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Cristina Muderlak: DIE STIMME BESTIMMT! (4) – Da bleibt mir die Luft weg!

Atmung unterstützt Ihre Performance

Das „atemlose“ Sprechen kann dabei durchaus passend sein, wenn der Hörer Ihre Aufregung mitbekommen soll. Sind Sie jedoch vor Ärger oder Angst so aufgeregt, bleibt Ihnen schon mal quasi die Luft weg. Möchten Sie mit dem andern aber dennoch in Ruhe reden, muss sich Ihre Atmung so verändern, dass Ihnen die Worte nicht wegbleiben, sondern sicher und souverän über Ihre Lippen gehen.

Sicherlich kennen Sie auch dieses Szenario: Sie sitzen in einem Vortrag Ihres Kollegen über Statistiken, Zahlen, Daten. Er redet quasi ohne Punkt und Komma, bringt Details und ausschweifende Hintergründe. Tut er dies, ohne so recht Luft zu holen, wird es Ihnen schwer fallen, bei der Sache zu bleiben. Gerade bei „trockenen“ Inhalten ist die Atmung des Vortragenden ein tragender Faktor des Auftritts. Eine gute Atmung gibt dem Gesagten eine Struktur, die den Zuhörern hilft, Zusammenhänge richtig einzuordnen und sich am Ende wirklich gut informiert zu fühlen.

Das richtige Sprechatmen

Wie geht nun das „richtige“ Sprechatmen? Was können Sie tun, um so zu atmen, dass Sie ausreichend Luft haben und auch in kritischen Momenten „bei Stimme bleiben“? Dazu gilt es die Grundtechnik der „natürlichen“ Sprechatmung zu verstehen und vor allem zu üben. Diese Sprechatmung ist naturgegeben, jedes Kind wendet sie von sich aus richtig an. Durch äußere Faktoren kann sich die Atmung jedoch zu einer Art Stressatmung entwickeln, die dem Sprechen abträglich ist.

Menschen, die unter hohem Druck stehen, atmen in der Regel eher oberflächlich beziehungsweise  Brustbein- und schulterbetont.

Machen Sie mal folgenden Versuch:

Atmen Sie tief ein. Was bewegt sich? Ziehen Sie die Schultern und Brustbein hoch? Geht auch der Brustkorb eher nach (vorne) oben als nach außen, die Bauchdecke nach innen? Dann haben Sie alle Anzeichen einer klassischen Stressatmung, die eigentlich dazu dienen soll Ihnen in schnellster Zeit viel Luft zur Verfügung zu stellen: Zum Angriff oder Flucht – zwei unserer archaischen Stressreflexe.

Oder bewegt sich bei Ihrer Atmung eher wenig? Dann gehören Sie zu der Gruppe von Menschen (häufiger Frauen!) die mit dem dritten Stressreflex reagieren: Dem sogenannten „Totstellreflex“, der dazu dient, dass man möglichst unauffällig bleibt und der potentielle Angreifer einen nicht bemerkt.


Lesen Sie auf Seite 3: Üben der natürlichen Sprechatmung.

Christoph Schroeder

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