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Herausforderung Redaktionsplan – Interview mit Claudia Kauscheder

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Jeder schätzt einen strukturierten Blog, doch kaum jemand kennt den Aufwand dahinter: Die Planung der Redaktion ist häufig eine Mammutaufgabe. Die richtigen Tools können dabei Abhilfe schaffen. Claudia Kauscheder spricht dabei eine ganz bestimmte Empfehlung aus und erklärt in ihrem Webinar im Rahmen des Social Media Sommer-Camps 2017 alles, was Sie für eine solide Redaktionsplanung brauchen. Im Interview vorab spricht sie über die konkreten Herausforderungen und Stolpersteine auf dem Weg zum professionellen Redaktionsplan und gibt zahlreiche Tipps, wie es auch unter erschwerten Bedingungen klappt mit der Planung in der Redaktion.

Anmerkung der Redaktion: Die Komplettpakete zum Social Media Camp stehen auch nachträglich als Webinaraufzeichnung zur Verfügung. Dabei bestimmen Sie selbst das Tempo; der Einstieg ist jederzeit möglich. Mehr Informationen finden Sie unter Social Media Camp 2017 oder auch in unserer Übersicht der Online-Kurse.

Wie der perfekte Redaktionsplan funktioniert – Claudia Kauscheder im Interview

Schönen guten Tag Frau Kauscheder, der Titel Ihres Webinars kündigt eine strukturierte Einführung in Trello an. Trello ist ein Tool, das nicht per se auf eine Redaktionsplanung abzielt. Wie sind Sie gerade auf diese Software gekommen und was ist Trello für Sie?

Da haben Sie vollkommen Recht, Trello ist ursprünglich als Kanban-Tool entwickelt worden, also für Projektmanagement. Wie ich genau über Trello gestolpert bin, kann ich gar nicht mehr sagen, allerdings war es auch eher Liebe auf den zweiten Blick. Das erste Einsatzgebiet war für mich meine To-do-Liste und damit habe ich sehr schnell das Potenzial dieses Tools für mich erkannt. Inzwischen ist es für mich meine Planungs-Schaltzentrale geworden. Egal, ob es mein Redaktionsplan, Social Media-Planung, Projektplanung oder CRM ist: Durch die Flexibilität von Trello kann ich all das an einem Platz darstellen. Und das ist das Wichtige für mich, denn dadurch verzettle ich mich wesentlich weniger.

Für viele ist es am Anfang ein Rätsel, welche Themen wann aufgegriffen und wie unterschiedliche Themenbereiche in der Redaktionsplanung in einander verzahnt werden (sollten). Inwiefern wird dies durch Trello einfacher?

Ein Schwachpunkt der meisten Redaktionspläne ist es, dass nicht an derselben Stelle festgehalten wird, welche Milestones es im Business gibt. Also zum Beispiel Veranstaltungen, Urlaube, eigene Fortbildung, et cetera. Außerdem fehlt meistens die Material-Sammlung. Trello hat zwei Darstellungsformen: einerseits die Kalender-Ansicht, die einen sehr guten Überblick darüber gibt, was das Ziel der Themenbereiche ist, wie beispielsweise ein Kursstart – und wann die Zeit für die Produktion knapp wird. In der Listen-Ansicht kann ich wiederum Ideen strukturiert speichern und alle Medien verknüpfen, die zum Thema beziehungsweise Blogartikel gehören. Dadurch wird sowohl die Themen- als auch die Produktionsplanung erleichtert.

Wie müssen redaktionelle Themen letztendlich konkret geplant und aufbereitet werden, damit sie das Business effizient unterstützen?

Wie eben schon zur letzten Frage gesagt: Es ist wichtig zu wissen, was das Ziel ist. Und das kann ohne Planung nicht funktionieren. Ich arbeite auch gerne mit Monats-Themen, die einen roten Faden darstellen. In jedem Monat wird ein Bereich meines Business aus einer bestimmten Perspektive behandelt. Da es immer viele Perspektiven gibt, kann ein und das selbe Thema mehrmals verwendet werden. Dadurch werden die Inhalte auch tiefer, bieten dem Leser „mehr Wert“ und leiten ihn/sie außerdem in die Richtung meiner Angebote und meiner Expertise.

Das klingt sehr einleuchtend und zielführend; ein wenig wie ein Paradebeispiel. Auf der anderen Seite ist es immer interessant zu sehen, wie man es nicht angehen sollte. Welche sind für Sie die drei Top-Fehler, die den Verantwortlichen häufig bei der Redaktionsplanung unterlaufen?

Die drei größten Fehler sind meiner Meinung nach:

  • Sie sehen den Redaktionsplan losgelöst vom Kalender und denken eher daran, was sie veröffentlichen wollen, ohne sich klar zu sein, woher sie die Zeit dazu nehmen.
  • Sie greifen eher auf fremde Ideen zurück (Recherche), anstatt ihre eigenen Inhalte mit weiteren Veröffentlichungen zu vertiefen (Themen-Entwicklung).
  • Ein guter Redaktionsplan kann nur im Zusammenspiel zwischen Themenplanung, Produktionsplanung und Vermarktung gut funktionieren. Dieser Zusammenhang ist vielen nicht klar.

Für welche anderen Bereiche ist eine solide Redaktionsplanung, wie sie mit Trello beispielsweise vereinfacht wird, wichtig? Sollten andere Abteilungen eines Unternehmens Zugang zu denselben Projekten haben?

Ich denke, er ist das Herz des gesamten Content Marketings, was sich schon durch den dritten beschriebenen Fehler zeigt. Ich arbeite ausschließlich mit Solopreneuren an ihren Redaktionsplänen, da stellt sich die Frage anderer Abteilungen nicht. Sollte aber ein Team involviert sein, dann ist es selbstverständlich wichtig, dass alle Zugriff auf den Redaktionsplan haben. Ich denke sogar, je mehr Abteilungen involviert sind, umso wichtiger ist es, dass geplant und aufeinander abgestimmt wird. Trello ist natürlich darauf ausgelegt, auch im Team zu arbeiten.

Gibt es neben Trello vergleichbare Tools, die Interessenten und User sich mal anschauen sollten?

Es gibt inzwischen einige Tools, die auf dem Kanban-Prinzip aufgebaut sind und auch als Redaktionsplan verwendet werden können. Wenn Sie sich ein Tool ansehen möchten, mit dem sowohl Themenplanung, Redaktionsplanung, Produktionsplanung und Vermarktung möglich ist, dann würde ich CoSchedule oder Scompler empfehlen. CoSchedule verwende ich selbst als Social Media-Planungs-Tool, den Redaktionsplan führe ich trotzdem in Trello, weil ich dort mein gesamtes Business plane.

Was erwartet die Teilnehmer am 20. Juli 2017, ab 9 Uhr in Ihrem Webinar „Schritt für Schritt zum Redaktionsplan in Trello”?

Im Prinzip ist das Webinar eine sehr gestraffte Ausgabe meines Online-Workshops zum flexiblen Redaktionsplan. Besonderes Augenmerk werden wir auf die praktische Umsetzung in Trello legen. Ich zeige einerseits meinen eigenen Redaktionsplan und andererseits werden wir Schritt für Schritt von Null an ein neues Board dafür in Trello aufbauen. Damit die Teilnehmer nach dem Webinar sofort in die Umsetzung gehen können!

Vielen Dank, Frau Kauscheder, für die interessanten Ausführungen zur Herausforderung und Ihre Tipps, wie eine solide und gute Redaktionsplanung funktioniert, was dafür zu beachten ist und wie sie einfacher wird! Wir wünschen Ihnen schon vorab ein spannendes Webinar zu Planung in der Redaktion mit Trello und viel Spaß beim Social Media Sommer-Camp 2017!

Das Interview mit Claudia Kauscheder führte Beate Greisel, Redakteurin des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO.


(Quelle: YouTube)

 

Claudia Kauscheder, Redaktionsplanung, guter Redaktionsplan
Claudia Kauscheder ist eine echte Allrounderin und weiß, worauf es gerade bei einem guten Redaktionsplan ankommt. (Bild: © Claudia Kauscheder)

Das Social Media Sommer-Camp 2017: Nehmen Sie teil!

Vom 17. Juli bis 21. Juli zeigen Sabine Piarry und ihr Team von Experten – darunter auch Claudia Kauscheder – Ihnen zahlreiche Tipps und Tricks, wie Sie Social Media effektiv einsetzen. Insgesamt 15 Experten geben in jeweils einem spannenden Webinar zu den verschiedenen Themenbereichen Einblicke, von denen Solounternehmer wie Großkonzerne gleichermaßen profitieren. Unter „Auf die Welle des Erfolgs: Das Social Media Sommer-Camp 2017 rückt näher!“ finden Sie alle Experten und ihre Themen. Das gesamte Programm, Tickets und die direkte Anmeldung finden Sie auf Social Media Sommer-Camp 2017.

Über Claudia Kauscheder

Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich im Home-Office. Zuerst nur angestellt und seit 10 Jahren zusätzlich selbständig. Alles, was ich in diesen 20 Jahren ausprobiert und passend gefunden habe, gebe ich an meine LeserInnen, HörerInnen und natürlich Kunden weiter. Struktur und Fokus auf die wesentlichen Dinge, das jeweilige Business-Konzept und das individuelle persönliche Umfeld sind mir dabei besonders wichtig.

Beate Greisel

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