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Virtual Reality: 5 Fragen – 5 Antworten

Virtual Reality, VR-Brille, Technologie

Ende Februar dieses Jahres hat Mark Zuckerberg mit einem einzigen Bild für großes Aufsehen gesorgt. Die Samsung-Pressekonferenz nahm er zum Anlass, um für die Oculus VR zu werben. Doch niemand bekam etwas von seiner Anwesenheit mit, denn die anwesenden Geschäftsmänner waren in ihre eigene virtuelle Realität abgetaucht. Für Mark Zuckerberg ist die virtuelle Realität schon die wirkliche Realität – für uns ist es noch befremdlich. Wie funktioniert das Konzept der Virtual Reality und werden wir in Zukunft die Virtualität Realität nennen? Für unsere Themenserie „5 Fragen & 5 Antworten“ haben wir nach Antworten gesucht.

Wer steckt hinter der Idee von Virtual Reality?

80 Jahre dauerte es, bis ein einfacher Polarisationsfilter, der 1932 entwickelt wurde und noch heute in 3D-Filmen eingesetzt wird, Teil der Entwicklung einer Virtual Reality Brille wurde. 2012 wurde schließlich die Firma Oculus VR gegründet. Die Gründer, Palmer Luckey und John Carmack, machten es sich zur Aufgabe, eine kostengünstige, aber dennoch hochperformende VR-Brille herzustellen. Sie verzeichneten riesige Erfolge, weshalb mehrere Startups die gleiche Idee verwirklichten. 2014 war es dann soweit und die Virtual Reality erhielt ihren Aufschwung. Mark Zuckerberg nutzte die Chance und kaufte Oculus VR für 2,3 Milliarden Dollar auf. Dies war der Start der Revolution von Virtual Reality.

Aufbau und Technik der Virtual Reality Brille

Damit die Virtualität ohne Probleme zur Realität wird, müssen bestimmte Eigenschaften erfüllt sein. Die VR-Brille wird auf dem Kopf fest positioniert. Kopfhörer sind in die Kopfhalterung eingebaut, für ein vollständiges Verlassen der Wirklichkeit. Die in das große Display der VR-Brille integrierten Linsen, verfügen jeweils über 1080×1200 Pixel. Eine Gesamtauflösung von 2160×1200 Pixel lässt den Träger der Brille in eine hochauflösende Welt eintauchen. Dies wird von einem diagonalen Sichtfeld von 110° sowie von einem 90° horizontalem Sichtfeld unterstützt. Der Träger kann sich somit im virtuellen Raum bewegen und (in Computerspielen) sein virtuelles Ich betrachten.

Welche Anwendung findet die Virtual Reality?

Zu Beginn des Unternehmens haben sich die Gründer von Oculus VR hauptsächlich von Spielen inspirieren lassen, was somit die vorrangige Anwendungsmöglichkeit ist. Über die Entwicklungsjahre hinweg konnten sie aber feststellen, dass es deutlich mehr Anwendungsfelder gibt. „Immersive Journalism“ ist zum Beispiel eine davon. Der Gedanke dahinter ist, die Emotionen und die Empathie der Menschen zu erregen, um sie so näher an das Geschehen zu bringen. Ein Beispiel hierzu wurde bereits 2012 von Nonny de la Peña veröffentlicht. In einem mitreißenden Video, das Ähnlichkeiten zu einem Computerspiel aufweist, zeigt sie, wie es in einer Warteschlange einer städtischen Essensausgabe aussieht.

Diese Form der virtuellen Realität kann man auch auf das Marketing projizieren. Virtuelle Werbetafeln oder einen Brauerei-Rundgang, während man im realen Leben gemütlich ein Bier trinkt, können schon bald Wirklichkeit sein.

Auch Ärzte können sich die praktische Anwendung einer Virtual Reality Brille vorstellen. Bei psychischen Problemen kann so der Patient dem Krankheitsbild, zum Beispiel Höhenangst, direkt ausgesetzt werden, um so eine Heilung zu erhalten.

Virtual Reality vs. Augmented Reality

Virtual Reality ist derzeit das häufigste Anwendungsgebiet. Der Nutzer einer VR-Brille versetzt sich in eine virtuelle Realität und schaltet sich vollkommen von der Außenwelt ab. Vor einigen Tagen hat Microsoft die Hololens vorgestellt, die die Anwendung der Augmented Reality unterstützt. Mit dieser Brille erfährt man die wirkliche Realität auch weiterhin, reichert sie aber mit 3D-Elementen oder anderen virtuellen Elementen an. So können beispielsweise zusätzliche Informationen, Textfelder oder Gegenstände, in das Sichtfeld eingeblendet werden. Für das Marketing kann diese Art der neuen Realität durchaus von Vorteil sein.

Werden wir die Realität hinter uns lassen?

Ob das Bild von Mark Zuckerberg, wie er durch die Reihen von ahnungslosen Menschen stolziert, außerhalb von Pressekonferenzen und Produktvorstellungen, tatsächlich einmal Wirklichkeit wird, ist schwer vorherzusagen. Es ist aber durchaus möglich, dass die Virtual Reality-Brille die Spielewelt weiter erobert. Auch in den Bereichen Journalismus und Marketing ist eine gängige Anwendung vorstellbar.

Google bietet bereits eine kostengünstige Alternative an, um auch zuhause mit dem Smartphone in virtuelle Realitäten abzutauchen. Google Cardboard heißt diese Erfindung. Mit diesem Angebot kann sich jeder eine Bastelanleitung herunterladen und innerhalb weniger Schritte seine persönliche VR-Brille zusammenbauen.

Lydia Hagen

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