Bildung

Der richtige Deutschkurs für ein Studium in Deutschland – Maxi Haußer-Knabe von DIE NEUE SCHULE Berlin über TestDaF, DSH & Co.

Internationale Studierende in einem fröhlichen Gespräch, auf dem Tisch sind Lernunterlagen und ein Kaffeebecher

Wer als ausländischer Abiturient ein Studium in Deutschland absolvieren will, benötigt dafür nicht nur eine fachliche Hochschulzugangsberechtigung, sondern auch die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache. Diese müssen in einer anerkannten Prüfung nachgewiesen werden. Als Direktorin von DIE NEUE SCHULE aus Berlin bereitet Maxi Haußer-Knabe ausländische Studieninteressenten gezielt auf solche Tests vor. In diesem Artikel erklärt sie, welche Zugangsvoraussetzungen es gibt, worin sich die verschiedenen Prüfungen unterscheiden und wie man sich am besten darauf vorbereitet.

Welche sprachlichen Zugangsvoraussetzungen gibt es für ein Studium in Deutschland?

Die zentralen Regelungen für den Nachweis deutscher Sprachkenntnisse für den Hochschulzugang findet man in der Rahmenordnung über deutsche Sprachprüfungen für das Studium an deutschen Hochschulen (RO-DT). Diese wurde in Zusammenarbeit der Kultusministerkonferenz mit der Hochschulrektorenkonferenz beschlossen.

Gemäß § 2 der Rahmenordnung gibt es vier Möglichkeiten, eine Prüfung zum Nachweis der sprachlichen Studierfähigkeit nachzuweisen:

  • Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)
  • Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) der Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung e. V.
  • Prüfungsteil Deutsch der Feststellungsprüfung an Studienkollegs beziehungsweise an den nach Landesrecht zuständigen Stellen
  • Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz – Zweite Stufe (DSD II)

Das Bestehen einer dieser Prüfungen ist in den meisten Fällen zwingend erforderlich für eine Studienberechtigung in Deutschland. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Diese liegen etwa dann vor, wenn sich der ausländische Student für einen deutschsprachigen oder germanistischen Studiengang eingeschrieben hat. Auch Inhaber anderer Sprachzertifikate können von einer Prüfung befreit sein. Hier sind vor allem das bestandene Goethe-Zertifikat C 2: Großes Deutsches Sprachdiplom und die bestandene Prüfung telc Deutsch C1 Hochschule zu nennen.

Die wichtigsten Prüfungen und ihre Unterschiede kurz erklärt

In der Praxis am wichtigsten sind die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH), der Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) und die Prüfung telc Deutsch C1 Hochschule. Zwischen diesen Prüfungen bestehen einige Unterschiede, die von angehenden Studenten berücksichtigt werden sollten.

TestDaF

Der Test Deutsch als Fremdsprache wird vom TestDaF-Institut angeboten. Er soll vor allem Deutschkenntnisse für den Studien- und Wissenschaftsbereich nachweisen.

Durchgeführt wird er weltweit in lizenzierten Testzentren. Das bietet den Vorteil, dass Interessenten ihn noch vor dem Umzug an den Hochschulstandort in ihrem Heimatland ablegen können. Doch auch in Deutschland gibt es viele Testzentren, die den Studenten offenstehen. Die Kosten betragen hierzulande aktuell 195 Euro (Stand: 2021).

Die wesentliche Besonderheit des TestDaF besteht darin, dass es sich dabei um eine standardisierte Prüfung handelt, die am selben Tag in Hunderten von zertifizierten Testzentren auf der ganzen Welt abgelegt wird. Das Prüfungsformat ist dabei überall gleich und die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich nicht. Die Einhaltung der Prüfungsstandards wird durch das Test-DaF-Institut sichergestellt.

Geprüft werden die vier Prüfungsbereiche Hörverstehen, Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck und mündlicher Ausdruck. Einen separaten Grammatik-Teil gibt es nicht.

DSH

Bei der DSH sieht das anders aus. Sie wird von den jeweiligen Hochschulen und Studienkollegs betreut. Das bedeutet, dass es individuelle Anmelde- und Prüfungstermine gibt, aber vor allem, dass sich der Schwierigkeitsgrad von Standort zu Standort unterscheiden kann. Standardisierte Verfahren für Aufgabenerstellung und Korrektur wie beim TestDaF gibt es nicht. Da es sich um eine hochschulinterne Prüfung handelt, besteht außerdem die Gefahr, dass erworbene Zertifikate von anderen Universitäten nicht anerkannt werden.

Die Prüfungsinhalte unterscheiden sich ebenfalls leicht vom TestDaF. Hier gibt es die vier Prüfungsteile Leseverstehen, Textproduktion, wissenschaftssprachliche Strukturen (Grammatik) und mündliche Textproduktion.

telc Deutsch C1 Hochschule

Die Prüfung telc Deutsch C1 Hochschule prüft Deutschkenntnisse mit Hochschulbezug auf weit fortgeschrittenem Niveau. Sie setzt sich aus einem schriftlichen und einen mündlichen Teil zusammen. Der schriftliche Teil umfasst die Bereiche Leseverstehen, Hörverstehen und schriftlicher Ausdruck und dauert drei Stunden und 40 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause). Die mündliche Prüfung wird in der Regel als Gruppenprüfung mit zwei oder drei Teilnehmern durchgeführt und erstreckt sich über 16 beziehungsweise 24 Minuten. Die mündliche Prüfung kann am selben Tag wie die schriftliche oder an einem anderen Tag abgelegt werden.

Informationen über die Prüfungstermine erhalten Interessenten bei telc-Prüfungszentren wie DIE NEUE SCHULE Berlin. DIE NEUE SCHULE bietet neben der Durchführung der Prüfung auch gleich den zugehörigen Vorbereitungskurs an.

Welches Niveau benötigt man, um die Prüfungen bestehen zu können?

Für angehende Studierende stellt sich schnell die Frage, welchen Test sie in Angriff nehmen sollten und welches Sprachniveau sie dafür benötigen. Grundlegend kann man sagen, dass man für die verschiedenen Tests in etwa die gleichen Voraussetzungen benötigt. Als Richtlinie gilt das Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.

Natürlich handelt es sich dabei aber noch um keine Garantie dafür, dass man die Prüfung auch besteht. Hat man sein Niveau C1 nur gerade so erreicht, wird es wahrscheinlich auch bei den Tests für die sprachliche Hochschuleignung schwierig.

Richtig auf die Prüfungen vorbereiten mit einem professionellen Deutschkurs

Sowohl bei DSH als auch bei TestDaF erhält man beim Bestehen ein gestuftes Ergebnis. Bei TestDaF ist die höchste Stufe TDN 5, die niedrigste TDN 3. Bei DSH geht die Skala von DSH 1 (niedrig) bis DSH 3 (hoch). Wichtig ist für Prüflinge dabei Folgendes: Auf einem niedrigen Niveau hat man die Prüfung zwar bestanden, für die Hochschulzulassung benötigt man aber mindestens das mittlere Ergebnis. Darüber hinaus kann es auch hochschul- und fachabhängig Unterschiede bei den Voraussetzungen geben.

Deshalb empfiehlt es sich, sich gewissenhaft auf seinen Test vorzubereiten. Am besten funktioniert das mit einem Vorbereitungskurs, wie wir ihn in DIE NEUE SCHULE anbieten. Unsere TestDaF-Vorbereitungskurse werden von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt, wobei sich Lernende nicht nur auf alle Prüfungsteile vorbereiten, sondern auch ihre Kompetenzen im akademischen Sprachgebrauch erweitern.

In unseren Kursen vermitteln wir darüber hinaus prüfungsrelevanten Wortschatz und Strukturen, trainieren Prüfungsstrategien, führen Modellprüfungen unter realistischen Bedingungen durch und geben Tipps zur Bearbeitung individueller Schwächen und zum Weiterlernen.

Tipps für angehende Studierende

Oft haben Studienbewerber aus dem Ausland nur sehr vage Vorstellungen von dem Fach, das sie studieren möchten. Meistens hört man Begriffe wie Maschinenbau, BWL, Technik oder Ingenieurwesen. Die meisten dieser zum größten Teil technischen Fächer kann man aber nicht nur an Universitäten, sondern auch an Fachhochschulen (FH) studieren. Wer sich mit der Deutschprüfung schwertut, sollte deshalb darüber nachdenken, seine Ausbildung hier zu absolvieren. Oft sind die sprachlichen Anforderungen an FHs niedriger.

Wer bei der Wahl des Studienortes nicht eingeschränkt ist, könnte auch über einen Wechsel des Bundeslandes nachdenken. Teilweise lassen sich auch so Standorte mit niedrigeren Anforderungen finden.

Über DIE NEUE SCHULE

Maxi Haußer-Knabe, Direktorin von DIE NEUE SCHULE
Maxi Haußer-Knabe, Direktorin von DIE NEUE SCHULE in Berlin. (Bild: © DIE NEUE SCHULE)

DIE NEUE SCHULE befindet sich seit 1984 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie bietet ein vielseitiges Spektrum an Sprachkursen an, wobei alle Lehrer Muttersprachler in der jeweils unterrichteten Sprache sind. Lernende profitieren dadurch von besonders authentischem sprachlichem Input. Einen wesentlichen Anteil an der entspannten Lernerfahrung haben 31 großzügig bemessene helle Unterrichtsräume, eine große Bibliothek im Schulgebäude und eine gemütliche Cafeteria.

Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der Lesbarkeit, insbesondere für Nicht-Muttersprachler:innen, wurde die generisch maskuline Formulierungsform beibehalten.

Weitere Tipps zum Thema Lernen an sich finden Sie in unserem Beitrag hier: „Lernen mit neuen Medien – 5 effektive Wege, die Sie zum Erfolg bringen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.