Finanzmarkt

Die wichtigsten Anlageklassen – vorgestellt vom Börsenexperten Felix Haupt

Börsenkurs Diagramme auf Stapeln von Münzgeld

In Zeiten niedriger Zinsen gewinnen alternative Anlageklassen für Privatanleger*innen immer mehr an Bedeutung. Das gilt vor allem für Aktien, Anleihen, Derivate und Zertifikate. Da jede Variante ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile hat, stellt sich für Anleger*innen die Frage, welche davon am besten zu den eigenen Sparzielen passt. In diesem Artikel stellt Ihnen Felix Haupt die verschiedenen Anlageformen mit ihren jeweiligen Anlagehorizonten, Renditen und Risiken vor.

1. Aktien – die verbreitetste Anlageform

Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen. Wer sie erwirbt, profitiert nicht nur von Kursgewinnen und Dividenden, sondern erhält je nach Aktientyp auch verschiedene Vorteile, wie etwa das Recht zur Teilnahme und Abstimmung bei der jährlichen Aktionärsversammlung. Unternehmen geben Aktien heraus, um ihre Kapitalbasis zu erhöhen, weiter zu wachsen und die Kreditaufnahme zu erleichtern. Für Anleger*innen auf der anderen Seite stellen sie bei guter Planung eine relativ sichere Form der Vermögensvermehrung dar.

Verschiedene Arten von Aktien

Aktien lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten kategorisieren. Die wichtigsten Typen sind Stammaktien, Vorzugsaktien, Nennwertaktien, Inhaber- und Namensaktien.

Stammaktien

Die Stammaktie ist in Deutschland der häufigste Typ. Ihr Besitz berechtigt zur Teilnahme an der jährlichen Hauptversammlung, wo man den Rechenschaftsbericht von Vorstand und Aufsichtsrat hören, den Vorstand entlasten und an weiteren Abstimmungen teilnehmen kann. Je mehr Stammaktien man hält, desto mehr Stimmen hat man bei der Hauptversammlung.

Vorzugsaktien

Vorzugsaktien zeichnen sich dadurch aus, dass man eine höhere Dividende bekommt. Dafür muss man jedoch auch auf sein Stimmrecht und häufig auch auf Kursgewinne, etwa bei Fusionen und Übernahmen, verzichten.

Nennwertaktien

Nennwertaktien zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf einem bestimmten Betrag lauten. Das ist insofern problematisch, als der eigene Anteil am Unternehmen bei einer Neuemission von Aktien nicht mitwächst, wodurch wiederum der Einfluss des Inhabers/der Inhaberin sinkt. Aus diesem Grund sind heute eher nennwertlose Stückaktien verbreitet, die einen festen Anteil am Grundkapital verbriefen.

Inhaberaktien

Die Inhaberaktie ist ein weiterer Standardtyp. Die Bezeichnung sagt aus, dass das Wertpapier demjenigen gehört, der es in seinem Portfolio hält. Ein Vorteil von Inhaberaktien besteht darin, dass sie problemlos an der Börse gehandelt werden können. Nachteile gibt es eher auf Unternehmerseite. Das Management weiß nämlich nicht, wer die Aktien gekauft hat und kann weniger leicht mit den Eigentümer*innen kommunizieren.

Namensaktien

Namensaktien sind das Gegenteil von Inhaberaktien. Hier weiß die AG ganz genau, wer wie viele Aktien hält. Das erleichtert die Organisation der Investor Relations ungemein. Eine Sonderform sind vinkulierte Namensaktien, die nur mit Zustimmung des Unternehmens ge- oder verkauft werden dürfen. So kann man zum Beispiel Konkurrent*innen vom Aktienkauf abhalten.

Darauf sollte man beim Aktienkauf achten

Für Anleger*inne stellt sich die Frage, in welche Aktien sie investieren sollen. Hierbei haben sich in der Börsengeschichte einige Grundsätze herauskristallisiert.

1. Betriebs- und volkswirtschaftliche Kennzahlen

Zunächst einmal ist es wichtig, die Unternehmen, in die man investiert, zu kennen. Fundamentale Kennzahlen sind hierbei ebenso zu berücksichtigen wie Daten über das Marktumfeld, Zinsentwicklungen, die konjunkturelle Situation, den Arbeitsmarkt und den technologischen Fortschritt. Erst auf dieser Grundlage kann man begründete Aussagen über Entwicklungspotenziale und zu erwartende Kursgewinne treffen.

Da die Vorarbeit einen erheblichen Zeitaufwand darstellt, greifen vor allem Privatanleger*innen auf verschiedene Hilfsmittel zurück. So bieten etwa Indizes wie DAX, Dow Jones, RTS, Nikkei und Euro STOXX eine gewisse Aussagekraft. Wer sich das mühsame Zusammenstellen von Aktienportfolios sparen möchte, kann auch in Fonds investieren und die Arbeit speziell ausgebildeten Fonds-Manager*innen überlassen. Hierfür fallen allerdings auch wieder Gebühren an.

2. Risikostreuung

Ein zweiter wichtiger Grundsatz bei der Aktienanlage ist die Diversifikation. Das bedeutet, dass man das Vermögen durch Investitionen in unterschiedliche Werte gegen Risiken absichern sollte. Dabei empfiehlt es sich, nicht nur in verschiedene Unternehmen, sondern auch in unterschiedliche Branchen und Länder zu investieren. Grundsätzlich gilt, dass Werte mit geringerem Risiko wie zum Beispiel Blue Chips einen größeren Anteil am Portfolio ausmachen sollten. In diesem Zusammenhang spielt auch der Anlagehorizont eine Rolle. Bei sicheren Anlagen ist er tendenziell länger.

Tipp: Für Einsteiger*innen können Musterdepots und Börsenbriefe eine gute Orientierungshilfe bei der Erstellung des ersten Portfolios bieten. Einen guten Ansatz zeigt zum Beispiel das Felix-Haupt-Eine-Million-Musterdepot auf.

3. Psychologie

Psychologie spielt an der Börse eine wichtige Rolle. Vor allem in Boom-Phasen verleitet die allgemeine Euphorie gerade neue Anleger*innen häufig zu Investitionen in Aktien, die längst überbewertet sind. Ein weiterer, oft zu beobachtender Fehler besteht darin, Aktien während kurzfristiger Abwärtstrends abzustoßen, obwohl das dahinterstehende Unternehmen solide substanzielle Werte aufweist. Grundsätzlich sollte man sich also nicht von der Masse anstecken lassen und sich bei der Bewertung von Aktien auf valide Daten verlassen.

Aktien haben Vorzüge und Nachteile

Wie bei jeder Anlageformen gilt es bei Aktien, ein Für und Wider abzuwägen. So sind die Vorteile von Aktien:

  • Mit einem Unternehmensanteil hält man einen tatsächlichen physischen Wert.
  • Die Berücksichtigung fundamentaler Kennzahlen eröffnet gute Einschätzungsmöglichkeiten.
  • Man profitiert von Dividenden und Kursgewinnen.
  • Aktien verleihen ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung.

Hingegen als die primären Nachteile von Aktien sind zu nennen:

  • Aktien bringen ein Kursverslustrisiko mit sich.
  • Psychologische Effekte haben oft einen unkalkulierbaren Einfluss auf die Kurse.

Für wen eignen sich Aktien?

Aktien eignen sich für private ebenso wie für institutionelle Anleger*innen. Wer langfristig in diese Art Wertpapier investieren will, sollte allerdings auch die Bereitschaft mitbringen, sich regelmäßig mit Märkten und Unternehmen zu beschäftigen und das eigene Anlageverhalten vor allem unter psychologischen Gesichtspunkten kritisch zu hinterfragen.

2. Anleihen – wenn man auf Nummer sicher gehen will

Anleihen sind Schuldverschreibungen, die von Ländern, Banken, Unternehmen und ähnlichen Institutionen herausgegeben werden, um Teile ihrer Ausgaben zu finanzieren. In Deutschland gibt der Staat zum Beispiel Staatsanleihen des Bundes und Bundesschatzbriefe heraus. Weitere Beispiele für Anleihen sind Pfandbriefe von Hypothekenbanken sowie Bank- und Sparkassenobligationen.

Wer eine Anleihe kauft, leiht dem Emittenten/der Emittentin Geld. Im Gegenzug dafür erhält man regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit das gesamte Geld zurück. Da die Zinszahlungen im Normalfall über die gesamte Laufzeit gleichbleiben, spricht man auch von festverzinslichen Wertpapieren.

Anleihen werden nicht nur direkt von den Emittent*innen begeben, sondern auch an Börsen gehandelt. Somit besteht auch die Möglichkeit, von Kursschwankungen zu profitieren.

Darauf sollte man bei Anleihen achten

Anleger*innen können zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Anleihen wählen. Um die passende Variante für die eigenen Anlageziele zu finden, sollte man vor allem die folgenden Punkte berücksichtigen.

Zinshöhe und Risiko

Für den Zinssatz beziehungsweise Kupon gilt, dass eine Anlage umso sicherer ist, je kreditwürdiger der Schuldner/die Schuldnerin ist. Gleichzeitig sind die Zinsen dadurch auch niedriger. Für die Anleger*innen reduzieren sich dadurch die Gewinnmöglichkeiten.

Höhere Zinsen gibt es bei Anleiheherausgeber*innen von niedrigerer Bonität. Hier bekommt man mehr – es besteht aber das Risiko, dass man sein Geld am Ende der Laufzeit nicht zurückbekommt. Das gilt zum Beispiel für Emittent*innen aus Schwellenländern oder Emerging Markets wie den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien).

Kurse der Anleihen

Je stärker die Zinsen fallen, desto stärker steigt der Kurs von Anleihen mit hohem festen Zinssatz. Steigen die Zinsen jedoch an, so sinkt der Kurs von Anleihen mit niedrigem festen Zinssatz. Die Schwankungen des Kurses fallen in der Regel umso stärker aus, je länger die Restlaufzeit ist. Wenn Sie die Anleihe während der kompletten Laufzeit in Ihrem Portfolio halten, ist der Kursverlauf irrelevant, da am Laufzeitende Kurs- und Nennwert identisch sind.

Die Laufzeit

Je länger die Laufzeit ist, desto höher sind in der Regel die Zinsen. Man unterscheidet kurzfristige Anleihen von drei Monaten bis zu zwei Jahren, mittelfristige Anlagen von drei bis fünf Jahren und langfristige Anlagen von mehr als fünf Jahren.

Der optimale Kaufzeitpunkt

Anleihen stehen in direkter Konkurrenz zu Aktien. Grundsätzlich kann man sagen, dass man mit Anleihen gut fährt, wenn die Aktienkurse sinken und an den Börsen wenig los ist. Bei einem anhaltenden Bullenmarkt hingegen verzeichnet man auf diese Weise in der Regel größere Erfolge.

Vorzüge und Nachteile von Anleihen

Bei den Anleihen sind folgende Vorteile zu nennen:

  • Im Vergleich mit anderen Anlageformen sehr sichere Anlageform.
  • Sichere Zinsenauszahlung.
  • Kursschwankungen oft deutlich geringer als bei Aktien.

Dem gegenüber stehen diese Nachteile von Anleihen:

  • Man erwirbt nicht wie bei Aktien Anteile am Unternehmen, sondern tritt als Gläubiger*in auf.
  • Die Renditen sind bei den meisten Anleihen relativ gering. Kurzfristige Anleihen bieten teilweise nicht einmal einen Inflationsausgleich.

Für wen eignen sich Anleihen?

Anleihen kommen vor allem für sicherheitsbewusste Anleger*innen infrage. Zwar sind die Renditen vergleichsweise gering, dafür bieten Emittent*innen mit guter Bonität eine vergleichsweise unkomplizierte Möglichkeit der Vermögensabsicherung. Spekulative Anlagemöglichkeiten findet man vor allem im Bereich der Hochzinsanleihen.

3. Derivate – Investitionen in Termingeschäfte

Bei dieser Anlageform spekuliert man mit dem Faktor Zeit. Ein Derivat berechtigt beziehungsweise verpflichtet den Inhaber/die Inhaberin, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Wenn der Marktwert des Produkts zum Kaufzeitpunkt höher ist, macht man Gewinn. Ist er niedriger, verfällt das Derivat.

Daher kommt auch der Name dieses Finanzinstruments (lateinisch für „Ableitung“): Man investiert nicht in den Basiswert selbst, sondern in die Veränderung des Basiswerts (Underlying) im Zeitverlauf. Typische Basiswerte sind Aktien, Indizes, Anleihen, Rohstoffe, Zinsen und Devisen. Derivate können vor Ablauf der Laufzeit an der Börse oder direkt an andere Wirtschaftssubjekte verkauft werden. Begeben werden sie üblicherweise von Banken.

Der hauptsächliche Zweck von Derivaten besteht in der Absicherung von Risiken, wie sie beispielsweise beim Fernhandel zu Schiff auftreten. Auch beim Börsenhandel bieten Derivate Absicherungsmöglichkeiten. Besitzt man zum Beispiel eine Aktie, kann man sich mit einem Derivat wie einer Verkaufsoption oder einem Future gegen Kursverluste absichern. In den vergangenen Jahren ist vor allem die Bedeutung von Derivaten als Spekulationsobjekt immer mehr in den Vordergrund getreten.

Verschiedene Arten von Derivaten

Derivate untergliedert man in zwei Arten – bedingte und unbedingte Termingeschäfte.

Bedingte Termingeschäfte

Handelt es sich um ein bedingtes Termingeschäft, ist die Inanspruchnahme des Derivats nicht zwingend. Man muss nicht zum vereinbarten Termin kaufen oder verkaufen, sondern kann das Derivat auch einfach verfallen lassen.

Die prominentesten Vertreter bedingter Termingeschäfte sind Optionsscheine (Warrants). Sie berechtigen zum Kauf einer bestimmten Anzahl von Basiswerten zu einem vorab festgelegten Preis. Wenn der Marktpreis zu dem Zeitpunkt höher ist, macht man Gewinn. Ist er niedriger, verfällt der Optionsschein wertlos.

Ihren Ursprung haben sie in Optionsanleihen. Dabei handelt es sich um Anleihen, die neben einem festen Zinssatz auch das Recht verbriefen, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge von Aktien des emittierenden Unternehmens zu kaufen. Mit der Zeit wurden die Optionsscheine von den Anleihen getrennt und separat an den Börsen gehandelt.

Weiterführende Informationen zu Optionsscheinen finden Sie in diesem umfangreichen Artikel von Onvista.

Unbedingte Termingeschäfte

Die wichtigsten unbedingten Termingeschäfte sind Futures, Forwards, Swaps und Aktienanleihen. Bei Futures hat der Inhaber/die Inhaberin nicht die Wahl, ob er/sie das Derivat nutzt oder nicht. Verkäufer*innen versprechen, den Basiswert zum Fälligkeitszeitpunkt zu liefern, und die Käufer*innen versprechen, eine fixe Zahlung zu leisten. Alternativ spricht man auch von Festgeschäften. Als Forwards bezeichnet man unbedingte Termingeschäfte, die nicht an der Börse, sondern direkt zwischen den Wirtschaftssubjekten gehandelt werden.

Bei Swaps handelt es sich um einen regelmäßigen Leistungstausch. Häufig tauschen dabei Unternehmen Forderungen und Verbindlichkeiten aus, um günstigere Verzinsungskonditionen zu erreichen. Eine besondere Form des Swaps ist der CFD (Contract for Difference). Dabei vereinbaren zwei Parteien den Austausch von Wertentwicklung und Erträgen eines Basiswerts gegen Zinszahlung.

Aktienanleihen sind strukturierte Finanzprodukte, bei denen der Emittent/die Emittentin das Recht hat, am Ende der Laufzeit wahlweise den Nominalbetrag vollständig zurückzuzahlen oder eine bestimmte Anzahl vorher festgelegter Aktien zu liefern.

Hinweise zum Derivate-Kauf

Die emittierenden Banken wollen mit Derivaten Geld verdienen. Deshalb fallen für den Käufer/die Käuferin Management-Gebühren und Ausgabeaufschläge an. Hier lohnt sich vorab ein Vergleich, da sie in der Gewinnerwartung berücksichtigt werden müssen.

Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei Derivaten um komplexe Finanzprodukte handelt, die nur von erfahrenen Anleger*innen genutzt werden sollten. Da der Faktor Zeit stark berücksichtigt wird, sind umfassende betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse erforderlich.

Vorzüge und Nachteile von Derivaten

Insbesondere folgende Vorteile von Derivaten sind für Anleger*innen interessant:

  • Höhere Gewinne möglich als bei Aktien.
  • Geringerer Kapitaleinsatz erforderlich als beim Kauf von Aktien.
  • Möglichkeit, auch von fallenden Kursen zu profitieren.
  • Große Auswahl an verfügbaren Basiswerten.

Diese Nachteile haben Derivate:

  • Höheres Risiko; große Verluste in kurzer Zeit möglich.
  • Sehr viel Erfahrung sowie Arbeitserfahrung erforderlich.
  • Keine Teilhabe an Unternehmen.
  • Wenig transparent.

Für wen eignen sich Derivate?

Derivate sind vor allem für erfahrene Anleger*innen geeignet, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um Verluste auszugleichen. In sicherheitsorientierten Portfolios sollten sie einen eher kleinen Anteil von weniger als zehn Prozent einnehmen.

4. Zertifikate – Strukturierte Finanzprodukte für Expert*innen

Zertifikate weisen Merkmale von Derivaten und Anleihen auf, können aber nicht eindeutig einem der beiden Typen zugeordnet werden, weshalb sie hier noch einmal extra behandelt werden.

Der Grundstruktur nach handelt es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen, die von der Bank ausgegeben und von Anleger*innen gekauft werden. Anders als bei einer gewöhnlichen Anleihe erhalten Käufer*innen allerdings keine Zinsen. Stattdessen partizipieren sie an Entwicklungen eines Basiswerts, in den der Emittent/die Emittentin mit dem geliehenen Geld investiert. Wie bei Anleihen bekommt man das Geld am Ende der Laufzeit zurück. Ebenso können Zertifikate separat an Börsen und außerbörslich gehandelt werden.

Da es sich bei Zertifikaten um sehr komplexe Produkte mit einer großen Vielfalt handelt, gehen wir an dieser Stelle nicht erschöpfend darauf ein. Anbei lediglich einige Beispiele, um ihre Heterogenität zu unterstreichen:

  • Outperformance-Zertifikate
  • Express-Zertifikate
  • Discount-Zertifikate
  • Strukturierte Anleihen
  • Kapitalschutz-Zertifikate
  • Bonitätsanleihen.

Wenn Sie sich näher über das Thema Zertifikate informieren wollen, finden Sie in diesem Informationspapier des Deutschen Derivate Verbands viel Wissenswertes. An dieser Stelle sei lediglich darauf hingewiesen, dass Sie nur in Zertifikate investieren sollten, die Sie auch wirklich verstehen, und dass Sie einen genauen Blick auf Kreditratings, Eigenkapitalquoten und weitere wichtige Kennzahlen der ausgebenden Banken werfen sollten.

Vorzüge und Nachteile von Zertifikaten

Dies sind die Vorteile von Zertifikaten:

  • Überproportionale Gewinne möglich.
  • Renditechancen können auch bei Seitwärtsbewegungen und fallenden Kurven wahrgenommen werden.
  • Man kann in Werte investieren, die für Privatanleger*innen normalerweise nicht verfügbar sind.
  • Sehr individuelle Anlagestrategien können verfolgt werden.

Diese Nachteile bringen Zertifikate mit sich:

  • Emittentenrisiko.
  • Häufig hohe versteckte Kosten.
  • Oft intransparent; für Privatanleger*innen schwer zu durchschauen.
  • Deutlich geringerer Standardisierungsgrad als bei Aktien.

Für wen eignen sich Zertifikate?

Ursprünglich wurden Zertifikate entworfen, um Privat- und Kleinanleger*innen die Möglichkeit zu geben, in Anlageklassen zu investieren, die normalerweise nicht ohne Weiteres zugänglich sind. Unter diesem Gesichtspunkt sind sie für all diejenigen interessant, die nach neuen Renditemöglichkeiten abseits der eingetretenen Pfade suchen. Auf der anderen Seite darf aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei Zertifikaten um komplexe und häufig nur bedingt transparente Anlageformen handelt. Deshalb kommen sie vor allem für erfahrene Investoren in Betracht, die Verluste in einem ausreichenden Maß kompensieren können.

Über Felix Haupt

Felix Haupt von der BeJoCo Finanzinformationen GmbH ist Trading- und Börsenexperte. Er verfügt über jahrelange Erfahrung mit verschiedensten Anlageklassen und teilt sein Wissen unter anderem mit seinem erfolgreichen Börsenbrief. In dem Börsenbrief kann jede*r Interessierte nachvollziehen, wie man durch den Kauf von Aktien und Hebelscheinen ein erfolgreiches Depot aufbaut. Neben seiner Arbeit an der Börse verfügt Felix Haupt auch über umfangreiche Erfahrungen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung.

Beate Greisel

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