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Druck mit Resilienz meistern: Handlungsspielräume nutzen

… aus der wöchentlichen Themenserie „Stark wie Bambus: den täglichen Druck mit Resilienz meistern“ der Expertin für innere Kraft und Resilienz Katharina Maehrlein. Nach dem vierten Teil „Das Selbstbewusstsein stärken – Setzen Sie sich bewusst durch folgt heute Teil 5: „Handlungsspielräume nutzen – Schärfen Sie Ihren Blick für das Machbare“.

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Termine, Kalender, Zeitmanagement
Handlungsspielräume: alles nur eine Frage der Organisation? (Bild: Tommy Kujus / pixelio.de)

„Das ist doch zum Verzweifeln, ich arbeite und arbeite, mache Überstunde um Überstunde, und trotzdem schaffe ich es nicht, diesen riesigen Berg an Papierkram abzubauen. Im Gegenteil, es kommen immer neue Aufgaben dazu. Und der Chef, der sagt dazu nur: »Ja ja, da müssen Sie sich eben besser organisieren!«“.

Es gibt immer wieder Situationen, die uns unlösbar erscheinen und an denen wir zu verzweifeln drohen. Meist sind sie dann auch nicht zu lösen, zumindest nicht aus unserem aktuellen Blickwinkel, denn wir richten unseren Fokus dann auf einen Bereich, der außerhalb unseres Einflusses liegt. Dieses Areal nenne ich die „unveränderlichen Rahmenbedingungen“. Wenn wir aber die Perspektive ändern und uns auf den Bereich konzentrieren, in dem wir selbst etwas ändern können, in dem wir handeln können und somit Handlungsspielraum haben, werden wir zum aktiven Gestalter der Umstände. Diesen Perspektivwechsel kann man lernen.

Alle Ereignisse, die uns mittel- oder unmittelbar beeinflussen, gehören demnach in einen der beiden Bereiche:

1. Unveränderliche Rahmenbedingungen

Das ist der Bereich, der unser Leben beeinflusst, aber von uns nicht beeinflusst werden kann. In diesem Bereich ist keine Kontrolle möglich. Hierunter fallen Dinge, die wir eben nicht ändern können. Verharre ich hier, versuche ich hier, die Dinge zu verändern, werde ich zum Opfer der Umstände, denn es kann mir nicht gelingen.

2. Handlungsspielraum

Das ist der Teil in unserem Leben, den wir aktiv beeinflussen können, indem wir direkte Kontrolle ausüben und selbst handeln, andere zu einer Handlung veranlassen und somit die indirekte Kontrolle haben oder etwas bewusst, also ebenfalls kontrolliert, unterlassen. Hier werden wir zum Gestalter der Umstände, und Veränderungen können gelingen.

Die gute Nachricht ist: Und wenn er noch so klein ist – einen Handlungsspielraum gibt es immer! Und in den allermeisten Fällen Ihrer Arbeitspraxis bleibt Ihnen deutlich mehr zu tun als nur zu blinzeln. Die Kunst ist, den Handlungsspielraum zu erkennen und ihn zu nutzen.

Dabei ist entscheidend, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten, also welchen Fokus Sie in Ihren Sucher nehmen. Statt sich über Dinge zu ärgern, die Sie ohnehin nicht ändern können (unveränderliche Rahmenbedingungen), sollten Sie Ihr Handeln auf das konzentrieren, was in Ihrem Einflussbereich (Handlungsspielraum) liegt – der sich dadurch stetig vergrößert. Wenn Sie Ihren Fokus immer nur auf die Rahmenbedingungen richten, werden Sie vermehrt die unabänderlichen Aspekte wahrnehmen und schließlich auch keinen Handlungsspielraum mehr erkennen können. In der Folge werden Sie weniger handeln und immer passiver. Damit machen Sie sich zum hilflosen Opfer. Konzentrieren Sie sich aber auf Ihren Handlungsspielraum, werden Handlungsenergien frei und Sie können wieder konstruktiv auf die Umstände reagieren. Damit entsteht ein selbstverstärkender, motivierender Prozess: Sie werden zum Gestalter der Umstände.

Seite 2: Handlungsspielräume erkennen und ausdehnen

Christoph Schroeder

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