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Jobs in der Schweiz: Leben und Arbeiten über Staatsgrenzen hinweg

Zwei Geschäftspartner, deren Gesichter nicht zu sehen sind, schütteln sich die Hände

Die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle kann eine komplizierte Angelegenheit sein. Das trifft umso mehr zu, wenn man diesen Weg als Chance einer Verbesserung des persönlichen Arbeitskontextes begreift. Hier gilt es, sich genaue Gedanken bezüglich der eigenen Vorstellungen und Ansprüche an die neue Stelle machen und aktiv zu werden. Für im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet lebende Deutsche ist es ein naheliegender Gedanke, sich bezüglich der eigenen Arbeitsstelle im Nachbarland umzusehen: Bringt ein Job im Schweizer Ausland für den Arbeitnehmenden in den meisten Fällen doch erhebliche finanzielle wie auch wirtschaftliche Vorteile mit sich. Erfahren Sie, welche Vorzüge Ihnen die Schweizer Wirtschaft und Steuerpolitik bieten und weshalb sich viele Deutsche für ein Leben als Berufspendler*in zwischen zwei Ländern entscheiden.

Stabilität der wirtschaftlichen Lage

Eine Grenzgängerstatistik 2020 des Bundesamtes für Statistiken der Schweizerischen Eidgenossenschaft zeigt, dass die Zahl der in der Schweiz arbeitenden Grenzgänger*innen im Vergleich zum Vorjahr 2019 ein Plus um 4,2 Prozent zu verzeichnen hat. Die Spitze der Aufstellung führt Frankreich an – mit einigem Abstand gefolgt von Italien und Deutschland. Kein Wunder, lohnt es sich doch für die Arbeitnehmenden in Grenzregionen, gezielt nach Jobs in der Schweiz zu suchen. Dazu spielt auch eine Rolle, dass drei verschiedene Amtssprachen,

  • Deutsch,
  • Französisch und
  • Italienisch

das Land für Arbeitnehmer aus dem Ausland zusätzlich attraktiv machen, da grundlegende Verständigungsbarrieren bereits genommen sind. Auch in puncto Altersvorsorge hat uns das Nachbarland einiges voraus. Doch auch die Stabilität der Wirtschaftslage sowie die starke Binnenwirtschaft des neutralen Alpenlandes schaffen ein trag- und zukunftsfähiges Fundament. Wer eine Arbeitsstelle in der Schweiz zugesichert bekommt, hat zumeist gute Chancen auf ein stabiles und langfristiges Anstellungsverhältnis. Für diese Branchen stehen die Chancen bei der Jobsuche in der Schweiz besonders hoch:

  • Pharmaindustrie
  • Medizin
  • Finanzen
  • IT
  • Ingenieurswesen/Maschinenbau.

Die Steuerpolitik der Schweiz

Im Ländervergleich profitieren die Schweizer*innen von einem hohen Einkommensniveau bei einer geringen Einkommenssteuer, welche sich über den inner-schweizer Steuerwettbewerb der einzelnen Kantone ergibt. Denn dieser ist größtenteils Sache der Kantone und Kommunen, während der Staat nur beschränkt dazu berechtigt ist, zusätzliche Steuern zu erheben. Trotz der Dreifach-Versteuerung durch

  • Den Kanton
  • Die Gemeinde
  • Den Bund

sind die Gesamtsteuersätze weit unter den deutschen Finanzabgaben angesiedelt. Ein weiterer Vorteil für Vielverdienende liegt in der Regelung, dass der Schweizer Spitzensteuersatz erst bei einem verhältnismäßig hohem Maximaleinkommen greift.

Grenzgänger: Arbeiten und Leben über Staatsgrenzen hinweg

Doch die Medaille der Schweizer Steuerpolitik hat auch ihre Kehrseite. Diese liegt in den für deutsche Verhältnisse sehr hohen Miet- und Lebenshaltungskosten. Ausgehend von Einkäufen, bei denen das idyllische Alpenland mit 65 Prozent auf Obst und Gemüse und sogar 220 Prozent bei tierischen Produkten stärker zu Buche schlägt, bis hin zu Freizeitunternehmungen: Hier geht der Griff tiefer in die Tasche. Im Jahr 2019 beliefen sich die Kosten für eine Kinokarte in der deutschsprachigen Schweiz auf 16 Schweizer Franken – also umgerechnet circa 15 Euro. Im Vergleich: Der deutsche Durchschnittspreis liegt bei 8,50 Euro. Aufgrund der vorhersehbaren finanziellen Belastung durch einen Umzug in das Schweizer Ausland treffen viele Deutsche die Entscheidung, ihren deutschen Wohnsitz zu behalten – trotz Arbeitsstelle in der Schweiz. Deutsche, die über die Grenze hinweg pendeln, werden auch Grenzgänger genannt und unterliegen dabei der rechtlichen Grundlage des Doppelbesteuerungsabkommens, auf welches sich Deutschland und die Schweiz geeinigt haben.

Beate Greisel

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