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Ägypten: DIHK befürchtet Rückschläge – nicht nur im Tourismus

Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge sind derzeit 80 deutsche Unternehmen mit Vertriebs- und Produktionsstandorten in Ägypten vertreten und beschäftigten vor Ort rund 24.000 Mitarbeiter. Dass sich daran etwas ändern sollte, dafür gebe es zurzeit keine Signale. Dennoch befürchtet der DIHK weitere Rückschläge für die ägyptische Wirtschaft.

Deutsche Unternehmen ziehen sich nicht zurück

Nach Erkenntnissen der DIHK planen, trotz der Ausschreitungen der vergangenen Tage, deutsche Betriebe derzeit nicht, sich aus dem nordafrikanischen Land zurückziehen: „Die Unternehmen, die da sind, werfen nicht das Handtuch“, so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

Ausländer von Unruhen bisher nicht betroffen

Dies entspricht auch den Erfahrungen, die die DIHK man bereit aus den vorangegangenen Unruhen sammeln konnten. Zudem richteten sich die Ausschreitungen bisher nie gegen Ausländer. „Die Unternehmen haben gewisse Erfahrungen mit Revolutionssituationen und Unruhen in Ägypten“, sagte Treier. Es gebe keine Hinweise, dass Mitarbeiter deutscher Firmen abgezogen würden.

Rückschläge für die Wirtschaft befürchtet

Dennoch befürchtet Treier Rückschläge für Agyptens Wirtschaft. Betriebe wurden vorübergehend geschlossen und Produktionsprozesse kamen aufgrund logistischer Probleme zum Stillstand. Folglich halten sich potenzielle Investoren mit ihrem Engagement zurück. Mögliche Pläne dürften vorerst auf Eis liegen. Aus diesen Gründen prognostiziert der Wirtschaftsverband eine noch höhere Abhängigkeit des Landes von Geldgebern vor allem aus der Golf-Region. Das für die ägyptische Wirtschaft wichtige Tourismusgeschäft werde noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Auch sei – bei einer Inflationsrate von bereits heute zehn Prozent – mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Nur geringe Auswirkungen auf den Ölpreis erwartet

Von den derzeit 73 Milliarden Euro ausländischer Direktinvestitionen in Ägypten entfällt etwa eine Milliarde Euro auf Deutschland. Dies ist vergleichbar mit dem Volumen etwa in Litauen oder doppelt so hoch wie die Summe im Euro-Land Slowenien, so Volker Treier. Auf den weltweiten Ölpreis hätten die Unruhen aber nur bedingt Auswirkungen. Der Anteil Ägyptens an Öllieferungen sei gering und der Suez-Kanal bisher nicht betroffen.

(cs mit Informationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages)

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