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Aneinander vorbeireden? – 3 Tipps für bessere Kommunikation

Sie erklären etwas lang und breit, aber Ihr Gegenüber will einfach nicht verstehen, worauf Sie hinauswollen? Klarer Fall von Aneinander Vorbeireden. Denn dass wir aneinander vorbeireden kommt leider häufiger vor, als uns lieb ist. Das liegt daran, dass unsere Kommunikation, ebenso wie unserer Persönlichkeit, von Sozialisation und Erfahrungen beeinflusst werden. Jeder kommuniziert also durch seine Brille.

Sonja Volk hat in ihrem heutigen Beitrag zur Themenserie „Erfolg beginnt im Kopf“ Tipps, wie Sie künftig weniger aneinander vorbeireden.

Mann und Frau: Kommunikation mit sieben Siegeln?

Kennen Sie das auch? Sie unterhalten sich mit Ihrem Partner aber irgendwie reden sie aneinander vorbei? Sie meinen etwas anderes, als das, was er versteht oder umgekehrt?
Sie meinen, er müsse doch verstehen das „Mir ist kalt!“ eine Aufforderung zum Wärmen, Fenster Zumachen oder Kuscheln enthält, während er sich nicht angesprochen fühlt?

Aber woran liegt das? Wieso haben wir manchmal das Gefühl nicht dieselbe Sprache zu sprechen? Ganz ehrlich: Weil es so ist! Männer und Frauen kommunizieren per se unterschiedlich!

Harmoniebedürfnis vs. Informationsaustausch

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Aneinander vorbeireden führt oft zu Konflikten. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Während Frauen viel Wert auf Harmonie legen und gerne in versteckten Botschaften reden à la „Mir ist kalt!“ anstatt „Mach bitte mal das Fenster zu!“, reden Männer üblicherweise eher ergebnisorientiert. Das heißt, bei Männern geht es darum, schnell Informationen auszutauschen und Lösungen zu finden. Meistens eher sachlich und klar auf den Punkt.

Frauen hingegen kommunizieren in der Regel, um Kontakte zu pflegen und haben häufig ein höheres Harmonie- und Mitteilungsbedürfnis. Sie schwächen einige Aussagen ab, formulieren sie – aus Männersicht – schwammig und ungenau. Sie wollen rücksichtsvoll sein oder haben vielleicht Angst vor der möglichen Reaktion des Partners und versuchen daher oftmals, es jedem Recht zu machen.

Genau DAS, also dieses Unkonkrete oder beiläufig und unterschwellig im Nebensatz erwähnte, führt dann häufig zu Streitereien, weil man(n) gar nicht versteht, warum sie sich aufregt. Im Aneinander Vorbeireden liegt also durchaus Konfliktpotenzial.

Die zwei größten Fehler in der Kommunikation – warum wir so oft aneinander vorbeireden

  1. Die meisten Männer und Frauen sind in ihren Mitteilungen zu ungenau und erwarten vom anderen zu viel Verständnisarbeit. D.h. sie erwarten, dass der andere quasi „hellsehen“ kann, also „doch wissen müsste, was gemeint ist“.
  2. Bei vielen Paaren ist zu beobachten, dass sie sich gegenseitig ins Wort fallen und den anderen nicht ausreden lassen. Nicht nur, dass das wenig wertschätzend im Umgang ist, es führt vor allem zu Zündstoff.

Wozu führt aneinander vorbeireden? Zu Streit! Einer von beiden fühlt sich nicht verstanden und dann gehen die Emotionen durch. Es folgen Vorwürfe wie „Du verstehst das einfach nicht“ oder ähnliche, um den eigenen Emotionen Luft zu verschaffen. Aber außer noch mehr Zündstoff für überhitzte Diskussionen bringen Vorwürfe rein GAR NICHTS!

Prägung und Sozialisation beeinflussen unsere Art zu kommunizieren

Hinzu kommt, dass JEDER, also egal ob Mann oder Frau aus seiner eigenen „Landkarte“, also seiner Sicht- und Denkweise heraus redet.
Worte sind also nur Oberflächenstruktur und geben nur das wieder, was in uns ist.

Und da jeder die Welt mit seinen fünf Sinnen unterschiedlich wahrnimmt, bedingt durch Sozialisation und Prägung unterschiedliche Schwerpunkte hat, haben wir eben auch unterschiedliche Gedanken und einen unterschiedlichen Wortschatz.

Jemand der eher global und ganzheitlich denkt, wird einem detailverliebten Menschen nicht genug Informationen liefern. Auch mensch- und sachorientierte Menschen kommunizieren verschieden, ein chaotisch denkender Mensch anders als ein strukturiert denkender, ein schmerzorientierter anders als ein lust- oder zielmotivierter.

Hinzu kommt die selektive Wahrnehmung. Das bedeutet, dass Menschen nur das wahrnehmen, wovon sie innerlich schon überzeugt sind (ich stehe bestimmt wieder in der falschen Kassenschlange oder er versteht mich eh nicht) oder was für sie Bedeutung hat. Und das kann bei Mann und Frau als auch bei jeder anderen Kommunikation schon mal sehr stark unterschiedlich sein.

Aber was sollen wir nun machen, wo uns einige Stolperstellen bewusster sind?

3 Tipps für bessere Kommunikation

Hier 3 Tipps, damit sie demnächst besser miteinander kommunizieren können und weniger aneinander vorbeireden.

  1. Hören Sie HIN, was der andere wirklich sagt. Lassen Sie ihr Gegenüber immer ausreden und fragen Sie bei Verständnisschwierigkeiten nach. Z.B. mit der Frage „Wie genau meinst du das?“ oder „worauf genau beziehst du das?“ Interpretieren sie nicht, sondern fragen sie stattdessen nach.
  2. Zeigen Sie EHRLICHES Interesse und Verständnis, statt rumzunörgeln.
  3. Formulieren Sie klar, was sie WIRKLICH wollen.  Formulieren sie klare Ich-Botschaften. Klare Mitteilungen über sich selbst zu machen bedeutet auch, sich Zeit zur Selbstreflexion und Selbstbeobachtung zu nehmen. Nur wenn ich selber Klarheit habe, kann ich nach außen auch klar ausdrücken, was ich will und was mir wichtig ist. Wer hingegen unter Dauerstress steht, weiß oft selbst nicht, was er empfindet und reagiert daher noch abwehrend, wenn er auf etwas angesprochen wird.

Auch hier gilt: Je genauer, desto leichter nachvollziehbar. Je leichter nachvollziehbar, desto weniger angreifbar.

So ist bald Schluss mit dem Aneinander Vorbeireden: Denn Frauen bekommen die gewünschte Harmonie und Männer die ersehnten klaren Botschaften.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ihre Mentalcoach
Sonja Volk

 

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Bild: © Sonja Volk

Über Sonja Volk

Sonja Volk ist Expertin für Emotionspsychologie und auf die Auflösung von mentalen, emotionalenund körperlichen Blockaden spezialisiert. Sie ist zertifizierte wingwave®-Coach & -Lehrtrainerin,  Mentalcoach, NLP-Lehrtrainerin, Gesundheitspädagogin für Stressmanagement i.A., zertifizierte Work-Health-Balance Coach, Businesscoach, Leistungssportlerin, Rednerin (GSA) und zudem Inhaberin ihres eigenen Trainings- und Coachingunternehmens „ErVOLKreich“ in Düsseldorf. Sie begleitet, motiviert, und inspiriert Unternehmen und Privatpersonen auf ihrem individuellen Weg zum Erfolg.

Mehr über Sonja Volk erfahren Sie in unserem AGITANO-Expertenprofil.

 

Katja Heumader

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