die Teilnehmer der PERSONAL2014 Nord auf Ihrem Vortrag*?

Die Zuschauer erfahren wie man

– die Kraft des Individuum in einem virtuellen Team nutzen kann.
– die Anziehungskraft trotz der Distanz erhält und die Kräfte des Teams zur Topleistung freisetzt.

Sicherlich sind die Zuschauer gefesselt von meinen spannenden Geschichten, die ich selbst erlebt habe und die durch dramatische Wendungen zu einem Happy End geführt haben.

Herr Ivanov, herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

Das Interview führte Christoph Schroeder, Redakteur AGITANO.

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Über Peter Ivanov:

In unterschiedlichen Führungspositionen leitete Peter Ivanov erfolgreich große Projekte und Abteilungen und krempelte deren Organisationsformen und IT-Landschaften ordentlich um. Beim Aufbau des IT Shared Services bei British American Tobacco spielte er eine wichtige Rolle. 20 Jahre lang führte der Keynote Speaker virtuelle Teams mit bis zu 100 und mehr Personen, die in Ost- und Westeuropa, in Zentralasien, dem Nahen Osten und Afrika lebten. Dabei lieferte er hervorragende Geschäftsergebnisse. Die virtuellen Teams, die Peter geführt hat, haben mehrere hochdotierte Corporate Awards gewonnen.

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*Vortrag Virtual Power Teams von Peter Ivanov auf der PERSONALMESSE2014 Nord:

Wann: 06.05. 2014; um 10:45 Uhr und 14:45 Uhr sowie am 07.05.2014; um 12:45 Uhr und 16:45 Uhr (Dauer: jeweils 30 Minuten)
Wo: Hamburg – Messe, Halle H, Stand D.40. Messeplatz 1 in D-20357 Hamburg

Christoph Schroeder

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