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Aufschieberitis bekämpfen – aber richtig!

Prokrastination, im Allgemeinen Aufschieberitis genannt, ist durchaus normal. Jeder von uns schiebt Dinge vor sich her. Anders liegt der Fall jedoch, wenn sich dies zu einem Dauerzustand entwickelt. Wenn die eigene Produktivität nachlässt, ist nicht „nur“ der Arbeitsplatz, sondern auch die eigene psychische Gesundheit in Gefahr gerät. Im Folgenden ein Kompaktüberblick, was man dagegen unternehmen kann.

Tipp 1: Realistische Erwartungen formulieren

Aufschieberitis, Organisation, to-Do
Eine To-Do-Liste, die Prioritäten visualisiert ist ein sehr effizientes Instrument gegen Aufschieberitis. (Bild: Viktor Hanáček / picjumbo.com)

Selbst Gott soll für die Erschaffung der Welt sechs Tage gebraucht haben. Am siebten musste er sich von den damit verbundenen Strapazen erst einmal erholen. Setzen Sie also an sich nicht all zu hohe Erwartungen. Das heißt nicht, dass Sie gar keinen Ehrgeiz entwickeln sollen, aber versuchen Sie nicht gleich alles auf einmal zu erreichen. Wenn Sie zum Beispiel Berufseinsteiger sind, versuchen Sie nicht gleich alles schneller und besser zu machen, als die Kollegen. Informieren Sie sich zuerst wie lange die für welche Aufgabe jeweils braucht. Dann gönnen Sie sich selbst 20 Prozent mehr Bearbeitungszeit und bauen diese in den kommenden Wochen peu à peu ab.

Tipp 2: Tag planen statt vollstopfen

Bevor Sie nach einem harten Arbeitstag sich zu Ihrer wohlverdienten Nachtruhe begeben, nehmen Sie sich 20 bis 30 Minuten Zeit, um den darauf folgenden Tag im Voraus zu planen. Wohl gemerkt: Planen, nicht vollstopfen! Welche an mich formulierte realistischen Ziele möchten ich am nächsten Tag in die Tat umsetzen? Wichtig an so einem Plan ist es, sich Prioritäten zu setzen:

  • Was muss ich morgen sofort machen?
  • Was muss als nächstes erledigt werden?
  • Aber auch: Was kann zur Not übermorgen, am Ende der Woche, nächste Woche gemacht werden?

Übrigens: Prioriäten könne auch jenseits der Aufzählungspunkte (1., 2., 3., … ) visualisiert werden. Durch Symbole oder dem Einrahmen wichtiger Punkte.

Tipp 3: 72-Stunden-Regel einhalten

Die Organisationspsychologie besagt mit der so genannten 72-Stunden-Regel, dass die Wahrscheinlichkeit relativ groß ist, dass Aufgaben, die nicht innerhalb von drei Tagen begonnen werden, keine Umsetzung finden werden. Genau genommen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf ein Prozent Minus X. Aus diesem Grund sei an dieser Stelle an die in Tipp 2 erwähnten Prioritäten erinnert. Vermerken Sie für Aufgaben mit niedriger Priorität einen neuen Termin, der strikt einzuhalten ist

Tipp 4: Je unangenehmer, desto wichtiger

Viele verstehen unter Aufschieberitis, dass man Aufgaben generell vor sich hinschiebt. Das ist Unsinn! Es betrifft vor allem Aufgaben, die einem unangenehm sind. Konflikte mit Kollegen, Vorgesetzten oder Angestellten und so weiter, und so fort. Machen Sie es genau umgekehrt. Denn solche Aufgaben kosten viel Kraft, Zeit und Energie. Gerade, wenn man sie stets nach hinten verschiebt. Haben Sie das Schlimmste hinter sich, werden Kräfte für die schönen Aufgaben des Arbeitsalltages freigesetzt. Der Diplom-Psychologe Arne W. Tietz hat dieses Phänomen mit folgender, auf den ersten Blick etwas befremdlich zu lesenden Überschrift diesen Tipp auf einprägsame Art und Weise zusammengefasst: Essen Sie zuerst den dicken Frosch.

Tipp 5: Aufschieberitis auch mal hinnehmen oder Aufgaben deligieren

Manchmal ist es mühselig sich die Frage zu stellen, warum Dinge so sind, wie sie sind. Manche Aufgaben fallen nun einmal der Aufschieberitis zum Opfer. Getreu dem Motto „Mund abwischen und weiter geht es!“ raten wir Ihnen an dieser Stellen. Finden Sie sich einfach mal damit ab, dass etwas unerledigt bleibt oder überlegen Sie sich: Muss ich mich eigentlich wirklich selbst darum kümmern? Oder habe ich meinem Umfeld Freunde, Kollegen, Geschäftspartner, Angestellter beziehungsweise Vorgesetzte, die das erledigen können?

Christoph Schroeder

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