Einsichten & Ansichten

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Claus-Peter Schaffhauser… aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser: Nach dem letzten Beitrag “DAS erklärt Alles oder Technik kann auch hilfreich sein.” folgt heute: “Wahlrecht.”

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Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir klar wurde, dass ich als Bürger auch Pflichten habe, denen ich nachkommen sollte, um unserer Gesellschaft einen Dienst zu erweisen.

Die Verwaltungsgemeinschaft Windach hat mich aufgefordert, darüber nachzudenken, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei den anstehenden Wahlen in Bayern Wahlhelfer zu werden: Landtags- und Bezirkswahl (15. September), Bundestagswahl (22. September), Kommunalwahl (16. März 2014) und Europawahl (8. Juni 2014).

Wahlhelfer. Hört sich ja erstmal ein wenig wie Fluchthelfer, oder Helfershelfer an. Also, erstmal gar nicht so positiv.

Am Ende macht man sich noch mitschuldig, weil man zu einem demokratischen Wahlergebnis beigetragen hat, was dann kurz darauf diktatorische Züge annimmt. Wie jetzt gerade in Ägypten. Unser Innenminister findet ja auch nichts dabei, wenn er Daten von ausländischen Geheimdiensten erhält, die auf potentielle Gefahren in Deutschland hinweisen. Ein wenig ärgerlich ist für ihn nur diese Abhängigkeit. Da möchte man schon lieber diese Daten direkt und selbst erheben. Was man hat, das hat man. Natürlich alles in einem demokratischen Rahmen und zum Nutze und Schutze von uns Bürgerinnen und Bürgern. Ich bin schon manchmal sehr froh, dass wir so einen fürsorglichen Innenminister haben und wir viel Geld in Vorratsdatenspeicherung und in unsere diversen Geheimdienste und riesigen Polizeiapparat investieren. Wie viel darf natürlich keiner wissen. Das ist geheim.

Dieser Meldebogen für Wahlhelfer hat mich jedenfalls zum nachdenken gebracht. Urplötzlich wurden mir die Zusammenhänge klar.

Die Lösung auf die Frage, warum unsere Politiker und hier insbesondere die Landes- und Bundespolitiker alle „Wasser predigen und Wein saufen“. Der alte Müntefering sagte ja schon so schön: „Wähler, die an Wahlversprechen (vor der Wahl) glauben, seien nicht ganz dicht!“ So, oder so ähnlich hat er es gesagt und auch so gemeint. Und das ist auch über fast alle Parteigrenzen hinweg richtig.

Wir Bürger kommen also brav unserer Wahlpflicht nach, wir machen unser „Kreuzerl“, natürlich bei einer demokratischen Partei. Wir wählen Frau X oder Herrn Y, oder machen unser Kreuz bei der Partei. Mittlerweile haben aber die Spitzenberufspolitiker der Parteifraktionen bereits entschieden, wer über die Zweitstimme mit einem sicheren Listenplatz ins Parlament zieht. Herr Z. hat sich für die Partei (nicht für die Bürger!) am meisten aufgeopfert. Die Politiker schauen also nicht unbedingt dem Volk auf’s Maul, sondern prüfen täglich wie sie sich am besten der Leitdiktatur ihrer politischen Gremien unterwerfen können, ohne beim Kriechen zu viel Staub aufzuwirbeln. Sonst wäre der eine oder andere vielleicht auch auf die Idee gekommen, den Termin für die Bezirkstagswahl und den Bundestag zusammenzulegen. Würde man sich auch jede Menge Geld sparen. Ist ja aber nur unser Geld.

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Christoph Schroeder

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