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Bitcoin und Co. – ist der Mittelstand bereit für die Kryptowelt?

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Zehn Jahre ist die Kryptowährung Bitcoin nun alt. Doch erst das Kursfeuerwerk aus dem Jahr 2017 brachte diese in aller Munde. Auch heute noch scheint die Zahl der Fans und Befürworter so groß wie die der Kritiker. Denn während einige die Kryptowährung als Zukunft des Finanzwesens betrachten, sehen die Gegner in ihr den wuchernden Kasinokapitalismus in der ursprünglichsten Form. Denn besonders zu Beginn waren die Renditen der digitalen Währungen enorm. Heute scheint sich der Markt um die Kryptowährung ein wenig beruhigt zu haben. Insofern stellt sich die Frage, ob mittelständische Unternehmen von ihr profitieren können? Und wie legal sind Bitcoin und Co.?

Ist Kryptowährung überhaupt Geld?

Eine Frage, die sich viele in diesem Kontext stellen, wenn sie das erste Mal mit diesem Thema zu tun haben. Dabei ist die Antwort einfach: Ja. Das klassische Zahlungsmittel, also Scheine und Münzen, die wir heute kennen, haben in den vergangenen tausend Jahren eine bunte Entwicklung durchgemacht. So wurden zu Beginn Rohstoffe und Waren getauscht und später dann Münzgeld. Nach der Verwendung von Edelmetallen wie Silber und Gold folgte das Papiergeld. Das wandelte sich anschließend zum elektronischen Buchgeld. Der nächste Schritt ist die heute bekannte Kryptowährung. Dennoch sind viele Menschen verunsichert, was bei großen Veränderungen jedoch völlig normal ist.

Legalität der digitalen Währung in Deutschland

Wer hierzulande Kryptowährung kaufen oder einsetzen möchte, kann das vollkommen legal tun. Als gesetzliches Zahlungsmittel hingegen gelten Bitcoin und Co. nicht. Somit kann mit ihnen bezahlt werden – angenommen werden müssen sie jedoch nicht. Insofern besteht ein großer Unterschied zu den Eurobanknoten und den Münzen. Diese müssen als Zahlungsmittel akzeptiert werden, wenn ein Geschäft zustande gekommen ist. Daher gilt eine Bezahlung mit der digitalen Währung als ein Tauschgeschäft, wie früher mit Rohstoffen oder Waren. Ebenso ist die Spekulation mit der Kryptowährung legal. Jedoch gilt es zu beachten, dass unter Umständen Einkommenssteuer auf den Ertrag bezahlt werden muss.

Welche digitalen Währungen sind heute verfügbar?

Insgesamt gibt es weltweit mehr als 1.500 verschiedene Kryptowährungen. Die heute wohl bekannteste ist (BTC) Bitcoin. Diese verbucht bis zum aktuellen Tag den größten Marktanteil für sich. Dicht dahinter folgt dann die zweitgrößte (ETH) Ethereum und an dritter Stelle (XRP) Ripple. Als erste Alternative bietet sich somit ETH an. Wer Ethereum kaufen will, sollte sich mit dem Thema explizit auseinandersetzen. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist das Bitwiki. Hier finden sich alle rechtlich und finanziell relevanten Themen zu ETH sowie eine Auswahl an Brokern.

Regulierung durch den Staat

Aufgrund des gesteigerten Interesses an der Kryptowährung im Allgemeinen, hat sich die internationale Politik im vergangenen Jahr näher mit der Thematik auseinandergesetzt. Eine staatliche Regelung war bis dato nicht gegeben. Denn eines der Aushängeschilder der Kryptowährungen ist die Anonymität sowie das Operieren ohne einen fixen Standort. So haben sich ebenfalls die G20 Staaten bereits mit der Regulierung befasst. Die Rahmenbedingungen sollen vor allem für Sicherheit sorgen und in der Branche, nicht nur Kunden, sondern eben auch den Kritikern, feste Größen liefern.

Vor einem Einstieg in den Markt sollte man sich so viel Wissen wie möglich aneignen. Später lässt sich dann von diesem profitieren. Denn der Beginn in Deutschland verlief relativ zögerlich. Außerdem versucht man hierzulande nach wie vor, den weltweiten Rückstand aufzuholen. Dennoch gibt es immer mehr Unternehmen, die sich dem Thema Blockchain widmen. Das ist die Technologie, also die Basis, die hinter den Kryptowährungen steckt.

Zeit, dass sich der Mittelstand wappnet

Blockchain und Kryptowährungen werden nach Expertenmeinung auch in Zukunft massiv zulegen. So ist es für den Mittelstand bereits ersichtlich, dass es ohne Bitcoin und Co. in den kommenden Jahren nicht mehr gehen wird. Insofern haben schon große Banken in Deutschland damit begonnen, mit der digitalen Währung zu handeln. Auch die Automobilschmiede Volkswagen integriert Bitcoin in ihr System. Ebenso gibt es Bankkonten, die die traditionelle Währung mit der Kryptowährung verbinden. So kann davon ausgegangen werden, dass in nicht allzu weiter Ferne eine Massentauglichkeit der digitalen Währung in Anwendungen gegeben sein wird. Insofern ist der Mittelstand auch heute schon gut beraten, sich auf das Kommende vorzubereiten und sich mit dem Thema anzunehmen.

Alle Kryptowährungen unterliegen jedoch noch immer durchaus hohen Schwankungen. Somit ist das Kursrisiko groß. Auch die Möglichkeiten zum Handeln sind noch beschränkt. Aller Voraussicht nach werden sich diese Punkte jedoch bald ändern. Insofern gilt es den Fortschritt zu akzeptieren, anzunehmen und sich mit der digitalen Währung und Blockchain zu beschäftigen, damit in den kommenden Jahren kein zu großer Wissensvorsprung aufzuholen ist.

Der Platzhirsch: Bitcoin

Bitcoin wird von vielen als eine Art sicherer Hafen betrachtet. Ähnlich, wie es in der Vergangenheit mit dem Edelmetall Gold geschehen ist. Dazu passend zeigte sich die Kryptowährung zu Beginn des Jahres mit 140 Prozent im Plus. Jedoch interessieren sich viele Menschen für Bitcoin immer noch als unabhängige Anlageklasse, deren Kurshistorie jedoch relativ kurz ist. Daher sind große Schwankungen gegeben, mit denen auch mittelständische Betriebe erst einmal lernen müssen, umzugehen. Die solidesten in diesem Kontext sind weltweit sicherlich Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin sowie Bitcoin Cash. Diese zusammen ergeben 80 Prozent der Marktkapitalisierung der weltweit vorhandenen Kryptowährungen. Am interessantesten derzeit ist jedoch Ethereum. Zurückzuführen ist das auf die meisten digitalen Anteilsscheine (Token), für die diese der Standard ist.

Karin Kreuzer

Ein Kommentar zu “Bitcoin und Co. – ist der Mittelstand bereit für die Kryptowelt?

  1. Noch ist der Mittelstand in den 1990er Jahren – Faxgeräte, Dieselautos und viel Papierausdrucke. Ich weiß nicht, ob sich der deutsche Mittelstand so schnell ins 21.Jahrhundert begeben kann. Vielleicht die jüngere Generation?

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