Management

Mitarbeiter: Die vier Zeichen der Motivation

Motivation, das wünschen sich wohl die meisten Führungskräfte von ihren Mitarbeitern. Nachdem wir Ihnen in „Autorität – Chef sein will gelernt sein“ gezeigt haben, wie Sie zu jener Führungskraft werden, unter der Mitarbeiter mitziehen wollen (und nicht müssen!), geht es heute darum, woran Sie erkennen, dass Ihre Angestellten wirklich motiviert sind.

Warum Mitarbeiter manchmal gute Schauspieler sind

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Immer motiviert, immer gut gelaunt. So wünschen sich Führungskräfte ihre Mitarbeiter. (Bild: clickhero.de / pixelio.de)

Wenn Sie Ihren Angestellten fragen: „Na, macht Ihnen die Arbeit Spaß?“, wird er Ihnen natürlich mit „Ja!“ antworten. Mitarbeiter spielen einem Motivation oft vor. Die Gründe hierfür sind banal.

  1. Niemand lebt von Luft und Liebe allein. Seien wir mal ehrlich. Viele von uns machen einen Job, weil sie es tun müssen. Etwa, um eine Familie zu ernähren. Auf einem angespannten Arbeitsmarkt bleibt dem ein oder anderen manchmal keine andere Wahl, eben das zu tun, was einem weniger Freude bereitet. Doch hat jeder Arbeitnehmer die Pflicht, dieses gewissenhaft zu erledigen!
  2. Den eigenen Chef nicht enttäuschen wollen. Seinen Vorgesetzten nehmen die meisten Mitarbeiter nicht nur als Lohn- und Brötchengeber, sondern auch als Menschen wahr, den man nicht enttäuschen, oder gar verletzen, möchte. Wer möchte schon seinem Chef ins Gesicht sagen: „Die in Ihrem Unternehmen angebotene Tätigkeit, macht mir gar keine Freude!“?

Mit anderen Worten, den Arbeitnehmer nach seiner Motivation zu fragen, bringt einem recht wenig Erkenntnisgewinn ein. Stattdessen sollten Sie auf folgende vier Zeichen achten, die Ihnen helfen motivierte Arbeitnehmer:

Zeichen Nr. 1: Ausstattungen am Arbeitsplatz

Innerhalb der Pädagogik spricht man gerne vom „Raum als dritten Erzieher“.* Damit wird ausgedrückt, dass die Gestaltung des Lernumfeldes die Lernbereitschaft von Kindern und Jugendlichen erheblich beeinflusst. Sowohl zum Guten, als auch zum Schlechten. Bei Angestellten ist das nicht anders. Wer geht schon gerne in einem dunklen Kämmerlein seinem Tagewerk nach? Sehen Sie sich aus diesem Grund in unregelmäßigen Abständen die Arbeitsbedingungen Ihrer Mitarbeiter genau an und fragen Sie sich selbst:

  • Will ich unter solchen Bedingungen arbeiten?

Das betrifft die Ausstattung am Arbeitsplatz gleichermaßen. So sind höhenverstellbare Tische in immer mehr Betrieben, die ein rückengerechtes Arbeiten ermöglichen, Alltag. Aber auch auf eine Vielfältigkeit des Aufgabenspektrums ist zu achten, damit der Arbeitnehmer nicht unterfordert wird.

Zeichen Nr. 2: Möglichkeiten der Mitbestimmung

Es gibt so vieles, was das Management vom Sport lernen kann. Das zeigen auch die 15 Tipps, wie Ihr Team Weltmeister wird. Bundestrainer Löw selbst spricht gerne von „flachen Hierarchien“, wenn er auf seinen Führungsstil angesprochen wird. Wie halten Sie es? Kann Ihr Mitarbeiter die Entwicklung und das Ergebnis Ihres Unternehmens durch Mitbestimmung beeinflussen oder entscheiden Sie alles selbst?

Zeichen Nr. 3: Sind Mitarbeitern Konsequenzen bewusst?

Um es klar zu stellen: An dieser Stelle sind nicht die Konsequenzen gemeint, die man gegenüber Mitarbeitern ausspricht, die ein Mangel an Motivation aufzeigen (zum Beispiel: Mitarbeitergespräch, Abmahnung, Kündigung).

Vielmehr steht die Frage im Raum: Sind für Ihre Mitarbeiter die sowohl negativen als auch positiven Konsequenzen ihres Arbeitsergebnisses und ihrer Arbeitsleistung für das Unternehmen sichtbar – und vor allem – wichtig? Identifiziert er sich mit seinem Unternehmen, seiner Abteilung und seinen Kolleginnen und Kollegen? Oder, um es mal schmeichelhaft auszudrücken, peripheriert ihn alles nur am Rande?

Falls Letzteres zutrifft, sollte man sich als Führungskraft die Frage stellen, wie Mitarbeiterbefragungen zum Erfolg von Managementstrategien beitragen könnten.

Zeichen Nr. 4: Verfolgt der Mitarbeiter einen Sinn?

„Was will die Generation Y?“ Das fragen sich nicht nur die nach 1980 geborenen selbst. Auch die Arbeitgeber wollen das wissen, um im sich ausbreitenden „War for Talents“ zu punkten.Susanne Böhlich, Dozentin an der Internationalen Hochschule Bad Honnef-Bonn im Bereich Human Resources und Marketing und zuvor Beraterin bei McKinsey und Deutsche Post DHL, sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, das für die Generation Y gilt: Arbeit muss Sinn und Spaß machen. In Bezug auf Motivation gilt: Für Ihren Mitarbeiter muss seine Tätigkeit eine Bedeutung haben. Dient das, was er tut, einem höheren Ziel? Trägt das, was er als Ergebnis erzielt zum Unternehmenserfolg bei? Und vor allem: Weiß er das auch? Mit einem ehrlich gemeinten „Danke!“ Ihrerseits können Sie ganz schnell dafür sorgen.

Überprüfen Sie Ihre Mitarbeiter in unregelmäßigen Abständen auf diese Zeichen. Selbstredend ist nicht jeder Mitarbeiter, zu jeder Stunde hochmotiviert, aber Sie haben es selbst in der Hand, dass er sich dem Großteil seines Arbeitstages bei Ihnen wohl fühlt.

*Vgl. u. a. Vollmer, K.: Fachwörterbuch für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte, Herder Verlag 2012.

Christoph Schroeder

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