Gesundheit

Selbstbalance als Erfolgsfaktor

Selbstbalance

„Wenn Sie nicht selbst für Ihre Balance sorgen, wird es keiner tun!“ Wir wollen erfüllt leben – wirklich leben und nicht nur funktionieren. Doch wie geht das? Die Gesellschaft zeigt uns diesen Weg nämlich leider nicht! Nur wir selbst sind dafür verantwortlich und können diesen Weg finden. Die Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt aber auch, dass es uns unendlich schwer fällt, dieser Verantwortung uns selbst gegenüber gerecht zu werden.

Wenn wir unreflektiert einfach durch den Alltagsstress stolpern, brauchen wir eine aktive Gegensteuerung, die uns hilft, selbst nicht auf der Strecke zu bleiben. Aktuelle Studien zeigen, dass bis 2020 jeder zweite Mensch zwischen 30 und 50 Jahren mit einer Depression/ Überlastung zu kämpfen haben wird. Es ist also wichtig, jetzt wach zu werden! Die Selbstbalance ist der zentrale Punkt für ein erfülltes Leben – früher oder später erkennt das jeder. Höher, schneller, weiter ist nur für kurze Zeit eine Strategie und kann nicht für Erfüllung sorgen – sie läuft gegen das Naturgesetz. Die äußere Kurve von „tun“, „aufbauen“ und „haben“ entwickelt sich im Laufe des Lebens nach unten. Die innere Entwicklung des Geistes hat jedoch kein Verfallsdatum und erfüllt uns bis zum Tod. Hier geht es um das Sein!

Selbstbalance ist die Ausgewogenheit von persönlichen Bedürfnissen

Klienten fragen mich immer wieder, ob es stimmt, dass wir eine innere Stimme haben, auf die wir hören sollten und wie wir diese erkennen können. Wir alle tragen sie in uns, diese innere Stimme, die unser Ratgeber sein kann und uns hilft, den besten Weg für uns zu wählen. Die innere Stimme ist der Sprecher unserer Seele und kennt ihre Bedürfnisse. Schon immer war den bewussten Menschen aller Kulturen bekannt, dass es so etwas wie eine innere Stimme gibt:

„Im Inneren deines Seins
 ist die Antwort. 
Du weißt wer du bist 
und du weißt was du willst.“

Laotse (6. Jhd. v. Chr.), Begründer des Daoismus

Die innere Stimme – der wichtigste Helfer für Selbstbalance

Die innere Stimme ist ein Gespür, keine vordergründige Emotion wie Zorn oder Wut, Angst oder Eifersucht. Sie ist viel feiner und unterschwelliger. Sie spüren sie wie eine Vorahnung – deutlich und unmissverständlich, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Sie bietet Ihnen eine Wahlmöglichkeit im Sinne Ihres höchsten Wohls, aber sie zwingt Sie nicht, dem zu folgen. Nur in Stille und Ruhe können Sie sie wirklich hören und fühlen. Wir haben verlernt, sie zu integrieren oder sie ernst zu nehmen und haben den Kontakt zu ihr verloren. Denn, Ruhe und Stille sind ein Luxus in der heutigen Zeit.

Ich kenne einige Menschen, die krank geworden sind, weil sie jahrelang die innere Stimme ignoriert haben, und zwar nur deshalb, weil sie ihre feste „Lebensvorstellung“ nicht aufgeben wollten. Sie haben ihre Vorstellungen vom Leben und ihre Erwartungen an sich und das Leben höher bewertet, als das Leben selbst. Das ist problematisch, denn „das Leben“ und „Wir“ sind eins.

So fördern Sie den Kontakt zu Ihrer inneren Stimme:

Überdecken Sie Momente des Alleinseins nicht sofort mit gedanklichem Lärm oder Aktivität. Lernen Sie sich zu fühlen und auf sanfte, aber deutliche innere Signale zu achten. Es kann sein, dass Ihre innere Stimme Sie nicht immer den bequemen und bekannten Weg leiten wird und Ihr Verstand Unwohlsein oder Angst signalisiert. Fassen Sie Mut und lassen Sie sich darauf ein. Ihr inneres Ziel zu erfüllen, bedeutet, auch unangenehme Gefühle zu durchleben und sie nicht zu selektieren.

Die vier zentralen Lebensbereiche im Blick haben

Selbstbalance kann nur durch aktive Selbstführung in den vier zentralen Lebensbereichen sichergestellt werden. Diese vier Lebensbereiche sollten miteinander im Einklang stehen. Richten Sie Ihre Achtsamkeit im Alltag immer wieder auf diese Lebensbereiche und behalten Sie ihre Ausgewogenheit im Blick. Extreme zerstören Selbstbalance und machen Sie langfristig weder glücklich, noch frei, noch dauerhaft erfolgreich oder leistungsstark. Ausgewogenheit hingegen ermöglicht Ihnen Zugang zu Ihren inneren Ressourcen, stellt sicher, dass Sie Ihr wahres Potenzial nutzen können, fördert Gesundheit und Wohlbefinden.

Ausgewogenheit können Sie sicherstellen durch

Aktivität: Den Alltagsrollen gerecht werden, körperlich aktiv sein, Leistung abrufen und äußere Ziele vorantreiben, einer Vision dienen.

Ruhe: Zeit für innere Einkehr in die Tiefe und Ruhe.

Mäßigung: Die Extreme meiden – den mittleren Weg gehen.

Regelmäßigkeit: Konstanz in dem, was uns gut tut.

Selbstbalance entsteht durch Lenkung der Energien in ein Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht ist niemals dauerhaft gleich, sondern muss immer wieder neu hergestellt werden. Waren Sie schon einmal auf einem Wackelbrett für eine Balanceübung? Sie können niemals komplett stillstehen, sondern es braucht immer ein leichtes Ausbalancieren, um oben stehen bleiben zu können.
Eigentlich ist der Körper in der Lage, seine geistige und körperliche Gesundheit selbst zu regulieren. Nach einer Phase mit hoher Energieaufwendung erfolgt eine Periode mit weniger Energie. Auf hohen gedanklichen Input erfolgen geistige Erschöpfung und Müdigkeit. Der Körper verlangt Entspannung, der Geist strebt nach Freiraum und Ruhe. Wir alle erleben im Alltag Perioden mit viel und wenig Energie. Diese Tatsache allein ist nicht schädlich, sondern natürlich.

Extreme vermeiden – Ausgewogenheit suchen

Die Selbstschädigung entsteht durch unsere Reaktion auf die Phasen mit wenig Energie. Wir leisten dagegen Widerstand und ignorieren sie. Wir erwarten dauerhafte Leistungshochs und Überaktivität, gehen der Ruhe aus dem Weg und verfallen in die Extreme. Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gereiztheit oder Magenbeschwerden werden durch Koffein oder Tabletten ausgeschaltet, nach dem Motto: Körper sei still, du störst. Dadurch entstehen Krankheiten, weil wir die Selbstregulationsmechanismen des Körpers blockieren und wichtige Bedürfnisse ignorieren. Bedürfnisse lassen sich allerdings nicht wirklich ignorieren. Unerfüllte Bedürfnisse kommen später verkleidet als Krankheitssymptome wieder an die Oberfläche und rauben uns mehr Energie, als wenn wir vorher rechtzeitig auf die inneren Zeichen gehört hätten. Mit wenig Energie haben Sie wenig Leistungskraft. Versuchen Sie aber trotzdem weiterhin, den Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft gerecht zu werden, betreiben Sie noch mehr Raubbau an sich selbst und begeben sich in eine destruktive Spirale.

Versuchen Sie immer wieder nach Ausgewogenheit zu streben: Nach Phasen der Aktivität sollte auch Ruhe Platz in Ihrem Leben erhalten. Meiden Sie Extreme und lösen Sie sich davon, alles perfekt machen zu müssen. Bleiben Sie realistisch bei der Auswahl Ihrer Ziele und setzen Sie diese dann mit Konstanz und Regelmäßigkeit um. Ihre innere Stimme ist der direkte Draht zur Lebensbalance.

Im nächsten Beitrag erfahren Sie mehr über die vier zentralen Lebensbereiche und was dort wichtig ist.

Über Brigitta C. Kemner

Brigitta C. Kemner, Business Coach, Personal Coach, Veränderung
Brigitta C. Kemner begleitet seit 2003 Menschen bei persönlichen und beruflichen Veränderungen. (Bild: © jennifer fey, jennifer fey photography)

Brigitta C. Kemner ist Personal Coach, Business Coach und Rednerin und begleitet seit 2003 Führungskräfte, Manager, Geschäftsführer, Unternehmer, Selbstständige und Privatpersonen bei persönlichen und beruflichen Veränderungen. Dabei liegen ihre Schwerpunkte besonders bei den Themen Selbstbalance, Selbstführung, Menschenführung, Potenzialentwicklung und Kommunikation. Ein neues Bewusstsein, innere Freiheit, Gelassenheit, Empathie und Selbstverantwortung sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit mit Menschen und für die Aktivierung von inneren Ressourcen.

Mehr über Brigitta C. Kemner erfahren Sie auf ihrem AGITANO-Expertenprofil. Besuchen Sie auch ihre Website: www.brigitta-kemner.com.

Christoph Schroeder

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