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Privater Konsum: Chinas Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen

Hohe Sparquote ist ein zentrales Problem

Nachdem die chinesische Wirtschaft dank umfangreicher Konjunkturpakete während der weltweiten Finanzkrise ihr Wachstumstempo halten konnte, haben die Zuwachsraten abgenommen und liegen nach ehemals zweistelligen Werten nur noch bei 7,5 Prozent. Eine Ursache: Chinas Wirtschaft hängt zu stark von den Ausfuhren und damit von der Lage anderer Länder ab. Infolge einer extrem lockeren Kreditvergabe der Staatsbanken ist zudem viel Geld in unprofitable Bereiche und staatliche Firmen geflossen. Viele der Kredite könnten langfristig uneinbringlich sein und die Staatshaushalte belasten – ohnehin haben sich die Lokalregierungen schon mit den Konjunkturpaketen allem Anschein nach finanziell massiv übernommen. Im Zuge der konjunkturstimulierenden Maßnahmen sind zudem die Investitionen auf knapp 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen, während die Konsumquote auf gut ein Drittel gefallen ist. „So haben sich bestehende Ungleichheiten verstärkt und die nötige Transformation hin zu einem stärkeren Gewicht der Privatwirtschaft verzögert“, analysiert Dreger.

Um wieder auf einen robusteren Wachstumspfad einzuschwenken, versucht China die Bedeutung des Konsums zu erhöhen – steht dabei aber vor dem Problem einer enormen Sparquote der Privathaushalte von knapp 30 Prozent. Ein Grund dafür ist das niedrige Niveau der sozialen Sicherung im Alter sowie im Fall von Krankheit und Arbeitslosigkeit. Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten, dass die Regierung deutlich mehr dafür aufwendet als die jetzigen fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch die Ein-Kind-Politik zwingt die privaten Haushalte, in erheblichem Umfang Eigenvorsorge zu betreiben. Hinzu kommen beschränkte Möglichkeiten der Kreditaufnahme für private Haushalte, die für größere Anschaffungen sparen müssen. „Die Finanzmärkte und insbesondere die Kreditvergabe müssen dringend reformiert werden“, erklärt Dreger. Auch ein Anstieg der verfügbaren Einkommen durch einen Anstieg der Sparzinsen und eine zunehmende Migration der Landbevölkerung in die Städte könnten die Konsumdynamik erhöhen. „China steht vor erheblichen Herausforderungen, und es ist noch gar nicht ausgemacht, dass dieser Reformprozess erfolgreich bewältigt werden kann“, so Dreger.


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Christoph Schroeder

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