Bauen & Wohnen

Hochkonjunktur am Bau – alles paletti?

Reinhold Schneider, CEMEX, Bauindustrie, Hochkonjunktur am Bau, Zementhersteller

Die Baubranche boomt – doch was bedeutet die Hochkonjunktur am Bau für die Unternehmen, insbesondere hinsichtlich der Materialproduktion? Denn auch, wenn in den ländlicheren Gebieten die Nachfrage nicht ganz so gravierend angestiegen ist, sind Engpässe in den Zentren durchaus möglich. Ein Gespräch mit Heino Füchter (HFÜ; Vice President Ready-Mix & Pumping), Reinhold Schneider (RSC; Vice President Commercial) und Michael Schulte (MSC; Vice President Aggregates) der CEMEX Deutschland AG.

Hochkonjunktur am Bau – Baustoffproduktion in wirtschaftlich guten Zeiten

Wie beurteilen Sie die konjunkturelle Entwicklung?

RSC: Die Konjunktur im vergangenen Jahr lief wirklich sehr gut. Die Bauwirtschaft rechnet insgesamt mit einem Wachstum von rund fünf Prozent. Auch in den kommenden Jahren wird die Baukonjunktur weiterhin einen eindeutigen Aufwärtstrend verzeichnen, so die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)*. Das bedeutet für den Bezug von Baustoffen eine gute Auftragslage. Da gibt es Rückenwind.

Ist die Entwicklung überall gleich?

HFÜ: Vor allem in den Ballungsräumen ist die Nachfrage nach Baustoffen dauerhaft hoch. In den ländlicheren Gebieten sieht es etwas anders aus, aber in den Zentren können bei der Baustoffproduktion durchaus Kapazitätsengpässe auftreten. Da sind Flexibilität und eine gute Logistik gefragt.

Wenn es so gut läuft, wo ist da die Herausforderung?

HFÜ:  Für den Transportbeton ist der gute Verlauf der Baukonjunktur gerade in den Ballungszentren definitiv eine logistische Herausforderung. Unser Anspruch muss auch in Zeiten der Kapazitätsauslastung sein, unsere Produkte qualitativ hochwertig, pünktlich und zuverlässig zu liefern. Das bedeutet: Rohstoffe in der erforderlichen Qualität und Menge und genügend Fahrmischer zur Lieferung bereitzustellen. Wir haben auf die Engpässe in 2017 reagiert, die Rohstoffbasis verbessert und unsere Flotte verstärkt. Zudem schaffen wir für unsere Kunden mit Produkten wie aaton, faton®, ergoton®, Promptis und Fließestrich Möglichkeiten für effiziente Bauabläufe. Die Hochkonjunktur am Bau führt dazu, dass diese Produkte stärker nachgefragt werden.

RSC: Im Zement hatten wir im letzten Jahr eine ganze Reihe interessanter Projekte im Spezialtiefbau in Berlin, die wir beliefern. Das trägt zu einer guten Auslastung unseres Zementwerkes bei. Trotzdem sind die Preise kaum gestiegen, und das trotz logistischer Mehrkosten. Im Bereich Zusatzmittel konnten wir einige neue Kunden im In- und Ausland gewinnen.

MSC: Aufgrund der Materialknappheit lag die Herausforderung im Bereich der mineralischen Rohstoffe darin, allen Kunden entsprechend ihren Wünschen gerecht werden zu können. Man kann ja in unserem Geschäftsbereich nicht mal eben schnell die Produktionskapazitäten erheblich steigern – neue Kapazitäten zu erschließen benötigt schlicht und ergreifend Zeit, im Durchschnitt dauert der Genehmigungsprozess acht Jahre. Weiterhin sind die geologischen Gegebenheiten vor Ort nicht beeinflussbar – es muss das genommen werden, was im Untergrund vorhanden ist.

Was bedeutet das alles für den Kunden?

HFÜ: Unser Anspruch muss sein, dass wir alle Kunden mit unserer Qualität, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit jederzeit zufrieden stellen. Daran haben wir in den letzten Monaten intensiv gearbeitet. Ich wünsche mir daher, dass unsere Kunden möglichst wenig von unseren Herausforderungen spüren und sich auf ihre eigenen Herausforderungen im Bau konzentrieren können. Das wird uns umso besser gelingen, wenn unsere Kunden ihre Bauprozesse gut planen, rechtzeitig den Beton bestellen und wir nicht mit kurzfristigen Absagen und Änderungen konfrontiert werden. Unsere Kunden haben das aber erkannt und bestellen sehr zuverlässig. Insgesamt bin ich daher zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden die Hochkonjunktur gut meistern werden.

MSC: Wir pflegen viele langjährige Kundenbeziehungen und haben alles getan, um diese trotz der hohen Nachfrage in der gewohnten sehr guten Qualität beliefern zu können – was uns gelungen ist. An diesem Vorgehen werden wir in der Zukunft festhalten. Allerdings gehen wir auch im Bereich Mineralische Rohstoffe neue Wege: Deshalb bringen wir unter der neuen Marke „neogem“ Produkte mit Mehrwert auf den Markt. Dahinter verbergen sich beispielsweise Spezialprodukte und Lösungen für den Garten- und Landschaftsbau, den Sportplatzbau und Produkte für die industrielle Nutzung – um hier nur einige Einsatzgebiete zu benennen.

Herr Füchter, Herr Schneider, Herr Schulte, vielen Dank für das Gespräch über die aktuelle Lage der Hochkonjunktur am Bau.

Das Interview führte Oliver Foitzik.

Über CEMEX Deutschland AG

Die CEMEX Deutschland AG ist eines der größten Baustoffunternehmen in Deutschland mit Sitz in Rüdersdorf bei Berlin. Ein besonderes Augenmerkt liegt auf Produktqualität und umfassenden Serviceleistungen für ihre Kunden. Sie ist ein Tochterunternehmen von CEMEX S.A.B. de C.V., einem der weltweit führenden Baustoffkonzerne mit der Unternehmenszentrale in Monterrey, Mexiko. Mehr über CEMEX Deutschland und CEMEX weltweit erfahren Sie unter www.cemex.de.

*Siehe dazu auch die Pressemitteilung vom 10. Januar 2018.

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