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Mental stark Krisen meistern (8): Wie Körpersprache unsere Gefühle und Stimmung beeinflussen kann

Den Körper das Richtige sprechen lassen

Inzwischen weiß man, dass nicht nur Gefühle die Körpersprache beeinflussen, sondern es eben auch umgekehrt funktioniert. Das lässt sich trainieren. Wissenswert dabei ist, dass ein „als ob“-Verhalten, also die Vorstellung eines positiven Gefühls, am Ende Realität wird. Die Körperchemie eines vorgetäuschten Gefühls ist identisch mit der eines echten Gefühls. Wer sich etwa mehr Selbstsicherheit wünscht, kann diesen Zustand so lange trainieren, bis er ihn in Sekundenschnelle abrufen kann, wenn es darauf ankommt. Wichtig: Die Körpersprache muss zu unserem Charakter, unserer Einstellung, und zu dem, was wir verbal von uns geben passen – sonst wirken wir nicht authentisch, der Schuss geht „nach hinten los“, weil unsere Umwelt uns dann nicht glaubt. Beim Einen sieht also ein selbstsicherer Gang flott, aufrecht und energisch aus. Zum Anderen passt eher ein leicht federnder, lässiger Gang. Diese neue Körperhaltung muss nun trainiert, eingeübt werden, bis sie reibungslos abläuft; es ist ein Prozess, gleich einer Programmierung.

Beim Trainieren der Körpersprache geht es nicht in erster Linie darum, wie wir vor anderen dastehen – sondern um bewusste Selbstwahrnehmung: wie fühle ich mich, wie gebe ich mich nach außen? Hier einige Tipps, die sich sofort umsetzen lassen und hilfreich in vielen Situationen sind, etwa im Job bei (schwierigen) Gesprächen, Vorstellungsrunden, Bewerbung, Präsentationen:

  • – Richten Sie sich auf, stellen Sie sich gerade hin, locker in den Knien. Breitbeinig schulterbreit stehen. Dann bleiben Sie auch bei verbalen Angriffen in Ihrer Mitte und inneren Balance.
  • – Atmen Sie kräftig und tief durch (Bauchatmung). Lassen Sie Ihren Atem fließen.
  • – Straffen Sie die Schultern und nehmen diese ein wenig nach hinten bzw. zurück.
  • – Kopf hoch, strecken Sie Ihre Halswirbelsäule etwas,
  • – richten Sie Ihren Blick nach vorne.
  • – Richten Sie sich zu Ihrer vollen Größe auf (große Menschen machen sich gerne kleiner, vor allem Frauen).
  • – Suchen Sie guten Bodenkontakt über den gesamten Fuß.
  • – Lockern Sie Ihre Gesichts- und Kiefermuskulatur.
  • – Lächeln Sie freundlich.
  • – Brust raus (Verbesserung der Sauerstoffaufnahme).

Lachen

„Das Glück kommt zu denen, die lachen.“ (Japanische Weisheit)

Auch Lachen und Lächeln ist Körpersprache – und beeinflusst unsere Stimmungslage. Die Experimente des Mannheimer Psychologen Fritz Strack haben bewiesen, dass auch eine aufgesetzte freundliche Miene gute Laune und positive Gefühle erzeugt. Versuchspersonen hielten einen Stift zwischen den Zähnen, was die gleiche Muskulatur aktivierte, wie beim natürlichen Lächeln. Sie fanden Cartoons, die ihnen gezeigt wurden, lustiger als Versuchspersonen, die den Stift lediglich zwischen den Lippen hielten, wobei keine Lach-Muskeln aktiviert wurden (vgl. Storch et al., 2010. S. 41). Auch, wenn wir uns erst nicht gut fühlen und dann in voller Absicht lachen, werden Botenstoffe für heitere Stimmung ins Gehirn transportiert. Verspannungen lösen sich. Das Atmen geht leichter. Ein tägliches Lachtraining zuhause vorm Spiegel ist eine geeignete Maßnahme – immerhin werden hier rund 300 Muskeln am ganzen Körper aktiviert, das Glückshormon Serotonin wird freigesetzt, was ein Arbeiten in Höchstform begünstigt.

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Zur Autorin:

Antje Heimsoeth, Antje HeimsoethDiplom-Ingenieur (FH), selbstständige Trainerin und Coach, ECA, Gesundheitstrainerin, ECA Sport Coach (Master Competence), zertifizierte Sport-Mentaltrainerin, Business Coach, Dozentin an der Hochschule Ansbach und Top-Speaker mit eigenem Institut Sport- & BusinessNLPAcademy. Infos: www.business-mentaltrainer.eu, www.antje-heimsoeth.de

Marc Brümmer

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