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Piraten: Deutsche Reeder beklagen Ist-Zustand

Zwar ist die Gefahr durch Piraten vor der Küste Somalias deutlich gesunken, jedoch wollen deutsche Reeder nicht dauerhaft akzeptieren, dass sie ihre Schiffe bewaffnet fahren lassen müssen, so ein Sprecher des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg.

Zahl der Angriffe durch Piraten sank um 40 Prozent

Wie aus dem Jahresbericht des zur Internationalen Handelskammer (ICC) gehörenden Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) hervorgeht, ist im vergangenen Jahr die Zahl der Angriffe durch Piraten auf den Weltmeeren auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gefallen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den besseren Schutz der Schiffe vor der Küste Somalias zurückzuführen. Demnach wurden im vergangenen Jahr weltweit 264 Piraten-Attacken gemeldet, 40 Prozent weniger als 2011.

2013 konnten lediglich 15 Angriffe somalischen Piraten zugerechnet werden. Im Jahr 2012 waren es noch 75 – 2011 sogar 237. Laut dem Bericht gelang es, die somalischen Piraten durch Marinestreitkräfte, die Aufrüstung der Schiffe und den Einsatz von privaten Sicherheitskräften an Bord wirksam abzuschrecken.

Keine Entspannung in Sicht

Dennoch kann von einer Entspannung der Lage nicht die Rede sein. Denn weltweit nahmen Piraten im vergangenen Jahr 300 Menschen als Geiseln, töteten ein Besatzungsmitglied und verletzten 21 mit Schusswaffen oder Messern. Insgesamt wurden zwölf Schiffe entführt, 202 Schiffe geentert, 22 beschossen und 28 Angriffe abgewehrt.

Westafrika besonders gefährlich

Als besonders gewalttätig erwiesen sich nigerianische Piraten, die ihren Aktionsradius auf die Gewässer vor den westafrikanischen Nachbarstaaten ausweiteten. Rund ein Fünftel der Piraterie entfällt auf Westafrika. Hier gerieten im vergangenen Jahr auch zwei Schiffe deutscher Reeder in die Hände von Piraten.

 „Gegenwärtige Lage kein Dauerzustand“

Generell wollen die deutschen Reeder die gegenwärtige Lage nicht als Dauerzustand akzeptieren, wie ein Sprecher des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) erklärte. Bewaffnete private Sicherheitskräfte an Bord könnten zwar den Schutz der Schiffe vor Somalia gewährleisten, doch müsse die Piraterie an Land bekämpft werden.

Auch der Direktor des Internationalen Schifffahrtsbüros, Pottengal Mukundan, erklärte: „Es ist unbedingt notwendig, dass die gemeinsamen internationalen Bemühungen fortgesetzt werden, um der somalischen Piraterie Herr zu werden. Jegliche Nachlässigkeit zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Piraterieaktivitäten erneut anfachen.“

(cs mit Informationsmaterial der Verkehrsrundschau)

Christoph Schroeder

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