Empfehlung

Peter Holzer: Heikle Botschaften (2): Hart in der Sache – weich zum Menschen

4. Stimme: Pilot versus Stewardess

Wenn Sie auf die visualisierte Botschaft schauen und die schlechte Nachricht aussprechen, soll Ihre Stimme bestimmt und glaubwürdig klingen. Orientieren Sie sich dazu am Stimm-Muster eines Piloten. Dessen Stimme ist flach. Am Satzende geht die Betonung runter. Sein Hals ist steif, der Kopf ruht. Die Sätze sind kurz. Stellen Sie sich einen Piloten vor, der sagt: „Wir fliegen durch Turbulenzen. Bleiben Sie am Platz. Wir melden uns, wenn es vorbei ist.“

Solange Sie auf der persönlichen Ebene sprechen oder Lösungen diskutieren können Sie dagegen ins Stimm-Muster einer Stewardess wechseln. Ihre Stimme wirkt zugänglich. Dazu bewegt sich die Stimme auf und ab („Singsang“). Am Satzende geht die Betonung hoch. Der Kopf bewegt sich in leicht nickendend beim Sprechen. Stellen Sie sich eine Stewardess vor: „Möchten Sie Kaffee oder Tee? … Dazu noch ein Kaltgetränk?“.

5. Trainieren Sie den Ernstfall

Wenn wir unter Anspannung sind, werden Stresshormone ausgeschüttet. Auch für den Sender einer heiklen Botschaft kann das Gespräch stressig sein. In der Regel entfallen uns dann Gedanken und Vorhaben – und wir rutschen in alte Gewohnheiten. Damit Sie die genannten Techniken dennoch anwenden können, müssen Sie diese in Ihr „muskuläres Gedächtnis“ bringen. Nur so können Sie sie reflexartig abrufen.

Souveräne Wirkung entsteht durch die Art und Weise wie Sie sich verhalten. Und das müssen Sie „im Trockenen“ üben. Trainieren Sie also Ihre Körpersprache zu Hause, im Auto, im Büro.

Üben Sie vor dem Spiegel oder nehmen Sie sich mit einer Video-Kamera auf.

Das ist ähnlich wie beim Tennis: den Aufschlag mit fast 200 km/h kann man nur reflexartig zurückspielen. Wenn die Spieler erst nachdenken müssten, ob links oder rechts, wäre der Ball längst vorbei. Trainieren Sie also für den Ernstfall.

Führung bedeutet: unter Druck souverän bleiben. So schaffen Sie eine Atmosphäre, die von Vertrauen und Respekt geprägt ist.


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Über Peter Holzer:

Peter Holzer
Experte für intelligente Verhaltenslösungen: Peter Holzer (© Bild: privat)

Je höher Menschen die Karriereleiter klettern, desto mehr spielt der Aufbau und die Pflege von Beziehungen eine wesentliche Rolle. Wie erfolgreich dieser Weg ist, hängt damit zusammen, wie gut Führungskräfte ihre Verhaltensweisen intelligent (und nicht nur intuitiv) einsetzen. Seit 2009 begleitet Peter Holzer Unternehmer, Vorstände und Führungskräfte dabei, ihre Verhaltensweisen weiter zu entwickeln, persönliche Grenzen zu sprengen und prekäre Situationen erfolgreich zu umschiffen. Seine Arbeit basiert auf der Analyse von mehr als 6.500 Teamsituationen, so dass er seinen Kunden zeigen kann, welche konkreten Mikromuster der Kommunikation hilfreich sind.

Über „Heikle Botschaften“:

Vorstände müssen Renditeziele kassieren, Vorgesetzte führen Kritikgespräche, Verkäufer kündigen verspätete Lieferungen an. Heikle Botschaften gehören zum Tagesgeschäft. Personen empfinden heikle Botschaften als besonders heikel für sich selber, wenn die Botschaft einer dominanten Persönlichkeit übermittelt werden muss. Die zentrale Frage lautet: Wie verhalte ich mich konkret in solch einer Situation?

Antworten erhalten Sie vom Experten für intelligente Verhaltenslösungen Peter Holzer. Mehr über den Autor auf www.peterholzer.com.

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