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Als Fahrlehrer kann man sich nicht über fehlende Abwechslung beklagen“ – Interview mit Lulzim Krasniqi von der Blitz Fahrschule Zürich

Ein schwarzes Auto mit Fahrschul-Schild auf dem Dach im Stadtverkehr.

Der Beruf des*r Fahrlehrers*in geht mit großer Verantwortung und einem vielfältigen Anforderungsprofil einher. Vor allem in wachsenden Metropolregionen ist viel Erfahrung erforderlich, um Schüler*innen optimal auf die praktische Prüfung vorzubereiten. Wir haben uns mit Lulzim Krasniqi von der Blitz Fahrschule Zürich darüber unterhalten, welchen Herausforderungen er bei seiner täglichen Arbeit begegnet, wie der technologische Fortschritt den Fahrunterricht verändert und wie er und sein Team mit der aktuellen Corona-Situation umgehen.

Es ist immer wieder toll, die Fortschritte der Schüler*innen zu beobachten – Interview mit Lulzim Krasniqi von der Blitz Fahrschule Zürich

Guten Tag Herr Krasniqi. Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

Lulzim Krasniqi: Vielen Dank! Ich freue mich, hier zu sein.

Als Fahrlehrer haben Sie einen abwechslungsreichen und sehr verantwortungsvollen Job. Erklären Sie unseren Leser*innen zum Einstieg doch kurz, wie Ihr Alltag aussieht.

LK: Das ist richtig. Als Fahrlehrer kann ich mich über zu wenig Abwechslung nicht beklagen. Grundsätzlich sieht mein Tag so aus, dass ich in einem Takt von eineinhalb Stunden praktische Fahrstunden gebe. Dabei habe ich mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeitstypen, Nationalitäten und Altersgruppen zu tun. Da braucht man viel Einfühlungsvermögen und muss sich immer wieder neu auf verschiedenste Bedürfnisse einstellen.

Doch auch bei den Aufgaben ist für Abwechslung gesorgt. Mal liegt der Fokus auf dem Parken, mal fährt man auf der Autobahn, mal übt man das Überholen oder ist Überland unterwegs. Ab und zu ist man auch mal beim TÜV oder trinkt einen Kaffee mit Kolleg*innen oder anderen Prüfer*innen. Da wird einem nie langweilig.

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

LK: Es ist immer wieder toll zu sehen, welche Fortschritte Fahrschüler*innen in kurzer Zeit machen. Haben sie am Anfang noch Probleme, die Kupplung richtig zu betätigen oder die Übersicht im Straßenverkehr zu bewahren, so bewegen sie sich nach wenigen Fahrstunden in der Regel schon deutlich sicherer im öffentlichen Verkehrsraum. Wenn dann zum Schluss auch noch die theoretische und die praktische Prüfung bestanden sind, ist das für mich immer ein ganz besonderes Erlebnis. Man sieht den unmittelbaren Erfolg seiner Arbeit und freut sich gleich doppelt mit seinem*r Schüler*in. Nicht zuletzt bin ich stolz, einen Beitrag zu sicheren Straßen in der Schweiz leisten zu können.

Auf der anderen Seite darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass der Beruf des Fahrlehrers auch mit Enttäuschungen einhergeht. Wenn man zum Beispiel sieht, wie einem*r Schüler*in in der Prüfung aus Nervosität oder Angst Fehler unterlaufen und er*sie nicht besteht, leidet man immer auch mit. Schließlich weiß man ja, dass er*sie fahren kann.

Werfen wir einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Wie kam es zur Gründung Ihrer Fahrschule?

LK: Es war schon immer ein Lebensziel von mir, einen Beruf auszuüben, bei dem ich mein eigener Chef sein kann. Hinzukommen meine Leidenschaft für das Autofahren und die Freude am Umgang mit Menschen. So kam es dann auch, dass ich im Februar 2019 meine eigene Fahrschule gründete. Heute betreuen ich und mein Team im Rahmen von Fahrstunden, Nothelfer- und Verkehrskundekursen rund 30 Schüler*innen pro Monat und wachsen stetig weiter.

Welche Themen bereiten Fahrschülern Ihrer Erfahrung nach häufig Probleme?

LK: In der Praxis bereitet vielen Schüler*innen die Tempo-30-Zone Schwierigkeiten. Hier ist immer erst ein wenig Eingewöhnung erforderlich, um das richtige Gefühl für die Geschwindigkeit zu entwickeln. Weitere typische Problemstellen sind der Rechtsvortritt und das Einspuren. Vor allem in Ballungsgebieten wie Zürich tritt das deutlich zutage. Hier wird der Verkehr zunehmend dichter. Außerdem kommen zusätzliche Faktoren wie Baustellen und Umleitungen hinzu

Hat das Nichtbestehen in Prüfungen häufig mit diesen Themen zu tun?

LK: Ja, auch. Geschwindigkeitsübertretungen und Rechtsvortritte sind immer wieder mal für ein Nichtbestehen verantwortlich. Das zugrundeliegende Problem ist allerdings oft nicht das fehlende Wissen beziehungsweise die fehlende Übung. Vielmehr sind Nervosität und Unsicherheit für die meisten Fehler verantwortlich.

Als Fahrlehrer muss man sich in diesem Zusammenhang vor Augen halten, dass immer auch ein gewisser finanzieller Druck hinter dem Thema Fahrschule steht. Schließlich will der*die Schüler*in nicht für mehr Stunden bezahlen als unbedingt nötig. Auch der soziale Druck durch das Umfeld kann einen großen Einfluss haben. Als Fahrlehrer hat man die wichtige Aufgabe, dem*r Schüler*in durch eine gewissenhafte Vorbereitung so viel von seiner Nervosität zu nehmen wie möglich.

Höhere Verkehrskomplexität und steigende Durchfallquoten

Unter Fahrlehrer*innen begegnet man in jüngerer Zeit häufiger der Auffassung, dass die Durchfallquoten steigen. Ist das auch Ihr Eindruck?

LK: Ja. Das belegen auch zahlreiche Studien. Uneinigkeit besteht allerdings bei den Ursachen. Einige Experten erklären die steigenden Quoten mit der zunehmenden Komplexität von Verkehrssituationen. Als weitere Ursachen werden die allgegenwärtige Smartphone-Nutzung und der zunehmende Stress im Alltag diskutiert. Vor allem bei jüngeren Fahrschüler*innen lässt sich häufig beobachten, dass sie schneller von unübersichtlichen Situationen überfordert sind. Den*die Fahrlehrer*in stellt das bei der Ausbildung vor entsprechend große Herausforderungen.

Die Art der Ausbildung hat natürlich einen großen Einfluss auf den Prüfungserfolg. Worauf sollten angehende Fahrer*innen achten, wenn sie nach einer Fahrschule suchen?

LK: Bei der Fahrschulauswahl ist Mund-zu-Mund-Propaganda immer eine gute Informationsquelle. Schließlich hat man immer jemandem im näheren Bekanntenkreis, der auch gerade die Fahrschule absolviert. Hier kann man sich sicher sein, verlässliche Rezensionen zu erhalten.

Darüber hinaus bietet ein Blick in die geltende Fahrschüler-Ausbildungsordnung und die Prüfungsrichtlinie eine gute Orientierung. Diese Informationen erleichtern es dem Interessenten, im Erstgespräch mit der Fahrschule die richtigen Fragen zu stellen.

Welche Tipps haben Sie für Prüflinge, die vor ihrer Prüfung stehen?

LK: Ein wichtiger Faktor ist Gelassenheit. Wer entspannt an die Sache herangeht, kann das erworbene Wissen und seine Fähigkeiten viel besser abrufen. Es kann sich also empfehlen, vorab einige Entspannungsübungen durchzuführen. Die Grundlage für eine erfolgreiche Prüfung ist aber natürlich immer eine gewissenhafte Vorbereitung.

Gehen wir abschließend noch einmal kurz auf die Corona-Situation ein. Welchen Einfluss hat die Pandemie auf Ihre Arbeit?

LK: Wie die meisten anderen Branchen sind auch wir stark von der Corona-Krise betroffen. In der Anfangszeit konnten wir gar nicht arbeiten und auch später waren Fahrstunden und Theorieunterricht nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen möglich. Mittlerweile hat sich die Situation wieder ein wenig normalisiert und wir freuen uns, wieder für unsere Schüler*innen da sein zu dürfen.

Tatsächlich haben wir heute sogar deutlich mehr Arbeit. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Anfragen deutlich gestiegen. Viele Menschen, die bisher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, haben sich jetzt doch für den Führerschein entschieden.

Also ein positiver Zukunftsausblick. Vielen Dank für das informative Gespräch und die interessanten Einblicke

Über die Blitz Fahrschule

Die Blitz Fahrschule wurde 2019 von Lulzim Krasniqi gegründet. In Zürich Oerlikon bereitet er Fahrschüler mit seinem Team bestmöglich auf die theoretische und die praktische Führerscheinprüfung vor. Dabei sorgen eine individuell an den Schüler*innen ausgerichtete praktische Unterrichtsweise und ein moderner multimedial gestützter Unterricht für optimale Lernerfolge. Neben den Fahrstunden bietet die Blitz Fahrschule auch Nothelferkurse und den Verkehrskundeunterricht an.

Beate Greisel

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