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Privater Konsum: Chinas Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen

Im Handel mit China drohen Konflikte

Sollte der Wandel hin zu einem eher konsumgestützten Wachstum der chinesischen Wirtschaft dennoch gelingen, dürfte sich dies im deutschen Außenhandel mit der Volksrepublik bemerkbar machen: Sinken die Investitionen in China, sinkt langfristig die Importnachfrage nach Investitionsgütern aus Deutschland. Zudem sollen Maschinen und Autos künftig zunehmend im eigenen Land produziert – und anschließend zum Teil auch wieder exportiert – werden. „Der Handel zwischen Deutschland und China hat bisher gut funktioniert, weil sich die Angebote beider Länder ergänzt haben“, erklärt DIW-Ökonom Georg Erber. China habe Textilien und einfache Industriewaren nach Deutschland exportiert, Deutschland wiederum Maschinen und Autos nach China. „Wollen beide Länder nun ähnliche Produkte produzieren und exportieren, ergeben sich Konfliktfelder“, so Erber. „Der Streit über Dumpingpreise und illegale Subventionen bei chinesischen Photovoltaikpaneelen hat einen ersten Vorgeschmack geliefert.“

Das nötige Know-how gewinnt China derzeit nicht zuletzt durch Gemeinschaftsunternehmen, etwa in der Automobilbranche mit großen deutschen Herstellern, die ihrerseits auf dem chinesischen Markt präsent sein wollen und müssen – langfristig aber zurückgedrängt werden könnten. Zudem plant China Direktinvestitionen in ausländische Unternehmen der Hoch- und Spitzentechnologie im Umfang von etwa 500 Milliarden Euro, und auf der Liste der Investitionsziele stehen auch viele deutsche Unternehmen. DIW-Forscher Erber: „Die deutsche Wirtschafts- und Außenhandelspolitik sollte auf solche Fragen zügig Antworten finden, denn insbesondere die Position in der Hoch- und Spitzentechnologie ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft entscheidend.“

(Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin)


Christoph Schroeder

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