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Wenn es eng wird: Diese Versicherungen nicht in der Krise kündigen

Unterlagen und kleines Modellhaus auf einem Tisch, Füller liegt bereit

Die Corona-Krise ging vielen Verbraucher*innen ebenso wie Unternehmen sehr nahe – nicht nur emotional. Nicht wenige hatten mit Liquiditäts-Engpässen zu kämpfen, weil die Einnahmen beispielsweise wegen Kurzarbeit weggebrochen sind. Wer ohnehin bereits mit einem geringen Einkommen den Lebensunterhalt bestreitet, hat in der Regel nur wenige Möglichkeiten für weitere Einsparungen. Wenn der Rotstift im Haushaltsbuch angesetzt wird, sind Miete, Strom und Lebensmittelbudget feste Größen und oft die größten Fixkosten neben Versicherungen. Doch gerade bei diesen sollten Verbraucher*innen lieber zweimal nachdenken.

Versicherungen einfach streichen: Sitzen Sie nicht dem Trugschluss auf!

Während der Corona-Krise haben in der Tat sehr viele Versicherte ihre Versicherungen entweder gekündigt oder stundeten diese. Das hatte spürbare Auswirkungen auf viele Versicherungsunternehmen. Vor einem drastischen Einschnitt ist dennoch Vorsicht besser als Nachsicht, denn die meisten Versicherungen hat man vor der Krise aus gutem Grund abgeschlossen. Wichtig ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und nur diejenigen Versicherungen zu streichen, auf die man im Fall der Fälle tatsächlich verzichten kann. Für viele zum Glück kann man manch eine Versicherung nicht ohne Weiteres kündigen, da es sich wie bei der Krankenversicherung um eine Pflichtversicherung handelt.

Die private Haftpflichtversicherung

Die wahrscheinlich nützlichste Versicherung im Leben, zu der man nicht verpflichtet ist, ist die private Haftpflichtversicherung. Diese Versicherung sollte man auf keinen Fall kündigen und es ist generell ratsam, eine abzuschließen, sofern man noch keine hat. Denn erfahrungsgemäß können kleine Malheure im Alltag immer passieren – wobei die zerbrochene Blumenvase bei Freunden oder andere kleinere Sachschäden im seltensten Fall ein konkretes Problem darstellen. Wichtig wird die Haftpflichtversicherung spätestens dann, wenn es zu einem Unfall mit Personenschaden kommt. Denn in diesem Fall erreichen die Rechnungen, die auf die schadenverursachende Person zukommen, schnell enorm hohe Summen.

Deswegen sollte auch in Krisenzeiten die Faustregel gelten, niemals die Haftpflichtversicherung kündigen. Wem keine anderen Kostenpunkte bleiben, an denen gespart werden kann, hat zumindest noch zwei Optionen, um die Kosten zu reduzieren:

  • ein günstigeres Versicherungsunternehmen suchen
  • die Haftpflichtversicherung ändern: Wer einen höheren Selbstbeteiligungsbetrag vereinbart, kann jeden Monat bares Geld sparen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine weitere wichtige Versicherung für jede Altersgruppe ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie springt immer dann ein, wenn die versicherungsnehmende Person (vorrübergehend) arbeitsunfähig ist. Sobald der Lohn ausfällt, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe.

Vor allem Menschen, die im Büro arbeiten, haben oft gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil sie davon überzeugt sind, immer arbeiten zu können. Doch auch das ist ein Trugschluss. Wie schnell ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten kann, veranschaulicht ein einfaches Beispiel. So kann eine langfristige Krankschreibung auch in diesem Tätigkeitsfeld eintreten, wenn jemand bei der Hausarbeit von der Leiter fällt, unglücklich auf dem Boden aufkommt und sich einen komplizierten Bruch der Armknochen zuzieht. Dieser Ausfall und der anschließende Heilungsprozess kann sich unter Umständen derart in die Länge ziehen, dass die gesetzliche Frist überschritten wird, in der der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, weiterhin den Lohn zu bezahlen.

In diesem Fall beziehen Arbeitnehmende nur noch das Krankengeld – was für viele nicht zur Deckung der Fixkosten ausreicht, und das in einer Phase, in der keine anderen Einkommensquellen zur Verfügung stehen. Durch die Berufsunfähigkeitsversicherung wird dieses Szenario vermieden und man verfügt weiterhin über ein reguläres Einkommen.

Die private Rentenvorsorge

Wer eine private Rentenversicherung, beispielsweise in Form einer Lebensversicherung, abgeschlossen hat, sollte diese nur in absoluten Notfällen kündigen und sich auszahlen lassen. Diese Versicherungen sind für viele der Notgroschen, der nur dann angetastet werden sollte, wenn die Privatinsolvenz droht. In allen anderen Fällen ist es wichtiger, diese Versicherungen zu bedienen, besonders wenn man zwischenzeitlich von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist. Denn gerade dann werden diese Versicherung im Alter den Unterschied zwischen einem komfortablen Leben und Altersarmut ausmachen.

Beate Greisel

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