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Wie menschliche Interaktion uns leistungsfähiger macht

… aus der zweiwöchentlichen Themenserie „Anders denken“ von Nicola Fritze. Nach dem letzten Beitrag „Generationenkonflikt in Unternehmen: Wieso nicht Miteinander statt Gegeneinander?” folgt heute: „Motivationszentrum Hirn. Wie menschliche Interaktion uns leistungsfähiger macht“.

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Was motiviert uns dazu, Ziele erreichen zu wollen?

Netzwerk, Meeting, Interaktion
Wir brauchen Interaktion um Ziele auch wirklich erreichen zu können. (Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Die Forschung sagt: Vor allem unsere Suche nach Anerkennung. Nichts befriedigt uns dauerhaft mehr als Zuspruch von Außen. „Das hast Du klasse gemacht“ ist eine Aussage, die – sei sie als Satz oder nur als anerkennende Geste – enorm anspornt. Wertschätzung, Zuneigung und Zuwendung sind der Treibstoff, der uns die Energie gibt, unsere Ziele zu erreichen.

Überlegen Sie mal: Sind Sie motiviert, ein Ziel zu erreichen, wenn dafür nirgends Zuspruch in Aussicht steht? Die Suche nach Anerkennung für unsere Erfolge ist auch der Grund, weshalb Menschen Portale wie www.Stickk.com nutzen. Dort haben Nutzer die Möglichkeit, ihre privaten oder beruflichen Ziele öffentlich zu verkünden – und sich öffentlichen Zuspruch abzuholen, wenn sie dieses Ziel erreicht haben. Oder eben Ansporn, wenn es noch nicht gelungen ist.

Enger Zusammenhang zwischen Motivation und Interaktion

Körperlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen menschlicher Interaktion und Motivation. Unser Motivationssystem ist über Nervenbahnen eng mit dem Emotionszentrum in unserem Hirn vernetzt – und hat so unmittelbaren Einfluss darauf, wie gut wir uns fühlen. Wenn wir motiviert sind, schüttet unser Mittelhirn einen Botenstoff aus. Diese Substanz heißt Dopamin. Sie treibt uns an, geistig wie körperlich. Wenn wir Dopamin ausschütten, setzt unser Hirn weitere Stoffe frei, die dazu führen, dass unsere Lebensfreude messbar steigt. Je motivierter wir sind, desto besser geht es uns.

Am Anfang dieses Kreislaufs steht der motivierende Zuspruch durch Andere, oder zumindest die Aussicht darauf. Motivation, soziale Interaktion und unser Wohlbefinden stehen also in direktem Zusammenhang. Im Umkehrschluss heißt das: Wo kein Zuspruch, da weniger Motivation, da weniger Wohlbefinden.

Am Schluss steht eine Menge Demotivation

Denken Sie mal nach: Haben Sie schon mal ganz alleine an einem Projekt gearbeitet? Ohne Kollegen und ohne regelmäßiges Feedback durch Ihren Vorgesetzten oder andere Gesprächspartner? Wie ging es Ihnen da? Waren Sie hochmotiviert und haben Ihre Aufgaben mit leichter Hand erledigt? Der Forschung nach ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Ihnen in dieser Situation nur schwer möglich war, all Ihre Vorhaben motiviert umzusetzen. Denn Ihr Körper merkt, wenn es an menschlichem Zuspruch fehlt. Der Mangel an menschlicher Interaktion wirkt sich unmittelbar auf Seele und Körper aus. Am Schluss steht eine Menge Demotivation, die sich wiederum negativ auf Ihre Stimmung auswirkt.

Im Umkehrschluss heißt das: Wir Menschen sind auf Zusammenarbeit und menschliches Feedback angewiesen, um motiviert durchs Leben zu gehen. Dieses Wissen ist gerade für unsere Arbeit von großer Bedeutung. Wer dauerhaft motiviert arbeiten möchte, braucht ein wertschätzendes, stabiles menschliches Umfeld. Menschen, denen wir vertrauen können und mit denen uns der Austausch leicht fällt. Das tut uns seelisch und körperlich gut und verbessert die Ergebnisse unserer Arbeit dauerhaft und messbar.

Suchen Sie sich ein Team, in dem Sie sich wohlfühlen

Wenn ein solches Umfeld fehlt, fällt es uns hingegen schwer, uns zu motivieren. Wir sind unkonzentriert und fühlen uns nicht sonderlich handlungsbereit. Weder körperlich noch geistig.

Also: Wenn Sie motiviert arbeiten wollen, suchen Sie sich ein Team, in dem Sie sich wohlfühlen, wo Sie Ideen umsetzen können und Wertschätzung erfahren. Und schenken Sie im Gegenzug auch Ihren Kollegen und Mitmenschen Anerkennung und regelmäßiges Feedback, um deren Motivation zu unterstützen. Viel Erfolg dabei!

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Über Nicola Fritze:

Deutschlands Motivationsfrau
Deutschlands Motivationsfrau (Foto: © Nicola Fritze)

Seit 2001 ist Nicola Fritze vielgefragte Rednerin und Trainerin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Ihre erfolgreichen Audio-Podcasts „Abenteuer Motivation“ und „Fritze-Blitz“ inspirieren seit 2006 regelmäßig über 30.000 Abonnenten. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Hörsendungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Im Februar 2013 erschien ihr neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (SüdWest, 16,99 €) Darin zeigt Nicola Fritze 50 praxisnahe und effektive Methoden auf, wie Lebensfreude und Motivation langfristig zu steigern sind. Weitere Informationen sowie ihre beiden erfolgreichen Hörsendungen finden Sie auf www.nicolafritze.de.

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