Finanzen

Pflegeversicherungen – vor lauter Bäumen kein Wald in Sicht

Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegezusatz-versicherung … seit dem vor gut eineinhalb Jahren das – der breiten Öffentlichkeit unter dem Namen „Pflege-Bahr“ bekannte – Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) in Kraft trat, sehen viele vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und fragen sich: Ist der Abschluss zusätzlicher Pflegeversicherungen sinnvoll und falls ja, welche ist für mich die passende?

Wozu Zusatzversicherungen?

Versicherung und Geld
Ähnlich wie bei der Rente ist die Zahl der Pflegeversicherungen auf ein unübersichtliches Maß gestiegen. (Bild: Uwe Schlick / pixelio.de)

Unter dem Schlagwort demografischer Wandel wird die voraussichtliche Entwicklung unserer Gesellschaft beschrieben. Bevölkerungswissenschaftler und Ökonomen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahrzehnten die Anzahl der Menschen in Deutschland geringer und ihr Durchschnittsalter höher sein wird. Indizien sind bereits erkennbar. Eins der kuriosesten: allein die Zahl der Hundertjährigen hat sich hierzulande mehr als verdoppelt. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt machen sich die Alterungsprozesse der Bevölkerung im Arbeitsalltag der Pflegekräfte bemerkbar.

Wo Riester ist nicht gleich Riester, ist Bahr auch nicht gleich Bahr

Doch nicht nur die Förderung der privaten Vorsorge hat der Pflege-Bahr mit der Riester-Rente gemeinsam. Wer sich auf Internetseiten wie Pflegeversicherung-Tarif.de einen ersten Überblick verschafft, sieht schnell, dass die Zahl der Anbieter ähnlich hoch ist wie bei den Rentenversicherungen. Zudem stehen unterschiedliche Varianten der privaten Pflegezusatzversicherung zur Wahl, weil nicht jeder die gleiche Intensität an Pflege bedarf.

Zu nennen sind da vor allem:

1. Die private Pflegerentenversicherung
2. Die private Pflegekostenversicherung
3. Die geförderte private Pflegemonatsgeldversicherung respektive das Pflegetagegeld.

Erschwerend kommt hinzu, dass für den Anspruch auf die Förderung bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen. So kommen ausschließlich jenen Versicherte in den Genuss staatlicher Förderung, die ein Mindestalter von 18 Jahren aufweisen und bereits über eine gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert werden. Zudem durften im Vorfeld keine Leistungen der Pflegeversicherung beansprucht werden.

Wie finde ich die passende Versicherung?

Eine Frage, die sich vor dem Hintergrund der bereits oben genannten Gründen immer mehr Menschen in Deutschland stellen. Zuvor sei jedoch erwähnt, dass – auch wenn man es keinem wünscht – das Risiko ein Pflegefall zu werden für jeden besteht. Aus diesem Grund sollte man über den Abschluss einer der inzwischen zahlreich vorhandenen Pflegeversicherungen nachdenken.

Um aber herauszufinden, welche davon wirklich für einen wirklich sinnvoll ist, sollten die unterschiedlichen Leistungsmerkmale der jeweiligen Versicherungsanbieter genau überprüft werden. Zum Beispiel bei der Pflegestufe 0. Diese sieht das PNG für jene vor, die im Alter an Demenz leiden. Bei einem Vergleich stellt man schnell fest, dass die Höhe der Leistungen für diese Pflegestufe von Anbieter zu Anbieter verschieden sind. Und weil das noch nicht ausreicht, variieren zusätzlich die Versicherungsleistungen bezüglich Beitragsfreiheit im Leistungsfall sowie Verzicht auf Wartezeit.

Für Überblick und erste Hilfestellung das Internet nutzen

Um die für sich passende Pflegeversicherung zu finden, sollte man unbedingt einen Versicherungsvergleich vornehmen. Hierzu finden sich – wie für viele Bereichen unseres Alltags – im Internet erste Anlaufstationen. Auf Versicherungsvergleichsportalen lassen sich die verschiedenen Tarife der Versicherungsunternehmen auf unkomplizierte Art und Weise miteinander vergleichen.

Christoph Schroeder

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