Personal

Mitarbeitermotivation – Ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor

Fünf junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen zusammen in einem modernen Büro und geben sich ein gemeinsames High-Five.

Turbulente Zeiten wie die derzeitige Corona-Krise bieten – neben aller gesundheitlicher Gefahr und negativen Auswirkungen auf unseren Alltag – auch die Chance für innovative Veränderungen. Immer mehr Unternehmen in systemrelevanten Branchen wie dem Einzelhandel machen sich Gedanken, wie sie den Menschen, die derzeit unsere Gesellschaft tragen, mehr Wertschätzung entgegenbringen können. Sie haben dabei etwas allgemein Essenzielles erkannt: Wer viel leistet, braucht Wertschätzung und Anerkennung – und das nicht nur zeitlich begrenzt, sondern langfristig. Erfahren Sie im Folgenden, warum Mitarbeitermotivation für Unternehmen so wichtig ist und welche Methoden es gibt, diese zu verbessern.

Zufriedenheit führt auch zu mehr Produktivität

Die individuelle Motivation einzelner Mitarbeitender ist ein zentraler wirtschaftlicher Faktor, welcher in manchen Unternehmen noch immer unterschätzt wird. Dabei bildet die Anerkennung von Leistung eine essenzielle Grundlage für den nachhaltigen Erfolg im Unternehmen: Wer sich in seiner Arbeit wertgeschätzt fühlt, ist bereit, mehr Energie und eigene Ressourcen zu investieren. Außerdem lässt sich durch ein gesundes und positives Betriebsklima auch die Fluktuationsrate der Mitarbeitenden geringhalten.

In dieser Hinsicht spielen mehrere Aspekte eine wichtige Rolle. Einer Studie (Stand: 2017) nach legen junge Berufseinsteiger zum Beispiel großen Wert auf eine gute Beziehung zu ihren Kollegen (89 Prozent). Direkt darauf folgt der Wunsch nach Wertschätzung der geleisteten Arbeit (83 Prozent). Soziale Faktoren wie der interne Umgang zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden spielen also auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine große Rolle. All dies nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die Motivation der Mitarbeitenden – und das heißt, dass langfristig gesehen der Erfolg oder auch der Misserfolg eines Unternehmens auf dieser Grundlage aufsetzen.

Zwei Formen der Motivation: Extrinsisch und intrinsisch

Erfolgreiche Unternehmen wissen: Engagierte und zufriedene Mitarbeiter sind im Schnitt produktiver, lösungsorientierter und gehen souveräner mit Herausforderungen um, indem sie sich pro-aktiv einbringen. Spricht man von einer allgemeinen Mitarbeitermotivation, muss hierbei je nach Ursprung und Anreiz zwischen

  • Extrinsischer Motivation
  • Intrinsischer Motivation

unterschieden werden. Die extrinsische Motivation ergibt sich vordergründig durch äußere Anreize, die Vorteile für eine bestimmte erbrachte Leistung wie Gehaltserhöhungen versprechen oder als steuerfreier Sachbezug zugeteilt werden können. Es handelt sich jedoch auch um extrinsische Motivation, wenn es um Furcht vor Sanktionen geht, wie beispielsweise durch eine Abmahnung. Erfahrungsgemäß ist es allerdings so, dass sich ein positiver Motivator wesentlicher förderlicher auf das gesamte Betriebsklima auswirkt. Setzen Sie deshalb auf den Belohnungsfaktor.

Wird eine Arbeit aus einem eigenen inneren Wunsch heraus verrichtet, weil sie etwa Freude bringt oder als Herausforderung betrachtet wird, spricht man von intrinsischer Motivation. Um die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden nicht versiegen zu lassen, ist es wichtig, diese nicht ins Leere laufen zu lassen. Fördern Sie daher die Motivation Ihrer Mitarbeiter durch einen wertschätzenden Umgang mit ihrem Engagement.

Wertschätzung ist unerlässlich für den Unternehmenserfolg

Leistungen von Mitarbeitenden können Sie in vielfältigster Form Wertschätzung entgegenbringen. Zu den wichtigsten Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitenden Anerkennung und Bestätigung zukommen zu lassen und Ihre Belegschaft nachhaltig zu fördern, gehören:

  • Gute Arbeitsatmosphäre
  • Feedback in Form von Lob
  • Anerkennung als grundlegende Haltung
  • Autonomie und Eigenverantwortlichkeit
  • Angemessene Bezahlung
  • Bereitstellung von Essen, zum Beispiel Obstkörbe
  • Förderung beruflicher Weiterbildung
  • Regelmäßige Betriebsausflüge
  • Flexible Gestaltung der Arbeitszeit.

Beachten Sie jedoch auch, dass nicht jede Motivationsmethode alle Mitarbeitenden und alle Arbeitsbereiche geeignet ist. Überlegen Sie sich vorab, welche Strategie am besten zu Ihnen passt und mit welcher Methode Sie die Werte vermitteln, für die Ihr Unternehmen steht.

Schaffen Sie vielfältige Anreize

Nur durch eine langfristig anhaltende Motivation lässt sich die Leistungsbereitschaft in einem Unternehmen nachhaltig steigern. Jedoch wird häufig auf die extrinsische Motivation der Mitarbeitenden gesetzt, indem bestimmte äußere Anreize geschaffen werden. Gerade das Thema Gehaltserhöhung ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: Einerseits kann diese einen großen Anreiz darstellen, zumal eine faire Entlohnung auch wichtiger Bestandteil einer wertschätzenden Unternehmensphilosophie ist. Anderseits dürfen Sie den Gewöhnungseffekt nicht außer Acht lassen, denn dadurch ist die Wirkung oft von kurzer Dauer.

Eine weitere gute Möglichkeit, auf lange Sicht die dauerhafte Motivation Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, können geldwerte Vorteile sein. Hierunter fallen steuerfreie Sachbezüge wie:

  • Warengutscheine
  • Geldkarten
  • Tankgutscheine

bis zu einem Wert von 44 Euro monatlich. Diese können vom Arbeitgeber steuerfrei beziehungsweise steuerbegünstigt gewährt werden. Neben der Wertschätzung durch materielle Vorzüge gehören jedoch soziale Faktoren und Gesten – wie die Anerkennung von Leistungen und Lob – zu den wichtigsten Impulsen.

Idealerweise setzt sich die Motivation für eine langfristig andauernde Produktivität und hohe Leistungsbereitschaft aus extrinsischen und intrinsischen Motivatoren zusammen. Setzen Sie also auf ein grundlegend positives Betriebsklima und eine Ausgeglichenheit der Anreize.

Beate Greisel

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