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Claus-Peter Schaffhauser: DAS erklärt Alles oder Technik kann auch hilfreich sein

Claus-Peter Schaffhauser… aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser: Nach dem letzten Beitrag “700 Milliarden Steuereinnahmen sind nicht genug.” folgt heute: “DAS erklärt Alles oder Technik kann auch hilfreich sein.”

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Haben Sie schon mal von Íslendingabók gehört? Nein, dann sollten Sie mal Herrn oder Frau Google bemühen, um einige sehr interessante und nützliche Informationen zu erlangen.

Dieses„Register“ ist eine genealogische Datensammlung, die Informationen über 720.000 Isländer, die seit dem 12. Jahrhundert auf dieser Insel gelebt haben, enthält.

Nun behauptet ja Heinz G. Konsalik in einem seiner bedeutungsschweren Werke „Niemand ist eine Insel“, hat aber dabei weder an Island noch an Bayern gedacht. Unser Horst behauptet ja immer „Bayern sei eine Insel der Glückseligkeit“ – das hat er aber eindeutig vor der Affäre der Verwandtenbeschäftigung der CSU-Landtagsabgeordneten und dem Fall Merk / Mollath gesagt. Frau Merk ist in beide Affären verwickelt, was nicht gerade für ihr politisches Gespür spricht.

Herr Mollath lebt ganz klar nicht auf einer Insel der Glückseligkeit, sondern seit sieben Jahren in der Psychiatrie.

Und da bleibt er auch auf absehbare Zeit drin, denn unsere Gerichte sind unabhängig und können auch nicht zur Eile angetrieben werden, denn unsere Gerichte sind auch noch punktuell überlastet und technisch nicht auf dem neuesten Stand. Auch seelisch geht es ihnen nicht immer gut, weil die Bevölkerung so gar kein Verständnis für sie und ihre Urteile aufbringt, die so gar nicht das Rechtsempfinden von Tante Erna und Onkel Rolf wiedergibt. Gutachter sind noch viel unabhängiger und, da Psychologen, seelisch noch leichter verletzbar. Der letzte Gutachter im Fall Mollath fühlt sich beispielsweise durch die entstandene Öffentlichkeit dermaßen unter Druck gesetzt, dass er sich weigert eine Ergänzung zu seinem damaligen Gutachten abzugeben. Deswegen hat sein Gutachten aus dem Jahr 2006, in dem er Mollath eine „schwere Klatsche“ attestiert, Bestand. Die Strafvollstreckungskammer Bayreuth beruft sich wiederum auf das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Folglich bleibt Herr Mollath bis auf weiteres in der Psychiatrie. Wer Gerechtigkeit will, der sollte sich den Mannen von Robin Hood im Sherwood Forest anschließen. Bei Gericht wird Recht gesprochen. Das ist ein gewaltiger Unterschied und wird den Jura-Studenten schon im ersten Semester beigebracht.

Ein Sachbearbeiter der zuständigen 7. Strafkammer am Regensburger Landgericht schreibt nicht gern mit der Schreibmaschine, weswegen das notwendige Wiederaufnahmeverfahren seit Monaten nicht in die Wege geleitet werden kann.

Wer es bisher gewohnt war mit Federkiel und Tinte zu schreiben, dem kann so ein mechanisches Ungetüm auch nicht zugemutet werden.

Dem damals vorsitzenden Richter Otto Brixner wurde die Stellungnahme von Herrn Mollath zwar vorgelegt, aber er hatte keine Zeit, oder keine Lust sie zu lesen. Und zwingen konnte man ihn nicht dazu, da er ja unabhängig ist. Auf den 106 Seiten behauptet Herr Mollath unter anderem, dass die Hypo-Vereinsbank unredlich sei, Schwarzgeschäfte unterstützt und aktiv Steuerhinterziehung begangen habe. Ist doch irre, oder? Eine Bank, noch dazu eine Bayerische, tut doch so was nicht. Deswegen sitzt der Mann zu Recht in der Klapsmühle.

Hätte Herr Mollath gleich einen Fehler eingeräumt, sich artig entschuldigt und weiter sein Girokonto bei der HVB betrieben, hätte er wahrscheinlich acht Monate auf Bewährung bekommen. Aber so. Selber schuld. Daran merkt man doch schon, dass der Mann „irre“ sein muss. Wahrscheinlich hat er die letzten sieben Jahre Modellautos gebastelt, die dann der Mann von Frau Christine Haderthauer, ohne Gewinnerzielungsabsicht, auf den Markt gebracht hat.

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Christoph Schroeder

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