Finanzmarkt

Mobile Banking: Keine „sehr guten“ Apps

Junge Frau sitzt mit Smartphone und Kreditkarte in der Hand Draußen im Freien.

Online Banking ist fast schon wieder überholt. Während die Nutzerzahlen von Online Banking stagnieren, nutzen immer mehr Kunden Mobile Banking Optionen. Aber hier sollten Kunden bei der Wahl ihres Kreditinstituts und seiner App aufpassen. In einer aktuellen Studie konnten nur ganze vier Apps mit der Note „Gut“ abschneiden – „Sehr Gut“ war keine App. Die gute Nachricht: Keine der Apps hatte nennenswerte Sicherheitsmängel. Erfahren Sie im Folgenden, worauf Sie achten sollten und welche Möglichkeiten Ihnen die Verwaltung Ihres Kontos per Smartphone bietet.

Die Stiftung Warentest hat Mobile Banking Apps getestet

Mobile Banking liegt voll im Trend – und immer mehr Banken bieten entsprechende Apps an. Besonders die Direktbanken entwickeln das Mobile Banking zu einem zentralen Aspekt ihres Geschäftsmodells. Bei vielen dieser Banken kann eine Mobile Banking App bereits viel mehr als nur den Kontostand anzeigen und Überweisungen tätigen. Umbuchungen von einem Tagesgeld auf ein Girokonto durchzuführen ist heute schon Standard. Erste Banken gehen in ihren Apps schon deutlich weiter.

Die Tochter der niederländischen ABN AMRO Bank „Moneyou“ hat sich auf Tagesgeld, Festgeld und Fondsanlagen spezialisiert und entdeckt die Zielgruppe der jungen Erwachsenen, die sehr planmäßig mit ihren Finanzen umgehen wollen, für sich. Die Moneyou-App ist daher auch deutlich umfangreicher aufgebaut als die vieler Konkurrenten. Bei dieser Anwendung handelt es sich fast schon um ein Haushaltsbuch. Die App erlaubt es ihren Nutzern, nicht nur mehrere verschiedene Konten zu organisieren, sondern auch Gelder für verschiedene Zwecke zu budgetieren und zweckgebunden zu sparen.

Und obwohl der Markt so in Bewegung ist und sich viele Neuerungen entwickeln, konnten in einem Test der Stiftung Warentest nur vier Apps mit „Gut“ bewertet werden. Ein „Sehr Gut“ konnte die Stiftung Warentest keiner App geben. Dabei war das Testfeld nicht gerade klein: Insgesamt hatten die Warenprüfer 19 verschiedene Apps unter die Lupe genommen – damit waren 15 Apps bestenfalls befriedigend.

Unter den Apps mit der besten Note befanden sich die App der GLS und die von zwei Drittanbietern, nämlich Finanzblick Online Banking und Numbrs. Eine App von einem Drittanbieter lohnt sich laut Stiftung Warentest immer dann, wenn Kunden mit der App der eigenen Bank selbst unzufrieden sind oder die App kein Multibanking erlaubt und diese Funktion für den Nutzer wichtig ist.

Die Apps aller Banken sind sicher

Auch wenn viele Apps nicht so nutzerfreundlich sind, wie sie sein könnten oder Werbetracker einsetzen, sind alle Apps dennoch sicher. Hier hat keine App eklatante Mängel aufgewiesen. Alle Apps waren umfassend gegen Fremdzugriffe geschützt, sodass die Daten und die Finanzen der App-Nutzer sicher sind. Die Experten fanden keine Sicherheitslücken, über die sich Hacker Zugang zu den Apps verschaffen könnten. Ein Risiko für die Nutzer von Mobile-Banking-Apps sind vor allem Phishing-Mails. Vielen Nutzern ist nicht bewusst, dass ein Smartphone ebenso geschützt werden muss wie ein PC – und gehen eher sorglos mit ihrem Smartphone um. Wer auf seinem Handy eine Mobile-Banking-App einsetzt, sollte besonders vorsichtig im Umgang mit E-Mails und SMS sein.

Ein Problem bei vielen Apps, die mit einer schlechteren Note abschnitten, waren die undurchsichtigen Datenschutzbestimmungen. Einige Apps setzen sogar Werbe-Tracker beim Banking ein. Insgesamt befanden sich in den iOS-Versionen der App für Apple-Handys durchschnittlich mehr Werbe-Tracker als auf dem Android Betriebssystem von Google.

Auch die Erklärungen zum Datenschutz und den Geschäftsbedingungen wurden von den Prüfern genauer untersucht. Hier zeigte sich, dass es genügend Apps gab, die den Kriterien der Tests nicht entsprachen. Das Ergebnis: Die betroffenen Apps wurden direkt um eine halbe Note schlechter eingestuft.

Beate Greisel

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