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Results only: Wie immer mehr Unternehmen das Arbeiten befreien

Results only – das klingt erstmal nach Erfolgsdruck. Tatsächlich aber ermöglicht ein Results Only Work Environment Arbeitnehmern erhöhte Flexibilität und viel Freiraum, bei der Gestaltung ihrer Arbeit. Denn wer schneller fertig ist, hat früher frei – Stechuhren, Kontrolle und Bevormundung haben mit dem Results only-Modell ausgedient. Das trägt zu einem besseren Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei. Über die Vorteile von ergebnisorientiertem Arbeiten schreibt Nicola Fritze heute in ihrer Themenserie “Anders denken”.

 

Results only – nur die Ergebnisse zählen

Results only! Wer das als Arbeitnehmer hört, zuckt instinktiv erst einmal zurück. „Nur die Ergebnisse zählen!“ – das klingt, als seien persönliche Gespräche in der Büroküche ab sofort verboten, Pinkelpausen rationiert und die Mittagspause weggekürzt.

Aber Results only meint das Gegenteil. Wer in so genannten Results Only Work Environments arbeitet, kann nämlich auf einmal Kaffeepause machen, wann und wie er will. Kann mittags zwei Stunden Sport machen oder schlafen. Oder einfach gleich zu Hause arbeiten. Das Results Only-Modell besagt: Uns ist egal, wann wo und wie Sie arbeiten. Hauptsache, das (vorher festgelegte) Arbeitsergebnis stimmt! Und für den Rest sorgen Sie bitte selbst.

Fokus auf Output hilft Mitarbeitern und Unternehmen

Klingt ungewohnt, oder? Aber der Fokus auf den Output macht eine Menge Sinn, und zwar für Unternehmen und Mitarbeiter. Viele Firmen wenden nach wie vor Unmengen an Zeit und Geld auf, ganz genau zu kontrollieren, wie und wann ihre Mitarbeiter arbeiten. Stechuhren, festgelegte Pausenzeiten, bis hin zu Vorschriften für die Gestaltung des Büroraumes… Das Ergebnis dieser Haltung ist häufig das genaue Gegenteil von Output-Orientierung: Hauptsache, man ist im Büro. Und das gerne so lange wie möglich. Gerade in Deutschland geht Präsenz häufig über Effizienz (Lesen Sie dazu auch meine Kolumne: Generation Y: Wieso nicht miteinander statt gegeneinander?). Ob das Arbeitsergebnis schlussendlich der langen Arbeitszeit entspricht, ist eher zweitrangig. Hinzu kommt: Mitarbeiter verstehen die vielen Kontrollmechanismen zu Recht als Misstrauen. Darunter leiden Arbeitsklima und Arbeitsmotivation.

Results only führt zu besseren Ergebnissen und mehr Flexibilität

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Beim Results-only-Modell zählen nur die Arbeitsergebnisse. (Bild: M. Gapfel / pixelio.de)

Einige Firmen gehen bewusst einen anderen Weg. Zwei Personalexperten hatten das Results Only-Modell im Jahr 2003 für die Firma Best Buy entwickelt. Seitdem schließen sich immer mehr Unternehmen der Philosophie an. Seit 2009 hat auch Gap USA Results Only-Regeln übernommen. Auch Virgin geht in diese Richtung, seit das Unternehmen verkündet hat, jeder Arbeitnehmer dürfe so viel Urlaub nehmen, wie er wolle – so lange das Ergebnis stimmt. Ähnliche Regelungen haben Unternehmen wie Semco, Netflix oder Evernote.

Die Vorteile für Unternehmen sind vielfältig. Mitarbeiter konzentrieren sich auf das Ergebnis, nicht so sehr auf ihre Anwesenheit. Die gewonnene Freiheit führt zu hoher Mitarbeiterbindung und erhöht tendenziell Motivation und Kreativität. Hinzu kommen gesundheitliche Überlegungen: Wer sich morgens, abends oder mittags eher die Zeit nehmen kann, Sport zu machen oder anderen Ausgleich zu suchen, bleibt eher gesund. Ein weiterer Vorteil: Firmen finden Arbeitnehmer, die für starre Arbeitszeitmodelle nicht zu haben wären. Zum Beispiel junge Eltern.

Vorsicht vor Überforderung

Doch Vorsicht: Solche Modelle sind nicht automatisch erfolgreich. In Firmen, die dauerhaft zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter haben, kann Results Only beispielsweise nach hinten losgehen. Wer seinen Leuten viel Freiheit verspricht, sie andererseits aber mit immer mehr Arbeit zuschüttet, schafft schnell ein Klima der Demotivation. Freie Arbeitsgestaltung ist zwar eng an hohe Produktivität gekoppelt. Doch Modelle wie Results Only setzen sich vor allem eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung zum Ziel. Produktivitätsgewinne sind angenehme Nebeneffekte, die nicht im Zentrum stehen dürfen.

Übrigens: Dass man mit der Vier-Tage-Woche die Produktivität um 50% erhöhen können, lesen Sie in meiner letzten Kolumne: Vier-Tage-Woche: Was wir von Norwegen lernen können.

 

Nicola Fritze / Motivation / Stress / Alltag, Egoismus, Aufschieberitis
Deutschlands Motivationsfrau und SHEnote-Speaker (© Bild: Nicola Fritze).

Über Nicola Fritze

Seit 2001 ist Nicola Fritze vielgefragte Rednerin und Trainerin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Ihre erfolgreichen Audio-Podcasts „Abenteuer Motivation“ und „Fritze-Blitz“ inspirieren seit 2006 regelmäßig über 30.000 Abonnenten. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Hörsendungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Im Februar 2013 erschien ihr neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (SüdWest, 16,99 €) Darin zeigt Nicola Fritze 50 praxisnahe und effektive Methoden auf, wie Lebensfreude und Motivation langfristig zu steigern sind. Weitere Informationen sowie ihre beiden erfolgreichen Hörsendungen finden Sie auf www.nicolafritze.de.

 

Katja Heumader

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