Zuwanderung: Ökonomen ziehen positive Bilanz

Viele Zuwanderer sind hoch qualifiziert und tragen somit dazu bei, den für einige Branchen, aufgrund konjunktureller und demografischer Entwicklungen, prognostizierten, steigenden Fachkräftebedarf in Deutschland entgegenzuwirken. Auch die zuletzt in Politik und Öffentlichkeit zuletzt teils heiß diskutierte Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien zahlt sich unter dem Strich aus, so das Fazit von Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Unsachlich geführte Debatte

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Vielfalt lautet für Arbeitgeber das Gebot der Stunde (Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de).

Die Debatte in Deutschland über Migration aus Südosteuropa wurde in den vergangenen Wochen zum Teil recht unsachlich geführt. Häufig war von Armutszuwanderung oder auch vom, kürzlich zum Unwort des Jahres gekürten, Sozialtourismus die Rede.

Dabei sprechen die Fakten eine andere Sprache. Berechnungen des IW Köln zeigen, dass sich auch die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien unter dem Strich auszahlt. So besitzt knapp jeder vierte (25 Prozent) der erwachsenen Zuwanderer aus diesen Ländern einen akademischen Abschluss. Unter den Zuwanderern insgesamt sind es fast ein Drittel (29 Prozent), innerhalb der Gesamtbevölkerung hierzulande aber nur 19 Prozent.

Deutschland hat Nachholbedarf

Besonders positiv für die Innovationskraft der Bundesrepublik wirkt sich aus, dass rund zehn Prozent aller erwachsenen Zuwanderer über einen Hochschulabschluss in einem MINT-Fach verfügen. Sie sind also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik qualifiziert. Unter den Rumänen und Bulgaren liegt dieser Anteil bei gut acht Prozent, während es in der Gesamtbevölkerung nur sechs Prozent sind.

Die IW-Untersuchung belegt, dass Zuwanderung dabei hilft, die mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen zu meistern. Durch die neu hinzugekommenen Arbeitskräfte steigt die Wirtschaftskraft Deutschlands, was sich wiederum positiv auf die öffentlichen Haushalte und die Kommunen auswirkt. Allerdings weisen die IW-Forscher darauf hin, dass Deutschland im Wettbewerb um ausländische Fachkräfte noch Nachholbedarf hat. Es gelte, eine Willkommenskultur zu etablieren. Ferner müssten Zuwanderer bereits in ihren Heimatländern mit Informations- und Qualifikationsangeboten unterstützt werden.


(cs)

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