Empfehlung

Druck mit Resilienz meistern: Sich souverän behaupten

… aus der wöchentlichen Themenserie „Stark wie Bambus: den täglichen Druck mit Resilienz meistern“ der Expertin für innere Kraft und Resilienz Katharina Maehrlein. Nach dem sechsten Teil „Vitalität erhalten – Rüsten Sie sich für den nächsten Sturm folgt heute Teil 7:

Das Gerangel um den Rang – Sich souverän behaupten

„Ich könnte platzen vor Wut: Meine Präsentation war so gut vorbereitet, und dann lässt mich der Müller noch nicht mal ausreden, sondern quatscht zwischenrein: »Wir verstehen hier gar nichts mehr, das Ganze ist mal wieder total unstrukturiert. Können Sie noch mal von vorn anfangen?«“

Strategie, Konkurrenz
Sie wollen Fairplay? Nun, mit netten Bitten und gutem Zureden allein kommen Sie nicht weiter. Lernen Sie sich im Spiel um Ränge souverän zu behaupten, (Bild: Didi01 / pixelio.de)

Sind Sie schon einmal an die Wand gespielt worden? Frech umdribbelt oder gar gefoult? Haben Sie schon einmal erlebt, wie es ist, wenn das eigene Standing plötzlich bröckelt und man in beruflichen Machtspielen unterliegt? Dann haben Sie möglicherweise auch erlebt, wie viel Kraft es kosten kann, diese Spiele weiterzuspielen, auch wenn andere sich nicht an die Regeln halten. Sie wollen Fairplay? Nun, mit netten Bitten und gutem Zureden allein kommen Sie nicht weiter, denn überall, wo Menschen zusammen arbeiten, entsteht sofort auch eine Art Arena, in der um die beste Position in der Rangfolge gekämpft wird.

Warum fällt es uns eigentlich so schwer, uns souverän durchzusetzen und an der passenden Stelle klar und bestimmt Grenzen zu setzen? In vielen Fällen wollen wir einfach unangenehme Konflikte vermeiden und ordnen uns lieber unter, als das Risiko einzugehen, als unangenehm dominant oder gar herrisch und unfreundlich wahrgenommen zu werden.

Statusspiele

Erfolg im Beruf hängt nicht nur von der Leistung ab, sondern auch von unserem persönlichen Auftreten und davon, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren und dabei Machtverhältnisse gestalten. Ob wir als machtvoll oder machtlos wahrgenommen werden und wie gut wir uns aufgrund dieser Einschätzung von anderen durchsetzen können, wird auch stark durch meist unbewusst ausgesendete Statussignale bestimmt. In jeder Situation legen wir mit Stimme, Gesten und Worten unsere Position in der „Hackordnung“ immer wieder neu fest. Bei jedem Gegenüber handeln wir unseren Status neu aus, indem wir uns permanent über- und unterordnen. Statusspiele – das Gerangel um den Rang – finden unausweichlich immer und überall statt. Um das Spiel zu gewinnen, ist richtiges und vor allem bewusstes Statusverhalten entscheidend. Menschen, die wissen, wann sie hochstapeln müssen und wann sie lieber tief spielen sollten, setzen ihre Ziele durch. Und das nicht nur souverän, sondern auch sympathisch.

Es geht also darum, unseren Status und den der anderen zu beobachten und auf die Signale zu achten, die wir und andere aussenden. Eine Statusreflexion kann verhindern, dass es überhaupt zu manchen Konflikten kommt, und hilft, uns besser zu positionieren, sowohl gegenüber unseren Mitarbeitern als auch unseren Führungskräften.

Statussignale

Unmerklich, in jeder Interaktion, in jeder Geste, jeder Mimik, jedem Satz handeln wir aus, wer in der aktuellen Situation das Sagen hat. Es gibt im beruflichen Kontext keine Gesprächssituation, in der Menschen denselben Rang teilen. Auch wenn der Rangunterschied oftmals nur minimal ist, ein gewisses Gefälle ist immer vorhanden. Das liegt an den Signalen, die wir aussenden. Wir unterscheiden Hochstatus- von Tiefstatussignalen:

Hochstatus:

Mit Hochstatussignalen präsentieren wir uns als überlegen und dominant:

– Wir zeigen wenig Mimik,
– sprechen in klaren, kurzen Sätzen,
– bewegen uns ruhig,
– machen ausladende Gesten und
– nehmen uns für usnere Ausführungen viel Zeit.

Je nach Intensität der Signale wirken wir souverän bis arrogant oder gar aggressiv.

Tiefstatus:

Mit diesen Signalen outen wir uns als jemand, der sich unterordnet:

– Wir stellen Nähe her, indem wir lächeln,
– verwenden sprachliche „Weichmacher“ wie „vielleicht“ und „ein bisschen“,
– legen den Kopf zur Seite und zeigen körpernahe Gesten.

So erhalten wir eher Sympathie und bauen Brücken zu unserem Gegenüber; übertriebene Tiefstatussignale jedoch lassen uns unsicher und unterlegen erscheinen.

Seite 2: Rangeln Sie bei Meetings mit

Christoph Schroeder

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