Internet

Kunden misstrauen Händlern beim Datenschutz

Datenschutz steht bei Konsumenten an erster Stelle. Bei Unternehmen dagegen nicht. Davon geht der Kunde jedenfalls aus. Laut neuestem „State of Privacy Report“*, des US-Softwareriesen Symantec sind  76 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass Händler die Daten ihrer Käufer nicht schützen. Die Studie zeigt aber auch: Der Kunde weiß sich zu wehren.

Noch (!) siegt die Bequemlichkeit

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Datenschutz entwickelt sich für Käufer zunehmend zum wichtigsten Kaufkriterium. (Bild: Tony Hegewald / pixelio.de)

Berichte über den Verlust, den Diebstahl oder die Überwachung personenbezogener Daten bestimmen weiterhin die Berichterstattung hierzulande. Das blieb nicht ohne Folgen: Datenschutz stellt für Endverbraucher mittlerweile eines der wichtigsten Kriterien bei Kaufentscheidungen dar.

Doch im Verhalten der Verbraucher spiegelt sich diese Sorge nicht – nocht nicht. Nicht mal jeder vierte Konsument (24 Prozent) vertraut darauf, dass Unternehmen oder Behörden mit ihren Daten umsichtig genug umgehen. Dennoch erfreut sich Online-Shopping weiterhin steigender Beliebtheit. Gerade einmal einer von vier Käufern nimmt sich die Zeit, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) vollständig durchzulesen, ehe er seine persönlichen Daten mitteilt. Drei von zehn Online-Nutzern geben sogar ihre E-Mail-Adresse Preis.

Es scheint allerdings nur eine Frage der Zeit ist, bis Sicherheitsbedenken dazu führen, dass Konsumenten bestimmte Online-Aktivitäten einschränken werden. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Die eingangs zitierte Studie hat aufgedeckt, dass weit mehr als ein Drittel aller Online-Kunden (38 Prozent) in Bezug auf seine Person falsche Angaben macht, damit seine Privatsphäre gewahrt bleibt.Damit sehen sich immer mehr Unternehmen mit der Bearbeitung von Daten konfrontiert, die im Grunde genommen Müll sind.

Datenschutz: inzwischen ein Verkaufsargument

Mehr denn je gilt für das Internet: Datenparadies versus Datenschutz. Unternehmen sollten diesen Umstand zu ihrem Vorteil nutzen. Sie sollten sicherstellen, dass von ihenn eingeführte Datenschutz-Richtlinien und -Prozesse sicher sind. Darüber hinaus ist es wichtig, dies gegenüber dem Kunden zu kommunizieren. Die jüngst bekannt gewordenen Skandale um Facebook, Apple, Sony und die NSA haben beim Verbraucher das Thema Datenschutz zu einem Kaufsargument werden lassen. Wer hier mit Transparenz glänzt schafft Vertrauen und generiert für sich somit schlussendlich Wettbewerbsvorteile.

Oder, wie sich der Zukunftsforscher Peter Cochrane auf der Symantec-Internetpräsenz zitieren lässt: „Kunden werden sicherlich zu den Unternehmen und Diensten wechseln, die sie für die sichersten halten. Ich glaube, dass Kunden in der Zukunft von Schnäppchenjägern zu Käuferstämmen werden und ihr Wissen dazu nutzen werden, ihre geballte Kaufkraft auf die Shops zu konzentrieren, denen sie am meisten vertrauen.“

* Für den „State of Privacy Report 2015“ von Symantec wurden 7.000 Personen in Europa, davon 1.000 in Deutschland befragt. Die vollständige Studie steht unter http://bit.ly/1BjNq43 zum Gratis-Download (PDF) bereit.

Christoph Schroeder

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