Empfehlung

Zehn Tipps, um Neues zu lernen

Schon Sokrates wusste, dass sein Wissen begrenzt war – sein wohl berühmtester Ausspruch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Wir alle sind uns der Tatsache bewusst, dass wir nicht alles wissen können. Deshalb sind wir froh, wenn es jemanden gibt, der uns dabei hilft, Neues zu lernen. Was aber, wenn wir Neues lernen wollen, es aber niemanden gibt, der uns dabei unterstützt? Dr. Heiner Reinke-Dieker, Leiter zahlreicher Workshops zum Thema Mitarbeiterführung und Weiterentwicklung von Unternehmen, hat zehn Tipps, die Ihnen dabei helfen Neues zu lernen, neue Lösungen zu finden und neue Ziele zu erreichen.

 

Zehn Tipps, um Neues zu lernen

Tipp 1: Nichtwissen akzeptieren
Der erste Schritt, um Neues zu lernen, besteht darin, seine Wissenslücken zu akzeptieren. Nur wer anerkennt, was er nicht weiß, kann sein Wissen vergrößern.

Tipp 2: Sich der selektiven Wahrnehmung bewusst werden
Der Feind von allem Neuen ist das Gewohnte, das Bisherige. Denn was wir wissen, strukturiert unsere Wahrnehmung der Welt. Stets sehen wir nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit – und zwar den, der sich nahtlos in unser Gedankengefüge einpasst. Umlernen ist daher wesentlich mühsamer, als Neues zu lernen.

Neues zu lernen
Neues Wissen fügt sich oft nur schwer in das bereits vorhandene Wissen ein. (Bild: Angela Parszyk / pixelio.de)

Tipp 3: Jede Wahrheit ist nur so lange wahr, bis sie widerlegt wurde
Karl Popper, der Vater der modernen empirischen Wissenschaft, wies darauf hin, dass Erklärungsversuche für bestimmte Phänomene niemals von dauerhafter Gültigkeit sein können. Vielmehr gelten sie immer nur so lange, bis ein neuer, besserer Erklärungsversuch gefunden wurde. Wissen kann daher niemals verifiziert werden. Es ist aber immer so lange gültig, wie es nicht falsifiziert wurde. Damit wir in unserem Umfeld möglichst erfolgreich handeln können, muss sich auch das Wissen immer der Veränderung des Umfeldes anpassen.

Tipp 4: Hilfsmittel nutzen, um Neues zu lernen
Neues kann man nicht einfach abfragen. Es bedarf vorhandener Wissenselemente, um daraus Neues zu lernen, zusammenzufügen und zu konstruieren. Checklisten oder Kreativmethoden wie Brainstorming oder Morphologie nützen dabei. Sicher ist es auch kein Fehler, Spaß am Lernen zu haben.

Tipp 5: Unvoreingenommen an Neues herangehen
Um Neues zu lernen, sollten wir zuerst Wissen sammeln – ohne es schon zu bewerten. Da wir alles daran messen, was wir bisher kennen und wissen, wären Be-Wertungen fast immer auch Ab-Wertungen. Deshalb: Zuerst Möglichkeiten sammeln, vielfältig und kontrovers.

Tipp 6: Informationen möglichst vollständig sammeln
Wenn wir ein Gebiet neu erschließen wollen, ist oft schon bruchstückhaftes Wissen vorhanden. Informationen scheinen oft zusammenhanglos, ergeben keinen Sinn. Deshalb können wir nur schwer unterscheiden: Was ist wichtig, was unwichtig? Aus diesem Grund sollte man zunächst einfach alle Fakten und Informationen zusammentragen. Nur so gelingt es, Neues zu lernen. Die Informationen müssen dann sortiert werden. So bekommt man einen Überblick und wird sich der einzelnen Details bewusst.

Tipp 7: Fragen helfen dabei, Neues zu lernen
Stellen Sie sich Fragen, die Ihnen dabei helfen, das bisher unbekannte Gebiet zu erschließen. Zum Beispiel: „Mit welchen Ergebnissen würde sich unser Gefühl ein wenig verbessern?“, „Was müssten wir tun, um mit unserem Projekt ganz sicher Schiffbruch zu erleiden?“, „Was könnten unsere Kunden zu dieser Idee sagen?“

Tipp 8: Um Neues zu lernen, sollten wir alle Sinne aktivieren
Häufig reicht ein kleiner Reiz aus um Wissensanteile zu aktivieren, die unter der Oberfläche, im Unbewussten schlummern. Mit kreativen Methoden können sie hervorgeholt werden. Zeichnen Sie zum Beispiel eine „Zukunftsvision“.

Tipp 9: Ihr Bauchgefühl gibt Ihnen wichtige Hinweise
Meist haben wir ein gutes Bauchgefühl nur bei Dingen, die uns bereits aus der Vergangenheit bekannt sind. Zukunftsentscheidungen sind häufig mit Unsicherheit verbunden, das gilt auch für neue Wissensgebiete, die wir uns erschließen wollen und müssen. Ein schlechtes Bauchgefühl kann auf Risiken und Gefahren hinweisen, die uns aus unseren bisherigen Erfahrungen bekannt sind. Wenn ihr Bauch Sie laut warnt, dann sollten Sie tiefer in sich hinein hören: Wovor genau will mein Gefühl mich warnen?

Tipp 10: Bauch und Kopf sollten neuen Lösungswegen zustimmen
Im Zwiegespräch mit uns selbst sollten wir Lösungen finden, die einerseits rational sind, andererseits aber auch ein gutes Gefühl erzeugen. Ob wir unser neues Ziel gut vorbereitet haben, sagt uns unser Körper.

 

Über Dr. Heiner Reinke-Dieker

Dr. Heiner Reinke-Dieker, Dipl. Mathematiker, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Dr. phil. in Soziologie, Systemischer Berater (SG-zertifiziert).

Seit über 30 Jahren ist Reinke-Dieker als Methodenlehrer/ Trainer und Coach von Führungskräften tätig. Dabei geht es mit unterschiedlichen Themenstellungen immer um das gleiche Ziel: Professionalität in der Mitarbeiterführung, und die geht über „guten Willen“ und „Bauchgefühl“ weit hinaus. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Vorbereitung und Moderation von Workshops, bei denen es um das Aufarbeiten von unverstandenen oder hartnäckigen Problemen geht, oder um die Beschäftigung mit der möglichen Zukunft des Unternehmens bzw. des Unternehmensbereiches. Zur Professionalität im Führen gehört nach seiner Ansicht vor allem ein Offenbleiben für neue Sichtweisen, notwendige Verbesserungen und überraschende Möglichkeiten.

Er ist Autor von drei Büchern, u.a. „Vorsicht! Rigidität“, welches im September 2014 erschienen ist.

Katja Heumader

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.