Finanzen

Investitionen im Ausland – was sollten Sie beachten?

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Made in Germany zahlt sich aus: Produkte der rund 5,9 Millionen Mittelstandsbetriebe sind nach wie vor international gefragt. Das macht den Mittelstand längst zum Global Player. Da liegt es nahe, dass mehr und mehr mittelständische Unternehmen international investieren und weitere Standorte aufbauen wollen. Doch wie funktionieren Investitionen im Ausland? Und was sollten Sie beachten, um keine Enttäuschung zu erleben? Erfahren Sie hier grundlegende Informationen zu Investitionen im Ausland, die über Ihren Erfolg beim Auslandsgeschäft entscheidend sein können.

Beratung am heimischen Standort und Machbarkeitsstudie

Zunächst einmal sollten Sie sich ausführlich über die Marktlage im anvisierten Land informieren. Analysieren Sie mithilfe der Buchhaltung, wie Ihre aktuellen Zahlen aussehen. Führen Sie anschließend eine Machbarkeitsstudie zur Investition im Ausland durch. Dabei ist es entscheidend, wie Angebot und Nachfrage aussehen. Außerdem sollten Sie Bescheid wissen, wie die Konkurrenz vorgeht. Fest steht, dass sich eine Investition im Ausland häufig lohnt!

Es ist empfehlenswert, von einem externen Unternehmen eine Machbarkeitsstudie durchführen zu lassen. Indem Sie Experten für das internationale Geschäft beauftragen, können Sie sichergehen, eine ehrliche Meinung zu erhalten. Folgende Aspekte werden von den Profis analysiert:

  • Mentalitätsunterschiede
  • Eventuelle Sprachbarrieren
  • Marktsituation im Zielland
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Kulturelle Rahmenbedingungen
  • Zu erwartender Gewinn
  • Zu erwartende Herausforderungen und mögliche Lösungen

Darüber hinaus können Sie Angebote, wie etwa die German Desk Wochen, in Anspruch nehmen. Dabei lernen Sie über 20 Auslandsmärkte kennen. Und Sie können auf Wunsch einen persönlichen Beratungstermin mit Experten vereinbaren. Sie treffen auch auf andere mittelständische Unternehmen, mit denen Sie sich über Erfahrungen austauschen können.

Entwurf eines Finanzierungskonzept

Wenn Sie wissen, in welchem Land Sie Ihre Investition tätigen möchten und welche Form diese Investition annehmen soll, kommt der nächste Schritt. Dann geht es insbesondere bei Neugründungen um den Entwurf eines ausführliches Finanzierungskonzepts. Je mehr Details und Eventualitäten Sie dabei berücksichtigen, desto besser stehen die Chancen, unangenehme Überraschungen und Enttäuschungen zu vermeiden.

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Damit Investitionen im Ausland gelingen, sollten mittelständische Unternehmen einige Punkte beachten. (Bild: © rawpixel / pixabay.com)

Häufig haben Sie das Startkapital noch nicht komplett beisammen und brauchen dementsprechend eine Finanzierungshilfe. Traditionellerweise sind dafür die Sparkassen ein guter Ansprechpartner. Denn sie unterstützen den deutschen Mittelstand. Bevor Sie einen Termin bei Ihrer örtlichen Sparkasse vereinbaren, sollten Sie eines tun: Entwerfen Sie Ihr Finanzierungskonzept und bereiten Sie sich auf mögliche Nachfragen vor. In diesem Beratungsgespräch erhalten Sie Informationen zu möglichen Finanzierungsarten. Dazu erfahren Sie mehr zu den Bedingungen für eine Finanzierung und zur Einschätzung der Sparkasse, was Ihr Vorhaben angeht.

Sie können auch andere Leasing-Firmen oder Kreditinstitute besuchen. Empfehlenswert ist immer, mehrere Anbieter zu vergleichen, bevor Sie sich für eine Finanzierungsmöglichkeit entscheiden. Die Absatzfinanzierung sieht letztendlich in jedem Land anders aus. Gerade, wenn Sie außerhalb der Europäischen Union investieren möchten, sollten Sie sich für einen Finanzpartner entscheiden, der die entsprechende Erfahrung hat. Nehmen Sie daher Ihre Fragen mit in das Beratungsgespräch. Dort können Sie sich von der Auslands- und Asset Finance Kompetenz des Unternehmens überzeugen lassen. Achten Sie darauf, dass sich der Finanzierungspartner mit Ihrer Branche auskennt und Ihr Unternehmen versteht. Das merken Sie bereits daran, dass sich der Berater viel Zeit für Sie nimmt. Ein Hinweis ist auch, wenn der Ansprechpartner vor dem Termin Informationen zu Ihnen und Ihrem Unternehmen eingeholt hat.

Umsetzung vor Ort

Sobald Ihre Finanzierung steht und Sie Ihren Plan für die Investition so gut wie möglich ausgearbeitet haben, sind Sie bereit, mit der Umsetzung zu beginnen. Diese kann viele verschiedene Formen annehmen. Möglicherweise sind Sie als blinder Gesellschafter an der Herstellung von Geräten beteiligt. Oder Sie bauen Ihre eigene Zweigstelle im Ausland auf. Vertrauen Sie auch hier besser auf fachlich kompetente Experten. Denn oft bietet der Finanzierungsexperte entsprechende Services an. Das können Ansprechpartner vor Ort sein, an die Sie sich jederzeit wenden können. Eventuell ist es auch sinnvoll, für die Übergangszeit einen neuen Mitarbeiter zur Betreuung der Umsetzung einzustellen.

Darüber hinaus werden Sie wahrscheinlich ein ganzes Team einstellen. Wählen Sie dabei Personen aus, die die erforderliche Sprache sprechen. Sie sollten sich daneben in Deutschland und im Zielland auskennen und viel Geduld mitbringen. Schließlich wollen Sie sich von Deutschland aus voll und ganz auf das Team im Ausland verlassen. Dafür können Sie Ihre Mitarbeiter auch zu entsprechenden Schulungen im In- oder Ausland schicken. Sie selbst sollten sich ebenfalls bei einer Weiterbildung ausführlich mit dem Thema Investitionen im Ausland beschäftigen. So behalten Sie stets den Überblick.

Was mittelständische Unternehmen bei Investitionen im Ausland häufig überrascht, ist ein Punkt: Mentale und kulturelle Unterschiede spielen eine große Rolle. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten. Zum Beispiel beim Verabreden von Terminen. Die Aussage „Montagmorgen um 8 im Büro“ bedeutet je nach Land etwas ganz Anderes. Versuchen Sie daher, sich schon vor der Umsetzungsphase über die örtliche Arbeitsmentalität zu informieren. Dazu gehören auch kulturelle oder religiös motivierte Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Geduld, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft auf lokale Experten zu hören, sind hier essenziell. Holen Sie sich so viel Hilfe wie möglich, um die Umsetzung Ihrer Investition erfolgreich durchzuführen, anstatt sich in den fremden Regelungen zu verlieren.

Fazit: Auf den Rat von Experten hören

Wie Sie sehen, kann es sich für Mittelständler oft lohnen, international tätig zu werden. Dabei können Sie sich die Tatsache zunutze machen, dass deutsche Qualität einen hervorragenden Ruf genießt. Investieren Sie jedoch nicht einfach auf gut Glück in eine neue Zweigstelle in einem anderen Land. Engagieren Sie lieber einen Profi, der Ihnen dabei hilft, den Prozess Schritt für Schritt und auf intelligente Art abzuwickeln. Denn so rentiert sich die Investition im Ausland schon bald!

Karin Kreuzer

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